... die Einspeisung der von Sky angebotenen HDTV-Programmen bei Kabel BW und KDG erfolgt in der gleichen Art und Weise, wie sie von Premiere praktiziert wurde. Dazu hätte man nicht den neuen Geschäftsbereich "Distribution Development" einrichten müssen.
Die Aufgabe dieses Geschäftsbereiches ist die Entwicklung neuer Sky-Geschäftskonzepte im Kabel und diesbzgl. hat sich bislang rein gar nichts geändert. Sky wird bei Kabel BW noch so eingespeist, wie es seit eh und je zu Premiere-Zeiten war.
Auch wenn bei Unitymedia bis auf Sky Sport HD noch keine Sky-HDTV-Programme angeboten werden, ist man hier einen Schritt weiter. Kurz nachdem die News Corp. das Ruder übernommen hatte und erste Sondierungsgespräche mit den Kabelnetzbetreibern gegeben hat, wurde bei Unitymedia die Doppelverbreitung von Programmen, die sowohl von Unitymedia als auch Premiere angeboten wurde, eingestellt.
Und was Kabel BW und Bundesnetzagentur angeht:
siehe Regulierungsverfügung BK 3b-06/017/R die inhaltlich identisch mit der Regulierungsverfügung bzgl. Unitymedia ist.
Bei Kabel BW hat diese Regulierungsverfügung einen Senderschwund zur Folge. Jeder Programmanbieter, bei dem der Vertrag bzgl. der Testeinspeisungen ausläuft, wird vor die Wahl gestellt, für die weitere EInspeisung Entgelte zu zahlen oder auf die weitere Einspeisung im Netz der Kabel BW zu verzichten. Die meisten Sender haben sich für letzteres entschieden.
Arte HD wird bei Kabel BW nicht eingespeist, weil man bei arte noch nicht bereit ist, Einspeiseentgelte zu zahlen, auf die Kabel BW aufgrund der Regulierungsverfügung nicht ohne weiteres verzichten darf.
Kabel BW nutzt das HDTV-Angebot, um die Durchdringung der proprietären Kabel BW-Receiver im eigenen Netz zu forcieren. Auch Sky kann nur mit den proprietären Kabel BW-Receivern genutzt werden.
Einige ältere Premiere-Receiver werden mittels Softwarepatch auf proprietäre Kabel BW-Receiver getrimmt. Im Handel gibt es von diesen Geräten allenfalls noch Restbestände.
Die großen Medienkonzerne wie beispielsweise Mediengruppe RTL, ProSiebenSat. 1 und Viacom fordern nach wie vor die Grundverschlüsselung ihrer Programme, gegen die sich Kabel BW auf Dauer nicht erwehren können wird.
Kabel BW ist nach eigenen Angaben erst ab 2011 in der Lage Programme "grundzuverschlüsseln". Die Grundverschlüsselung wird wohl in der Form erfolgen, wie sie bei Telecolumbus erfolgt, sprich, für die Entschlüsselung des Basis-Angebotes erfolgt ohne Smartcard durch den Receiver. Wer einen proprietären Kabel BW-Receiver nutzt, wird von einer Einführung einer Grundverschlüsselung nichts mitbekommen.
Eigentümer von Kabel BW ist EQT, die Kabel BW im Frühjahr 2006 übernommen haben. Gem. den Statuten von EQT werden solche Investments 5 Jahre gehalten. Kabel BW dürfte also in 2011 zum Verkauf stehen. Da kann man eine Einführung der Grundverschlüsselung auf den neuen Eigentümer schieben ...