... ich denke, daß sich bzgl. Premiere in naher Zukunft, nicht zuletzt aufgrund des Einstieges von Murdoch mit seiner News Corp., einiges ändern wird. Es ist eigentlich unüblich, dass es im Kabel eine Plattform auf einer anderen Plattform gibt. Im Ausland sind Kabelnetzbetreiber die einzigen Plattformbetreibern in ihren Kabelnetzen. Premium-Inhalte werden meist vom jeweiligen Anbieter übernommen, das aber auf Rechnung und Risiko des jeweiligen Kabelnetzbetreibers. Durchleitungsmodelle, wie sie in Deutschland üblich sind, sind im Ausland unüblich.
Aber so schnell wird man das Durchleitungsmodell in Deutschland flächendeckend nicht loswerden. Zumindest bei Unitymedia und Kabel BW dürfte die Abkehr von reinen Durchleistungsmodellen überhaupt kein Thema sein. Auch bei Kabel Deutschland wird das nicht anders sein. Diese Kabelnetzbetreiber haben allerdings auch ihre eigenen PlayOutCenter bzw. NetworkOperationCenter und verfügen über eigene CAS-Lizenzen. Bei den quasi städtischen Versorgern wie z.B. Netcologne oder Willy.Tel sieht das etwas anders aus. Zwar haben diese Versorger eigene PlayOutCenter, aber es fehlt eine CAS-Lizenz.
Kleinstkabelnetzbetreiber haben kein eigenes PlayOutCenter und schon gar keine CAS-Lizenz, denn das wäre alles andere als wirtschaftlich. Die Kabelnetzbetreiber brauchen einen externen Dienstleister wie beispielsweise VisAvision mit dem KabelKiosk.
Seit arena gibt es über KabelKiosk nicht mehr nur das Durchleitungsmodell, sondern inzwischen besteht auch die Möglichkeit für den Netzbetreiber, die KabelKiosk-Angebote auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko in seinem Netz zu verbreiten.
KabelKiosk und Telecolumbus (inkl. ewt) haben vor kurzem ein weitereichende Kooperation geschlossen. Über KabelKiosk werden künftig auch grundverschlüsselte Bouquets angeboten, womit die Grundverschlüsselung auch in kleinen Netzen Einzug halten dürfte. Mittelfristig rechne ich auch mit Premiere-Angebote über den KabelKiosk.
Die Premiere Direkt-Angebote dürften auf Plattformen mit eigenem NVoD-Angebot, zumindest was Spielfilme angeht, über kurz oder lang verschwinden. Sofern es noch Nur-Premiere-Aboennten geben sollte, können die auch das Unitymedia-NVoD-Angebot nutzen. Bei BlueMovie dürfte es auch nicht mehr all zu lange dauern, bis beide Angebote verschmelzen werden ...
Die Premiere Thema-Programme werden über kurz oder lang auch in UM-Pakete aufgehen. Unitymedia wird dann diese Programme auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko vermarkten. Premier erhält einen festen mtl. Betrag sowie Entgelte pro Abonnent. Ähnliches geschieht mit den anderen Premiere-Pakete, nur mit dem Unterschied, dass diese Premiere-Pakete erhalten bleiben werden. Die Marke "Premiere" würde damit erhalten bleiben ...
Natürlich wird das Szenario keine Sache von heute auf morgen sein ...
@Mustimax
der Vergleich mit Real und Rewe passt nicht so ganz, denn wenn man mit Unitymedia vergleicht, dann würden bei Real auch die Rewe-Aufbackbrötchen im Regal liegen. Wenn du die Aufbackbrötchen kaufen möchtest, mußt du dich an Rewe wenden :zwinker: