Ich habe bei der Recherche folgendes gefunden, was mir zu denken gibt:
Unitymedia schafft zusätzliche Kapazitäten im Kabelnetz von Meckenheim und Rheinbach (Clustersplits) Zitat:
"In Meckenheim und Rheinbach wird die Anzahl der Glasfaser-Knotenpunkte, an denen insgesamt rund 11.000 Haushalte angeschlossen sind, von derzeit zwei auf sechs verdreifacht."
Das war im Dezember 2008, d.h. es hängen jetzt rechnerisch 1833 potentielle Kunden in einem Cluster (Nach vorher 5500), das erscheint mir recht viel für die Upload-Bandbreiten bei Docsis 3.0, schon bei den vorhandenen Angeboten mit 1 MBit/s Upstream
wäre ein Cluster bei 20% Marktanteil selbst dann zu 100% überbucht, wenn der gesamte Upstream-Frequenzbereich genutzt
würde!¹
Da dem nicht so ist, kann sich UM dort im Moment wohl eher nur 10% Marktanteil leisten ohne das Netz zu überlasten, mit Docsis 3.0 und entsprechendem Nutzeranteil dieser Angebote würde es noch weniger.
Zudem ist das Netz in Rheinbach (und Meckenheim) steinalt, ich kann mich nicht mehr erinnern, jemals keine Option auf Kabelfernsehen gehabt zu haben, seitdem Christian Schwarz-Schilling davon gefaselt hat. Ich weiß sogar ganz sicher, daß wir 1981 beim Hausbau das vorhandene Kabelnetz (Damals noch eine Antennengemeinschaft) zerdeppert zu haben, weil im Grundbuch keine Grunddienstbarkeit zugunsten der Antennengemeinschaft eingetragen war ...
Ironie: Heute dulden meine Eltern die Durchleitung des Kabelsignals über ihr Grundstück (Eine Grunddienstbarkeit gibt es nach wie vor nicht) mitsamt Flickstelle im Keller, haben aber selbst keinen BK-Kabel-Anschluß mehr ... Müßte man ja eigentlich mal wegen eines kostenlosen Anschlusses als Gebühr für die Nutzung des Grundstücks anfragen *g*.
Bei so einem antiken Netz ist natürlich die Frage, ob weitere Clustersplits noch so einfach möglich sind wie damals 2008.
Von daher befürchte ich mal, daß Rheinbach und Meckenheim das Schicksal einiger Großstädte (Zumindest Rheinbach ist ja auch eine echte Metropole) teilen und am Schluß drankommen, weil der Aufwand für die wegen höheren Bandbreiten nötigen Clustersplits vergleichsweise hoch ist und man lieber erstmal das macht, was schnell geht.
Bisher sind ja auch schon einige absolute Kuhdörfer aufgerüstet (Schleiden, Kall, Aldenhoven, Rommerskirchen, Jüchen, ...), aber einige größere Städte (Düren, Euskirchen, div. im Ruhrgebiet, ...) noch nicht.
¹Gesamt-Upstream ca. 188 MBit/s bei Nutzung des gesamten Frequenzbereichs von 5-65 MHz, das paßt grad wie Faust auf's Auge zur Anschlußzahl, die ist nämlich 10x so hoch, daher 10% Marktanteil bzw. 20% bei 100% Überbuchung, bzw. entsprechend weniger, weil gar nicht der gesamte Frequenzbereich genutzt wird und dementsprechend weniger Gesamtupload zur Verfügung steht.