Unitymedia Fragen zu Verkabelung/Verstärker

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  • Fragen zu Verkabelung/Verstärker Beitrag #1

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Hoffentlich bin ich im richtigen Unterforum gelandet, ansonsten bitte verschieben!

Ich muss im Haus meiner Eltern die komplette TV Verkabelung neu machen.
Kurz zum Background: Einfamilienhaus, gebaut in den 70ern. Damals einfache Antenne auf dem Dach (Terrestrisch - also nur ARD, ZDF, West 3, RTL Plus, Sat.1 mit ganz viel Schnee und die Holländer :D ). Irgendwann Ende der 80er kam dann die Antenne weg und dafür Kabel ins Haus (noch von der Bundespost verlegt :D ).
Also einfach ein langes Kabel von der Übergabedose im Keller zum Dachboden gezogen und dort an den vorhandenen Verstärker geklatscht.
Irgendwann habe ich mal den Verstärker getauscht, weil der die Grätsche gemacht hat, aber ansonsten nix geändert.
So nun kommt was kommen muss:
Unitymedia schaltet ja im Sommer das analoge Signal ab. Die vorhandenen Kabel und Dosen sind nicht digital-tauglich (wenn überhaupt digital was ankommt, dann sind nur die Hälfte der Sender vorhanden und diese nur mit unfassbar nervigen Aussetzern) und zudem auch in Reihe geschaltet, was der Qualität natürlich nicht zuträglich ist. Jetzt will ich alles rausreißen und einmal richtig machen. Mir schwebt da natürlich erstmal eine sternförmige Verkabelung mit zentraler Verteilung im Keller vor (falls ich das Ding doch irgendwann mal auf Sat-Empfang umrüsten muss). Zum Glück kann ich einen nicht mehr genutzten Kaminzug als Kabelschacht "missbrauchen" und muss keine Schlitze aufstemmen und nicht all zuviel bohren.

Muss da zwangsläufig ein Verstärker dran oder reicht ein einfacher passiver Verteiler?
Wenn ja, was für einen nimmt man da (also maximal 6 Ausgänge müsste der haben)?
Was für Dosen nehme ich am besten (es müssen keine Multimedia-Dosen sein, Internet kommt per DSL)?
Womit messe ich die Stärke und die Qualität des Signals? Ich kann ja schlecht einen Multimeter dranhalten.
Gibt es da spezielle Messgeräte? Wenn ja, wie teuer sind die oder kann ich mir die irgendwo leihen?
Koaxkabel mit 120dB Dämpfung sollten reichen?! (Hab zufällig noch eine 500 Meter Rolle im Keller liegen. Steht zwar "Sat-Kabel" drauf, aber das sollte ja das selbe sein).
Gibt es sonst noch etwas zu beachten?
 
  • Fragen zu Verkabelung/Verstärker Beitrag #2
Die vorhandenen Kabel und Dosen sind nicht digital-tauglich (wenn überhaupt digital was ankommt, dann sind nur die Hälfte der Sender vorhanden und diese nur mit unfassbar nervigen Aussetzern)
Es gibt keine analogen oder digitalen Dosen und Kabel. Hier ist mutmaßlich etwas anders faul und der Analogempfang wahrscheinlich alles andere als perfekt. Als Erstes springt mir da der neue Verstärker ins Auge, der anscheinend nie fachmännisch eingepegelt wurde und evtl. sogar gar nicht zur Anlage passt.
und zudem auch in Reihe geschaltet, was der Qualität natürlich nicht zuträglich ist.
Das ist bei korrekter Ausführung kein Problem und beeinflusst die Qualität nicht.
Jetzt will ich alles rausreißen und einmal richtig machen. Mir schwebt da natürlich erstmal eine sternförmige Verkabelung mit zentraler Verteilung im Keller vor (falls ich das Ding doch irgendwann mal auf Sat-Empfang umrüsten muss). Zum Glück kann ich einen nicht mehr genutzten Kaminzug als Kabelschacht "missbrauchen" und muss keine Schlitze aufstemmen und nicht all zuviel bohren.
Das kann man sicher machen, ist aber vielleicht gar nicht nötig.
Muss da zwangsläufig ein Verstärker dran oder reicht ein einfacher passiver Verteiler?
Ohne Verstärker wird an den Dosen kaum ein brauchbarer Pegel anliegen.
Wenn ja, was für einen nimmt man da (also maximal 6 Ausgänge müsste der haben)?
Ein Verstärker hat in der Regel nur einen Ausgang. Die Verteilung regelt man mit Verteilern und Abzweigen.
Was für Dosen nehme ich am besten (es müssen keine Multimedia-Dosen sein, Internet kommt per DSL)?
Die richtigen. ;) Im Ernst: Dazu müsste man den Pegel kennen. Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht.
Womit messe ich die Stärke und die Qualität des Signals? Ich kann ja schlecht einen Multimeter dranhalten.
Gibt es da spezielle Messgeräte? Wenn ja, wie teuer sind die oder kann ich mir die irgendwo leihen?
Ein professionelles Messgerät sollte jeder Techniker haben, leihen wird aber sicher schwierig. Für 6 Dosen lohnt sich eine Anschaffung definitiv nicht.

Alles in allem würde ich dazu raten einen Techniker zu beauftragen. Vielleicht kann der sogar den Fehler in der vorhandenen Anlage zu finden.
 
  • Fragen zu Verkabelung/Verstärker Beitrag #3
Danke erstmal für deine Antworten.
Mit anderen Worten: "Lass die Finger davon und hol dir einen Techniker."
 
  • Fragen zu Verkabelung/Verstärker Beitrag #4
Hallo,

ich bin der Meinung, dass sich eine Hausverteilanlage mit mehreren Anschlussdosen ohne das Vorhandensein bestimmten Fach-Grundwissens und OHNE einen geeigneten Messempfänger nicht sinnvoll erstellen lässt.

Wenn dein Sat-Kabel tatsächlich eine Dämpfung von 120 dB hätte, könntest du es ruhigen Gewissens entsorgen... Nehmen wir mal an, mit den 120 dB ist das Schirmmaß gemeint - dann lässt sich dieses Kabel vermutlich bei ansonsten guten Dämpfungswerten sogar recht gut für den gewünschten Zweck verwenden. :zwinker:

Auch die Frage, ob du einen Verstärker brauchst, macht mich nachdenklich...
Hauptaufgaben eines Hausverteilverstärkers sind der Ausgleich der Dämpfung im passiven Verteilnetz (Verteiler/Abzweiger, Kabel, Anschlussdosen) sowie die Anpassung der Nutzpegel an den Anschlussdosen gegenüber den Übergabepegeln am HÜP. Daher sollte sich ein Verstärker auch in möglichst kurzer Distanz zum HÜP befinden. Ungemessen kann man dir auch keine Blind-Empfehlung für einen Verstärker geben, da die richtige Wahl von mehreren Faktoren abhängt. Bezogen auf die Eingangspegel am HÜP hängt es auch von der gewählten Verteilstruktur und dem Verteilmaterial ab, wie groß die Verstärkung (möglichst einstellbar) sein muss, um an den Buchsen der Anschlussdosen einen vernünftigen Nutzpegel zu erreichen. Als optimaler Wert wurden mal etwa 70 dBµ angesehen, wobei vermutlich nicht sämtliche Kanäle mit demselben Pegel übergeben werden.
Damit kommen wir zu einer weiteren Aufgabe, die ein Hausverteilverstärker übernehmen kann - die Entzerrung von Frequenzgang-Schieflagen. Der Fokus liegt immer auf den Pegeln an der Anschlussdose, da auch das Verteilmaterial und die Anschlussdosen frequenzabhängig dämpfen und so zu einer weiteren Schieflage der Nutzpegel führen, wenn denn über einen Verstärker nicht zusätzlich entzerrt wird...
Zudem ist der Maximalpegel eines Verstärkers eine seiner Kenngrößen. Wird dieser Pegel irgendwo in einem der Frequenzbänder überschritten, kommt es zu Verzerrungen seiner Ausgangssignale. In der Analogwelt hat dies oft zu so genannten Moiré-Störungen (meist diagonal durchs Bild verlaufenden Streifen) geführt; in der digitalen Welt können in Abhängigkeit von jeweiligen Empfangstuner sehr unterschiedliche Empfangsstörungen dadurch auftreten...

Um eine Anlage sinvoll aufzubauen, werden zunächst die Eingangspegel am Ausgang des HÜP bestimmt. Dann legt man die Verteilstruktur innerhalb des Hauses fest und trifft somit dann auch die Wahl geeigneter Verteiler/Abzweiger und Anschlussdosen. Bei der Wahl des Verteilmaterial ist in Abhängigkeit von der Verteilstruktur auch noch die einzuhaltende Entkopplung zwischen unterschiedlichen Anschlüssen zu beachten.
Hinsichtlich der Dimensionierung des Verstärkers betrachtet man die bekannten Dämpfungswerte der Verteil-/Abzweigdämfung sowie der Auskoppeldämpfung und kann grob über den Daumen etwa mit 1 dB Dämpfung pro 10 m Kabellänge rechnen (z.B. bei einem Kabel RG59 bei 100 MHZ, bei 1 GHz können es auch etwa 3 db pro 10 m sein).
Sämtliche Dämpfungswerte werden addiert. Wenn man jetzt weiß, wie groß die Eingangspegel am HÜP sind, lässt sich die benötigte Verstärkung berechnen, wenn man den gewünschten Nutzpegel (z.B. 70 dBµ) um die Verteildämpfung erhöht und davon dann die Eingangspegel am HÜP subtrahiert. Ein typischer Verstärkungswert von Hausverteilverstärkern liegt bei etwa 20 dB, wobei sich dieser einstellen lassen sollte....

Ich hoffe, du erkennst selbst, dass sich diese Aufgabe ohne ein geeignetes Messgerät nicht sinnvoll ausführen lässt. Dabei ist es notwendig, dass dieses Messgerät auch in den unterschiedlichen Frequenzbändern messen kann...
Ich gebe zu, noch nie danach gesucht zu haben, aber mir ist noch nie ein Angebot begegnet, wo sich ein Endverbraucher einen solchen Messempfänger ausleihen konnte.
 
  • Fragen zu Verkabelung/Verstärker Beitrag #5
Wenn auf Koaxkabeln 120 oder sogar 130 dB Schirmdämpfung aufgedruckt sind, werde ich immer misstrauisch.
Wenn dann noch ein Säckchen vergoldete und "garantiert HD-geeignete" Aufdreh F-Stecker beigelegt sind, wage ich sogar manchmal eine Prognose, was man vorfindet, wenn man das Kabel seziert:

Meistens liege ich richtig mit:

- Nicht mit dem Dielektrikum verklebter unterster Folienschirm.
- Schirmgeflecht dünn, und aus schnell brechendem und schlecht kontaktierendem Alu-Filament, statt verzinnter Kupfer-Litze.
- Innenleiter aus Kupferbeschichtetem Stahldraht.
- Außenisolierung krümelt ab, wenn sie länger, als 1/2 Jahr dem Tageslicht ausgesetzt wird...

Es kann natürlich sein, daß hier ein "ehrliches" Kabel vorliegt, aber wie gesagt - man hat da so seine Erfahrungen ...
 
Thema:

Fragen zu Verkabelung/Verstärker

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