Natürlich bin ich davon ausgegangen das die Kanäle im Segment dann auch auf 24 erhöht werden würden.
macht sehr wohl einen unterschied ob sich 100 leute 8 Kanäle (400mbit) teilen oder eben 24 Kanäle(1,2Gbit).
Richtig, das habe ich ja auch nicht bestritten, sondern sogar bestätigt.
Wird schon seine grund haben wieso diese Box mehr Kanäle unterstützt, warten wirs ab.
Ganz einfach, damit werden höhere Bandbreiten möglich, mit der Fritz!Box 6360 ist bei 150 MBit/s einfach Schluß:
Bei 200 MBit/s wäre ja schon keine Reserve mehr vorhanden, was bedeutet, daß diese nur erreicht werden könnten, solange
kein anderer Kunde sein Internet auf einem der Kanäle gerade nutzt. Bei 150 MBit/s auf 4 Kanälen darf aber bereits ein Kanal komplett ausgelastet sein oder eben alle 4 zu je gut 20% und trotzdem sind die 150 MBit/s noch nutzbar.
Mit einer Box mit 8 Kanälen (~400MBit/s gesamt) könnte man dann auch noch Tarife mit 300 MBit/s anbieten oder bei 24 Kanälen (1,2 GBit/s) eben 1 GBit.
Aber wie Du es auch drehst und wendest: Mehr Kanäle durch das Modem nutzen zu lassen bringen fast gar nichts wenn eh schon alle Kanäle im Cluster überlastet sind, denn in demselben Maße in dem Du bei doppelter Kanalanzahl auf "neue" Kanäle ausweichen könntest, würden das die Modems der anderen Kunden mit dann ebenfalls doppelter Kanalzahl auch mit den Kanälen tun, auf denen vorher nicht sie wohl aber Du übertragen hast ...
Rechnung Fall 3:
Jeder Benutzer hängt an 24 Kanälen a 50 MBit/s, also 1200 MBit/s total.
Diese teilt er sich mit den anderen 100 Benutzern im Segment, die dieselben Kanäle nutzen, d.h. 1200 MBit/s / 100 Benutzer = 12 MBit/s / Benutzer
wäre im Worst case also schonmal die 3 fache Bandbreite.
Damit hast Du aber eben nur eine Kapazitätserweiterung vorgerechnet.
An dieser Rechnung ändert sich nämlich nichts, wenn all diese Kunden auch weiterhin nur jeweils 4 Kanäle nutzen könnten:
Der Cluster hängt an 24 Kanälen a 50 MBit/s, also 1200 MBit/s total.
Die 100 Benutzer werden gleichmäßig auf die Kanäle aufgeteilt, also gibt es pro Vierergruppe 100/6 (24 = 6*4) Benutzer, also im Schnitt 16,667 Benutzer:
4 Kanäle a 50 MBit/s = 200 MBit/s.
200 MBit/s / 16,667 Benutzer = 12 MBit/s / Benutzer ...
Das eigentliche Kernproblem ist und bleibt in einem überbuchten Cluster das Mißverhältnis von zur Verfügung stehender Gesamtbandbreite einerseits und gebuchter (und vor allem genutzter) Bandbreite andererseits.
Rechnerisch ist es völlig egal, wie sich die Modems auf die überlasteten Kanäle verteilen.
Nehmen wir mal den Extremfall von vier Powersaugern mit je einer 150 MBit/s-Leitung, die 24/7
wget -m http://das.gesamte.net -O /dev/null
laufen lassen.
Diese werden auf die derzeit vorhandenen 12 Kanäle wie folgt verteilt:
Powersauger 1: Kanäle 1, 2, 3 und 4
Powersauger 2: Kanäle 4, 5, 6 und 7
Powersauger 3: Kanäle 7, 8, 9 und 10
Powersauger 4: Kanäle 10, 11, 12 und 1
Da alle Powersauger die Leitung permanent zum Glühen bringen, ist der Kanal hinter dem "und" jeweils zu vernachlässigen, da dort schon ein anderer Powersauger lädt, auf den jeweils ersten drei ist er aber allein.
Jeder Powersauger kann nun die vollen 150 MBit/s nutzen, aber kein weiterer Benutzer könnte in dem Cluster jemals 150 MBit/s erzielen, völlig egal, ob er dazu die Kanäle 1+4+7+10, 2+3+8+11, 3+6+9+12 oder 2+4+9+10 oder eben die 8 Kanäle 1+2+4+5+7+8+10+11 oder auch alle 12 nutzt, die sind nämlich alle schon auf Anschlag belastet.
An dieser Betrachtung ändert sich auch rein gar nichts, wenn man den Benutzern nun 8 Kanäle gibt:
Powersauger 1: Kanäle 1, 2, 3 und 4-8
Powersauger 2: Kanäle 4, 5, 6 und 7-11
Powersauger 3: Kanäle 7, 8, 9 und 10-12,1+2
Powersauger 4: Kanäle 10, 11, 12 und 1-5
Siehst Du den
nur nominellen Unterschied?
In der Praxis werden die Modems der Powersauger die Last natürlich deutlich gleichmäßiger auf die Kanäle verteilen, aber die
Gesamtlast an sich bleibt
unverändert, egal ob Du jeweils 4, 8 oder 12 Kanäle zuteilst.
Außerdem würde ein zusätzlicher Benutzer natürlich nicht mit 0 MBit/s enden, sondern es würden alle Benutzer gleichmäßig beschnitten.
Bei idealer Verteilung der Modems auf die Kanäle verteilt sich der Traffic wie Wasser: Gleichmäßig über alle Rohre/Kanäle. Du kannst Wasser nicht eckig ausgießen.
Und egal ob Du die jeweils 1,5l Wasser aus je 4 Suppen-, 8 Kaffeetassen oder 24 Espressotassen in die Rohre kippst, es sind und bleiben je 1,5l und wenn so viele Leute kippen, daß die Kapazität der Rohre überschritten wird, kommt es zum Rückstau, egal womit sie kippen.
Da helfen dann eben nur mehr Rohre oder weniger "Auskipper" je Rohrbündel ...
Bei mir waren anfangs nur 4 Kanäle im DS geschaltet und da kam es Abends dann zu Speed problemen
Nach der aufschaltung von 8 waren diese verschwunden.
Dann kann der Cluster aber auch nicht völlig überlastet sein.
Da müssen also Rohre gewesen sein, in die weniger Leute weniger Wasser gekippt haben als ins restliche Rohrbündel. Hätte man Dich mit Deinen 4 Suppentassen einfach nur näher an diese Rohre gestellt, dann hättest Du Dein Wasser ebenfalls besser rausbekommen.
Ich sage übrigens auch nicht, daß 8, 12, 16, 20 oder 24 Kanäle statt nur 4 rein gar nichts bringen, daher ja auch immer das "fast":
Da die Powersauger aus dem Rechenexempel so nicht existieren und selbst der größte Powersauger nicht nach /dev/null zieht, den Kram irgendwann auch löschen oder umkopieren muß, usw. usf., gibt es natürlich immer auf allen Kanälen gewisse Schwankungen. Je mehr Kanäle das eigene Modem nutzt, desto höhere Chancen hat es, doch noch einen Kanal zu finden, wo etwas durch paßt.
Das reicht, um bei ordentlicher Bebuchung des Clusters allen Kunden zu jeder Zeit gefühlt die Geschwindigkeit zu ermöglichen, die sie gebucht haben (Was bei zeitgleichem Vollzugriff niemals geht, übrigens auch nicht bei DSL). Eine komplette Überlastung des Clusters kannst Du damit aber eben nicht beheben: Ob Du aus 8 Kanälen je 0,25% Restkapazität kriegst oder aus 4 Kanälen je 0,5% ist und bleibt unerheblich.