Ob die 6360 tatsächlich so buggy ist oder man in solchen Foren nur den Eindruck gewinnt, weil eben weit mehr Problemfälle gepostet werden als happy camper storys, sei dahingestellt.
Ab einer gewissen Häufung von Meldungen unter Miteinbeziehung des technischen Sachverstandes der Meldenden, kann man schon vom Regelfall ausgehen.
Die bekannte Qualität der Witz!Boxen läßt es auch als unwahrscheinlich erscheinen, daß an den Meldungen nichts dran ist. AVM hat schon immer primär durch einfache Bedienung und weniger durch Leistungsfähigkeit/Qualität gepunktet. Das war schon bei den ISDN-Karten so und zieht sich durch die Generationen von Witz!Boxen durch.
Die Fritz!Card ISDN punktete durch das bunte Maskottchen und drei hypsche Klickfenster mehr unter Windows 95, einem Betriebssystem, das eigentlich gar nicht geeignet war, um es mit passiven ISDN-Karten zu benutzen. Gleichzeitig glänzten die Fritz!Cards durch Abwesenheit von OS/2-Treibern.
Teles hatte mit seiner "S0"-Karte da - trotz besserem Treibersupport - das Nachsehen: Weniger Klickibunti und Updates der Win95-Treiber kosteten jeweils ca. 2 DM (Per Download von einer 0190-Nummer).
Von HST Saphir und Diehl Divas ganz zu schweigen. Die waren besser verarbeitet, hatten den besseren Treibersupport, aber leider auch etwas zu wenig rot/grün/blau für den WinDOS-Dummuser.
Bei den Witz!Boxen für DSL geht es dann weiter:
Die waren auch immer auf Kante genäht. Getreu der Devise "Für Deutsche reicht das." war das DSL-Modem so schlecht ausgelegt, daß es für die massiv unter Potential laufenden T-DSL-Anschlüsse gerade so eben reichte, was sich nun für Besitzer von Witz!Boxen <=7270v1 rächt. Die bringen an RAM-fähigen (Ratenadaptiver Modus) Anschlüssen nicht das, was die Leitung könnte.
Hinzu kommt, daß die Witz!Boxen auch in jeder anderen Hinsicht extrem leistungsarm sind: WLAN = naja, DECT = unter aller Kanone, CPU = reden wir nicht darüber.
Der Betrieb als DECT-Basis funktioniert in kleinen Mietwohnungen, vielleicht noch in Altbau-Knusperhütten, aber in richtigen Häusern aus Stein, Beton und Moniereisen ist das eine Spielerei, da muß ein Gigaset als richtige Basis her. WLAN-Reichweite <5m im Neubau, denken wir uns den Rest. Die CPU ist völlig überfordert mit dem Handling vieler gleichzeitiger Verbindungen (Wie in p2p-Netzen üblich) und bringt die Box zum Neustarten. Reicht für Anfänger - weil Windows lange selber die Anzahl der gleichzeitig halboffenen Verbindungen begrenzt und somit die Witz!Box davor geschützt hat, übel aufzufallen - ist aber ein Witz für fortgeschrittene Benutzer.
Ein Oberwitz ist, daß die Witz!Boxen nach wie vor nicht in der Lage sind, sich den DNS-Server vom Benutzer sagen zu lassen. Das konnte selbst Windows 95 ... und mußte es können, weil die Zuteilung des DNS per DHCP zu Beginn gar nicht üblich war und lokal eingestellt werden mußte. Es ist ja auch nicht so, daß niemand
OpenDNS oder
Google DNS verwenden möchte. OpenDNS hat ja nur 20 Mio Kunden ... Gerade hier im Deutschen Reich möchte ich nicht auf DNS-Server angewiesen sein, die sich im direkten Zugriff der Gestapo befinden. Die entsprechenden Sperren sind ja nun nicht abwegig, sondern waren sogar schon im Reichstag beschlossen.
Also: Es fügt sich nahtlos ins Bild ein, daß AVM die CPU-Belastung eines Kabel-Routers völlig unterschätzt hat und jetzt rummurkst, um die 6360 passend zu bremsen. Daß es Dutzende von Idioten gibt, die ihre Witz!Box 6360 unsachgemäß verwenden, paßt da deutlich schlechter.
Bei der 6360 kommt ja auch noch ein gravierender Nachteil ggü. anderen Witz!Boxen hinzu: Die fehlenden Funktionen und ein paar nette Spielereien kann man bei den DSL-Kisten selber hinzufügen. In Verbindung mit dnsmasq kann die Witz!Box ja auch eigene DNS-Server, mit cccam und/oder oscam auch Card-Sharing. Wenn man es schafft, sich mit der geringen Leistung abzufinden, wird die Witz!Box damit einigermaßen witzig ... aber mit der 6360 guckt man sich leider die Einschränkungen so an, wie ein Schwein das Uhrwerk. Einen eigenen Router hinter die 6360 klemmen? Nur mit Einschränkungen (Nur als "exposed host", einen reinen Modem-Betrieb kennt die 6360 per Firmware nicht) möglich ...
IPv6? Solange der Zwangs-UM-DNS keine IPv6-Abfragen kann: Nur mit Einschränkungen, denn wie will man den IPv6-tauglichen DNS reinkriegen? freetzen kann man ja nicht, um dnsmasq einzubauen ...
Also ich würde jedem empfehlen, von der 6360 Abstand zu nehmen, auch bei Telefon Plus auf ein nacktes Cisco-Modem zu bestehen und stattdessen einen eigenen Router anzuklemmen. Der Betrieb im Modus "Internet über LAN1" hat an sich auch nette Vorteile, z.B. auch den, daß man providerunabhängig ist. Einfach ein anderes Modem (Glasfaser, VDSL, ....) vorschalten, fettich.