Ganz einfach erklärt: Mit IPv6 gehen keine Portfreigaben mehr. Du kannst dir das vorstellen als hinge dein Router bei IPv6 nochmal hinter einem großen Router bei Unitymedia, auf den du keinen Zugriff hast, und bei dem alle Ports dicht, UPNP abgeschaltet, Firewall aktiv, usw. ist.
Naja, ich bin zwar (noch nicht) UM Kunde und weiß daher nicht ob die nochwas anderes machen, aber IPv6 an sich ist nicht das Problem, sondern dass die IPv4 bei UM 'beschnitten' ist.
Du kennst viellecht mit unter dem Begriff IPv4 das Verfahren mit dem Rechner bisher im Internet oder auch im Heimnetz addressiert werden (Die Addresse sieht so aus - 192.168.0.1). Weil diese Addressen im Internet schon alle vergeben sind muss was neues her - IPv6 (Eine Adresse sieht dann so aus - 2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329). Wie du siehst, schaut so eine Addresse ein wenig anders aus, und alle Geräte, die an der Kommunikation beteiligt sind müssen damit umgehen können.
Wenn ich NUR EINE der beiden Addressarten von meinem Provider bekomme, dann kann ich mit einen anderen Rechner, der NUR MIT DER JEWEILS ANDEREN VERSION erreichbar ist NICHT kommunizieren.
Beispiel: Mein Provider bietet mir nur einen IPv4 Stack an: Ich kann dann mit allen IPv4-addressierten Servern 'reden', aber nicht mit Servern, die NUR mit IPv6 addressiert sind (z.B. http://ipv6.google.com/). Ist aber noch kein größeres Problem, weil die allergrößte Mehrheit der Server im Internet mit IPv4 addressiert ist.
Beispiel 2: Mein Provider bietet mir nur einen IPv6 Stack an: Ich kann nur mit IPv6-addressierten Servern 'reden', aber NICHT mit Servern, die NUR 'klassische' IPv4 Addressen haben. Das wäre im Moment noch ein riesengroßes Problem, weil die Implementierung von IPv6 noch nicht soweit vorangeschritten ist wie sie es eigentlich schon sein sollte.
Daher bieten Provider den sog. DualStack an: Ich habe eine Adresse im IPv4-Netz und einen sog. Präfix im IPv6. Das ist das, was man eigentlich haben will - Ich kann mit allen Servern kommuniziern, egal ob IPv4 oder IPv6. Außerdem streben große Anbieter für ihre Server ebenfalls Dualstack an - um auf jeden Fall erreichbar zu sein.
Das Problem mit DualStack ist aber, dass der Provider dazu die entsprechende Anzahl an IPv4 Addressen haben muss, um sie an seine Kunden verteilen zu können. Weil UM nun relativ neu ist als Internetprovider (oder auch weil sie nicht genug Geld in die Hand nehmen wollten um genügend IPv4 Addressen für ihre Kunden vorzuhalten) benutzen die eine Technik, die sich DualStack Lite nennt. Dabei hat jeder Kunde ganz normal einen IPv6-Präfix (weil die ganz bestimmt nicht knapp werden und daher günstig sind), aber keine 'eigene' IPv4-Addresse (nicht mal temporär wie du's vielleicht unter dem Stichwort dynamische IP-Addressenvergabe kennst).
Stattdessen teilt man sich mit mehreren anderen Kunden eine IPv4 zum Internet hin. Jemand aus dem Internet kann also nicht differenziern, ob du gemeint bist mit der IPv4 die er sieht oder dein Nachbar, der auch UM Kunde ist. Das ganze ist bekannt unter dem Stichwort NAT (Network Address Translation), in diesem Fall Carrier Grade NAT. Für's normale surfen ist das kein (größeres) Problem, weil es dabei nicht notwendig ist, dass du sozusagen ohne Aufforderung aus dem Internet angesprochen werden kannst. Es kann zum Problem werden, wenn viele Nutzer gleichzeitig über den Rechner geschleust werden müssen, der letztenendes tatsächlich die IPv4 hat - Es kann dann langsam werden oder zu Verlusten kommen. Ein weiteres Problem können Seiten sein, die für irgendeinen Zweck deine IPv4 auslesen. One-Click hoster sind manchmal so ein Fall - die können dann denken, dass du dein stündliches Kontingent an Traffic schon ausgenutzt hast.
Das wahre Problem ist aber, dass du unter der IPv4, also der am weitesten verbreiteten Addressart nicht angesprochen werden kannst. D.h. du kannst keinen Server unter IPv4 betreiben. Das mag für Otto-Normalverbraucher zunächst nicht wichtig erscheinen, aber z.B. Spiele oder Kommunikationssoftware brauchen oft diese Möglichkeit um zu funktionieren (Unter IPv4 gibt man dann einen Port frei oder leitet ihn an einen Rechner weiter, weil der Router im Normalfall den Zugang zu deiner Infrastruktur von aussen unterbinden sollte). Mit Carrier grade NAT kommt erst garnichts von aussen bei dir an.
So. Weil nun UM nur DualStackLite macht, hast du also das Problem, unter IPv4 keinen Server betreiben zu können. Im Prinzip sollte es unter IPv6 gehen - sogar besser, weil du für jedes Gerät bei dir eine eigene Adresse haben kannst. Hier ist das Problem nur, dass deine Gegenstelle, also derjenige der dich 'anspricht' auch IPv6 können muss, weil du ja nur darunter addressiert bist. Im Moblifunknetz ist das meineswissens größtenteils nicht der Fall. Dort wird glaube ich ausserdem auch Carrier Grade NAT betrieben - deshalb kann man per Surfstick auch keinen Server betreiben. Ein weiteres Problem ist, dass trotz der langen Zeit in der schon an IPv6 gearbeit wird manche Software und Hardware nicht damit umgehen kann.