Also wann begreifen die Leute endlich mal das HD+ nix mit den Kabelnetzen zu tun hat :zerstör:
HD+ ist eine Digital-Plattform der HD PLUS GmbH, eines Tochterunternehmens des Satellitenbetreibers SES Astra, für kostenpflichtige hochauflösende Fernsehprogramme. (Quelle: Wikipedia)
http://de.wikipedia.org/wiki/HD+
... in Internetforen und leider auch in den Medien werden viele Vorurteile verbreitet, die sich in den Köpfen der Nutzer festsetzen.
Selbst der von dir verlinkte Wikipediaeintrag stimmt nicht, denn bei den HDTV-Programmen von RTL und ProSieben handelt es sich genausowenig um kostenpflichtige Programme wie die analogen Versionen in den Kabelnetzen. Kostenpflichtig ist nur der Zugang zur HD+Plattform und im Kabel darf man die analogen Programme auch nur dann sehen, wenn man mit dem jeweiligen Kabelanbieter, unmittelbar oder mittelbar über z.B. Vermieter, einen Vertrag abgeschlossen hat, für den regelmäßige Entgelte anfallen.
Astra macht mit HD+ nichts anderes als das was die Kabelanbieter schon seit eh und je machen.
Ein weiteres Vorurteil ist, dass HD+ gleich CI+ ist und HD+ Receiver "CI+ Technik" eingebaut haben. Dem ist aber nicht so. HD+ setzt wie z.B. Premiere/Sky, Unitymedia etc. auf proprietäre Receiver, die bestimmten Anforderung gerecht werden, wie z.B. der geforderte Jugendschutz, Kopierschutz und Aufnahmesperren sowie der Darstellung des eigenen Programmangebotes. Das ist nichts neues, denn das war schon zu Zeiten, als die dBox1 bei Premiere/DF1 und Telekom zum Einsatz kam. Das besondere an den HD+-Receiver ist, dass die Programmanbieter die Möglichkeit haben, das Überspringen der Werbeblöcke unterbinden zu können. Das gilt natürlich nur für die HD+ Receiver mit PVR-Funktion. Solche Vorpsulsperren ist aber im Prinzip nichts neues, denn ein solches Feature hat auch jeder standardkonforme DVD-Player eingebaut und beschränkt sich da auch nicht nur auf die Vorspulsperre (Stichwort

rohibited User Operation).
Neben den proprieträen HD+ Receiver wird HD+ optional ein CI+ Lösung anbieten, wie sie auch von z.B. Kabel BW und Kabel Deutschland angekündigt wurden. Für Sender wie z.B. RTL ist CI+ nicht das Gelbe vom Ei, wird aber von RTL in Verbindung mit iDTVs toleriert. Der Nachteil von CI+ gegenüber den HD+-Receiver ist die fehlende Möglichkeit das Überspringen der Werbeblöcke mittels Vorspulsperre zu unterbinden. RTL wird daher bei entsprechenden Sendungen die Aufzeichnung gänzlich unterbinden.
Meiner Meinung macht CI+ nur in iDTVs Sinn. Hier wird man von den "Gängelungen" nichts zu spüren bekommen. CI+ wurde von diversen TV-Hersteller, die sich zusätzlich noch Chiphersteller und einen Hersteller von Conditional Access Modulen ins Boot geholt haben, entwickelt (Kabel Deutschland ist da auch involviert). Das erfolgte natürlich mit dem Hintergedanken, dass man künftig die verschlüsselten Angebote direkt ohne Zusatzbox auf dem Flat-TV ansehen zu können. Der CI 1.0 Standard wird nicht allen Anforderungen des Marktes gerecht, sodass eine CI 1.0-Lösung, mal von wenigen Ausnahmen abgesehen, offziell nicht angeboten wird.
Zum Einsatz in iDTVs würde natürlich auch der CI 1.0-Standard ausreichen, weil hier Kopierschutz, Aufnahme- und Vorspulsperren kein Thema sind. "Dummerweise" können CI 1.0-Module auch in Geräten genutzt werden, mit denen die Rechte der Inhalteanbieter verletzt werden können.
Der wahre Grund von CI+ ist aber, dass die an der Entwicklung beteiligten TV-Geräte-Hersteller Sony, Samsung, Philips und Panasonic ihre TV-Geräte besser verkaufen können. Ein positives hat CI+ aber, denn die genannten Hersteller statten TV-Geräte mit CI+ Schnittstelle grundsätzlich mit einem DVB-C-HD-Tuner aus, der auch nicht mehr unter Ländereinstellung "Finnland" o.ä. versteckt wird.
Für HD+ ist CI+ auch nicht das Gelbe vom Ei, denn auch bei CI+ dürfte es nicht auszuschliessen sein, dass hier und da Modul und TV-Gerät nicht so miteinander wollen wie sie es sollten. Auf der anderen Seite kann HD+ mit CI+ einen offenen Receivermarkt suggerieren.
Erste Wahl der Plattformbetreiber ist und bleiben proprietäre Receiver.
Immerhin verbietet Unitymedia bislang nicht den Einsatz von Alphacrypt-Modulen. Anders bei z.B. Sky und Kabel Deutschland, denn die schreiben in ihren AGB explizit die Nutzung ihrer zertifizierten Receiver vor.
Wie das in Zukunft aussehen wird, darüber kann man nur spekulieren. Ich persönlich denke nicht, dass das Nutzung von Alphacrypt-Modulen künftig komplett unterbunden werden wird. Allerdings ist es meiner Ansicht aber durchaus möglich, dass nicht mehr alle Angebote in Verbindung mit Alphacrypt-Modulen genutzt werden kann.
Es wäre
theoretisch möglich, dass das
künftige HDTV-Angebot nicht in Verbindung mit Alphacrypt-Modulen nutzbar sein wird.
Welche HDTV-Receiver bei Uniytmedia genau zum Einsatz kommen, ist derzeit nicht klar. Die Digitales Fernsehn Redaktion hat in Erfahrung bringen können, dass Receiver von Echostar kommen wird. Gem. ihrer Internetsite bietet Echostar europäischen Kabelnetzbetreiber 2 Geräte an.
Wenn der Echostar HDC600 DR werden sollte, wäre das gar nicht mal so verkehrt. Mit dem Gerät kann man auch Inhalte vom eigenen PC nutzen. Je nach Austattung wäre es auch möglich, die bei Unitymedia gebuchten Inhalte auf dem PC zu nutzen. Auch die Nutzung über's Internet wäre möglich. Mittels Zusatzgeräte könnte das Angebot auch auf weiteren TV-Geräten in der Wohnung genutzt werden.
Ab 2011 will Liberty Global mit dem RollOut einer "Super-Kabelbox" beginnen, die lt. Liberty Global CEO Mike Fries "alles bisher da gewesene in den Schatten stellen soll" .
Wer derzeit Überlegungen anstellt, einen HDTV-Receiver zu kaufen, der sollte meiner Meinung noch die 7 Wochen bis zur ANGAcable warten ...