Zeit für ein Zwischenfazit:
Die Eingangsfrage dieses Threads:
woher die Daten für den EPG stammen, bzw. wer diese redaktionell bearbeitet?
konnte noch nicht beantwortet werden.
Das Problem, der unvollständigen Informationen im EPG zu Filmen und Serien hat nach meinen bescheidenen
Recherchen mehrere Ursachen.
1. Die TV-Sender
Klar, daß von dort die Infos kommen müssen was überhaupt gesendet wird. Viele Sender haben aber offensichtlich kein Interesse daran, ihren Kunden mitzuteilen was genau da zur Ausstrahlung kommt. Warum ist das so?
Ganz einfach gesagt: die Sender halten es lieber "geheim" welche Folge einer Serie gerade gesendet wird, damit es nicht so auffällt wenn sie Folgen einer Staffel weglassen oder die Reihenfolge verändern. Da wird auch mal gern eine neue Staffel angekündigt, dann werden 3 neue Folgen gesendet um anschließend erstmal ein halbes Jahr Wiederholungen zu zeigen.
Aktuelle Staffeln werden ohne jede Rücksicht auf die Story unterbrochen und wenn man "Glück" hat, fängt die Serie nach einem Jahr wieder von vorne an. Bei E01S01. Auch beliebt ist das Kürzen und Schneiden der Originalfolgen usw. usf.
Kurz: bei den TV-Sendern behandelt man Produkt und Kunden mit keinerlei Respekt.
Wenn man die genaue Episodennummer und die Originallänge der Sendungen wüßte, würde dieses Verhalten viel mehr Zuschauern auffallen. Wenn dann also 3 neue Folgen "Monk" gesendet werden und im Anschluß irgendwelche alten Folgen, würden viele Zuschauer bei der Wiederholung gar nicht erst einschalten. Man erhofft sich also von diesen Tricksereien bessere Quoten. Zu kurz gedacht, nach meiner Ansicht. Und Qualität sieht anders aus.
2. Der Standard in Deutschland
Es gibt in Deutschland keine einzige vernünftige Programmzeitschrift. Während z. B. in den USA das Programm in Heften von biblischen Ausmaßen vertrieben wird und man dort selbstverständlich informiert wird welche Folge einer Serie zur Sendung kommt, können wir hier zwischen ca. 50 verschiedenen TV-Zeitschriften wählen, die jedoch allesamt gleich grottenschlecht daherkommen. OK, wie oben unter 1. erwähnt geizen die Sender mit Infos, aber in dem Fall könnte und müsste etwas zur Anwendung kommen was hierzulande offenbar in Vergessenheit geraten ist, nämlich eigene, journalistische Recherche. Aber die Herrschaften in den Redaktionen sind ja damit beschäftigt Berichte über die Tiefsee oder Freizeitparks von irgendwoher zu kopieren und einzufügen.
Das eigentliche Kerngeschäft, das Berichten über das TV-Programm wird in absurder Weise vernachlässigt.
Warum ist das so? Ich habe schon mehrfach gehört, daß TV-Sender den Zeischriften drohen sie mit keinerlei Infos mehr zu versorgen wenn ihre Berichterstattung nicht genehm ist. Also wird alles so gedruckt wie es vom Sender auf den Rechner kommt und der Rest der Zeitung wird mit Artikeln auf unterstem Dumpfbackenniveau gefüllt.
Offenbar hat kein deutscher Herausgeber die Eier, auf diesem Sektor ein unabhängiges Produkt auf den Markt zu bringen und gegen den Widerstand der Sender gute journalistische Qualität abzuliefern. (Kommt mir von irgendwo her bekannt vor :smile: )
Wenn also nun auf unserer HD-Box ein guter EPG zu finden wäre, dann wäre der besser als jede deutsche TV-Zeitschrift.
Daraus folgt, es existieren starke wirtschaftliche Interessen dafür zu sorgen, daß der EPG von so schlechter Qualtät ist wie er uns im Augenblick geboten wird.
3. Der Provider
In diesem Fall Unitymedia. Dort wird nicht wenig Geld für die Daten des EPGs bezahlt. (An wen habe ich bisher immer noch nicht rausfinden können.) Kundenorientiertes Qualitätsmanagment findet nicht statt. Braucht man ja auch nicht, wenn man eine Quasi-Monopolstellung inne hat. Glaubt man zumindest bei UM, die sich verhält wie einst die Post als sie noch Monopolist und eine Behörde war.
UM könnte seinen EPG-Daten-Lieferanten auf die Füße treten und bessere Qualtät verlangen.
Warum sollten sie das tun? Zum Beispiel wenn der Kunde, also wir, murren.
Ich kann mich allerdings nicht des Eindrucks erwehren, daß es UM ziemlich piepegal ist was der Kunde will.
Wie kann man das ändern? Die Politik muß diese Situation ändern.
Freie Kabelanbieterwahl für jeden Bürger!
Was bei den Stromversorgern geht, sollte im Informationszeitalter auch beim Kabel möglich sein.
Dann hätten die Beschwerden der Kunden endlich den Stellenwert der ihnen für ihr Geld zusteht.
Ohne direkte Konkurrenz im Marktsegment wird sich UM weiterhin so verhalten wie der EPG: träge und kundenunfreundlich