@dyewitness
... K21 ist nicht gerade unkritisch und das schon vor dem HüP, da das Netz nicht für den Frequenzbereich ausgerichtet ist. Man muss da schon ein wenig basteln, damit man ein brauchbares Ergebnis erreicht. Ordentliche Hausverteilungen mit ordentlichem Pegel werden damit wohl weniger Problem haben, aber leider sind nur die wenigsten Hausverteilungen in einem optimalen Zustand. Es mag zwar hier und da mit K21 funktionieren, optimal ist das aber nicht. In den ausgebauten Netzen wird K38 normalerweise als Pilot genutzt um die ausgebauten Kabelnetze optimal kalibrieren kann. Bei Unity Media sind im Band IV nur die Kanäle 27 bis einschliesslich 33 für die digitale Nutzung vorgesehen. Die Nutzung von K21 in den nicht ausgebauten Netzen bzw. von K38 in den ausgebauten Netzen ist nur eine Notlösung, ein Provisorium.
Die Bezeichnung D73 ist kein offiziell definierter Kanal. Das "D" steht für Digital und 73 für die Mittenfrequenz. In der Vergangenheit war auch immer von z.B. D442 die Rede. Dieser Kanal entspricht dem Sonderkanal 38. Für digitales TV ist ein festes Frequenzraster aber nicht mehr erforderlich. S2 und S3 entsprechen auch nicht mehr den ursprünglich definierten Kanälen. Ursprünglich waren S1 - S3 wie folgt definiert
- S1: 104 - 111 MHz (107,5 MHz)
- S2: 111 - 118 MHz (114MHz)
- S3: 118 - 125MHz (121,5MHz)
als diese Kanäle definiert wurden, wurde UKW nur bis 104 MHz genutzt. Zwischenzeitlich wurde das UKW-Band bis auf 108 MHz erweitert. Darüberhinaus wurde bei den Kanäle S2 und S3 die Bandbreite von 7 auf 8MHz aufgebohrt
- S2: 109 - 117MHz (113MHz)
- S3: 117 - 125 MHz (121MHz)
D73 ist eigentlich ein aufgebohrter S
01. Die digitale Nutzung dieses Kanals ist aber auch eher eine Bastellösung, weil es damit in vielen Hausverteilungen Probleme geben kann, weil diese nicht optimal kalibriert sind. Vor allen die Schräglage des Signals stimmt hier nicht. Aus gleichem Grund gibt es auch, trotz korrekter Anschlussdose häufig Probleme mit S2 und S3, vor allem wenn die Kanäle in 256QAM moduliert werden.
Aber es ist immer de böse Kabelnetzbetreiber, der für die Probleme verantwortlich ist, obwohl i.d.R. das Signal am HÜP in Ordnung ist und die Ursache für die Störungen in der Hausverteilung zu finden sind. Aus dem Grund sind irgendwekche Bastellösungen nicht gerade von Vorteil, weil aufgrund gestörtem Empfang die Kundenzufreidenheit nicht steigt.
Der Vergleich der Bandbreite von DVB-S und DVB-C hinkt etwas. Zwar hat eine Satposition eine höhere Bandbreite als ein auf 862MHz ausgebautes Kabelnetz. Ein DVB-S-Transponder hat i.d.R. eine Bandbreite von 40MHz. Bei einer Symbolrate von 27.500 ist gerade mal eine Nettobitrate von 38 Mbit/s möglich. Die gleiche Bitrate erhält man bei DVB-C bei einer Symbolrate von 6875, moduliert in 64QAM auf einem 8MHz-Kanal. Auf einem Kabelkanal kann gem. DVB-C-Standard auch 256QAM genutzt wird, womit dann auf einem Kabelkanal ein Drittel mehr Bandbreite gegenüber einem DVB-S-Transponder möglich ist.
Mit DVB-S2 wird das allerdings wieder relativiert, da mit 8PSK gegenüber QPSK eine um ca. 50 % höhere Bitrate zur Verfügung steht.
Die 256QAM-Modulation im Kabel erhöht allerdings auch die Störempfindlich. Aus diesem Grund werden in nicht ausgebauten Netzen die Kanäle S39, S40, S41 und K21 nur in 64QAM moduliert. Natürlich könnte man noch höhrer Frequenzen nutzen, wenn diese in 16QAM moduliert werden würden, was bei einer Symbolrate von 6900 natürlich nur für eine Bitrate von ca. 12 Mbit/s bedeuten würden. Auch die Reduzierung der Symbolrate könnte man nutzen, um eine stabileres Signal zu erhalten.
Was den UKW-Bereich angeht: hier könnte man durchaus das UKW-Band auf 101 MHz begrenzen. Damit kann der auf 8MHz aufegbohrte S1 (101 - 109 MHz (105MHz)) genutzt werden. Naheliegend wäre die Hörfunknutzung. 256QAM moduliert wären dort dann ca. 200 Hörfunkprogramme möglich, wenn man sich auf max. 256 Kbit/s beschränken würde.
Naürlich könnte Unity Media die Netze auch bis, sagen wir mal, 2 GHz ausbauen. Technisch wäre das kein Problem, allerdings stehen heute die Kosten für Ausbau und Unterhalt in keinem Verhältnis mit dem Nutzen.
TVoIP ist auch über Kabel möglich und würde sich vor allem für Video on Demand anbieten. Für die Verbreitung anderer Programme ist TVoIP nicht unproblematisch, denn wenn 1000 Kunden ein TV-Programm in MPEG4 mit einer Bitrate von 2Mbit/s anschauen würden, würde insgesamt eine Bandbreite von 2Gbit/s benötigt. Wenn sich 1000 Kabelkunden eine TV-Programm in MPEG2 mit einer Bitrate von 4Mbit/s anschauen, wird insgesamt eine Bandbreite von 4Mbit/s benötigt.
Oder nehmen wir mal ein in MPEG4 codiertes HDTV-Programm mit ca. 16 Mbit/s Bitrate. Schauen sich 1000 TVoIP-Nutzer dieses Programm an, dann werden 16Gbit/s benötigt, die gleiche Anzahl Kabelnutzer würden dagegen lediglich 16Mbit/s ausreichen ...