- Telekom distanziert sich von Premiere Beitrag #1
websurfer83
Telekom distanziert sich von Premiere
DSF will Bundesliga übertragen
Im Münchner Vorort Ismaning wird derzeit schwer gearbeitet. Auf einem ehemaligen Parkplatz bauen der Sportsender DSF und seine Produktionstochter Plazamedia ein modernes Sendezentrum für die Deutsche Telekom. Das zweistöckige Gebäude steht bereits, täglich karren Lastwagen kiloweise neues technisches Equipment an. Eine siebenstellige Summe läßt sich die Telekom das Zentrum kosten, obwohl es der Konzern eigentlich überhaupt nicht braucht.
Der Sinn des neuen Gebäudes ist es, ab August die Bundesligaübertragung für die Telekom abzuwickeln. Für diesen Zweck hat der Bonner Konzern jedoch bereits im Mai einen Vertrag mit dem Pay-TV-Sender Premiere abgeschlossen. Das Sendezentrum von Premiere steht direkt neben dem Neubau.
"Wir haben eine Option mit dem DSF, um die Bundesligaübertragung in jedem Fall sicherzustellen", heißt es bei der Telekom. Im Klartext bedeutet das: Wir sind unsicher, ob Premiere ein zuverlässiger Partner ist. Denn Premiere gilt seit Monaten als Übernahmekandidat. Als potentieller Käufer wird die Kabelgesellschaft KDG gehandelt. Der Telekom kann dieses Szenario nicht gefallen, denn im Wettbewerb um das Vermarkten von digitalem Fernsehen, Telefon und schnellen Internet-Zugängen ist die KDG ein direkter Konkurrent.
Bereits Anfang des Jahres gab die Telekom beim DSF die Millionen-Investition in Auftrag, bis zum 31. Dezember kann sie die Option ziehen, das Gebäude zu nutzen. Die Angst vor einer scheiternden Kooperation mit Premiere muß groß sein. Denn egal ob die Telekom das Gebäude jemals nutzen wird: Bezahlt ist es schon. tk
Artikel erschienen am 9. Juli 2006
Quelle: http://www.wams.de/data/2006/07/09/951512.html