Wegen eines beschädigten Glasfaserkabel sind seit Samstagabend rund 20 000 Haushalte im Raum Bad Vilbel ohne Telefon- und Internetanschluss. Das Kabel sei bei Bohrungen am Südbahnhof von Bad Vilbel getroffen worden, sagte eine Sprecherin des Kabelnetzbetreibers Unitymedia heute auf Anfrage. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich sehr schwierig, da das Kabel in unmittelbarer Nähe einer Bahntrasse liege.
Wann die Reparaturarbeiten beendet sind, ist nach Angaben der Sprecherin noch unklar. Durch eine mobile Satellitenempfangsanlage sei zumindest der Fernsehempfang wieder sichergestellt, sagte sie.
Defekte Glasfaserkabel bedeuten für die Techniker in aller Regel eine sehr diffizile Arbeit, da das Kabel nicht einfach ersetzt werden kann. Da es sich um Lichtleiter handelt, müssen die einzelnen Fasern der Leitung so aneinander gefügt werden, dass die Fasern wieder Licht durchlassen. Dieser Vorgang dauert pro Faser mehrere Minuten. In einem einzelnen Glasfaserkabel sind oftmals hundert oder mehr Fasern, so dass die Arbeiten entsprechend lange dauern. Zudem muss das Kabel vor den Arbeiten von einem Bautrupp zunächst freigelegt werden, so dass es eine Baugrube gibt, in der die Netztechniker dann arbeiten können.
Vor einigen Wochen war es in Berlin zu einem großen Glasfaserschaden gekommen, nachdem durch einen Brandanschlag, der der Deutschen Bahn galt, auch ein Glasfaserkabel von Vodafone zerstört wurde. Über diese Kabel liefen auch zahlreiche Dienste anderer Anbieter, die ebenfalls ausfielen. Diese Anbieter hatten bei Vodafone einzelne Glasfasern gemietet, um ihre Dienste anbieten zu können. Bis alle Dienste wieder liefen, gingen in diesem speziellen Fall mehrere Tage ins Land. Ob es sich bei dem betroffenen Kabel um ein eigenes Unitymedia-Kabel handelt oder die Leitung gemietet ist und ob auch andere Anbieter betroffen sind, ist nicht bekannt