Es kann doch aber nicht sein, dass hier auf der einen Seite gemeckert wird, dass die ÖR zu viel Sendezeit mit Formaten bestücken, die viele Leute gucken ("Rote Rosen", "Leute heute", Musikantenstadel, Konzerte von Andre Rieu,...) und dann auf der anderen Seite beklagen, dass die ÖR zu wenig sende würden, was viele Zuschauer interessiere. Es ist doch ganz klar, dass es extrem schwer ist, ein Programm zu gestalten, das alles Zuschauern gefällt. Wenn den ganzen Tag nur Dokumentationen laufen würden, würde doch auch keiner einschalten. Wie hoch sind den die Quoten von arte, 3sat, Phoenix? Wie hoch ist denn der Marktanteil von EinsExtra (aktuell) wo tagesschau Nachrichten im 15-Minuten Takt gezeigt werden? Vermutlich in einem Bereich unter 0,5%. Dennoch verzeichnen Das Erste und das ZDF noch vor RTL am gesamt Markt die höchsten Einschaltzahlen. Was doch bedeuten, ein Großteil der Fernsehzuschauer schätzen das dort laufenden Programm. Die Sachen, auf die sich die ÖR aber nach Meinung etlicher konzentrieren sollte, ist ein Nische für ganz ganz wenige Leute. Und wenn man jetzt anfängt auf mögliche Geldverschwendungen einzugehen, dann muss man die Programmkosten durch die Zuschauerzahl teilen. Und da ist EinsExtra und arte vermutlich teurer als Das Erste. Es will ja nicht jeder nur Nachrichten schauen oder nur Dokumentationen über süchilenische Töpfer sehen. Das was auf RTL und Sat.1 gezeigt wird, ist aber auch viel zu dumm. Daher nimmt man seichte Unterhaltung eben auch gerne auf den ersten beiden Sendern in Kauf. Eine andere Sache ist dann z.B. zdf_neo und EinsFestival, die beide aktuelle oder ältere US-Serien zeigen; zum Ärger der Privatsender. Doch würden etliche dieser Serien eh nur entweder auf zdf_neo oder im PayTV laufen und für die Privaten "zu anspruchsvoll" sein. Daher erhält diese Strategie von mir auch Unterstützung. Große Budgets haben zdf_neo und die anderen Digitalkanäle eh nicht, so dass RTL oder ProSieben den Rechtekauf nicht leisten könnten.