Meine Erfahrung ist halt, dass die getesteten kostenlosen Tunnelbroker nur eine sehr begrenzte Bandbreite ermöglichen.
Begrenzt ist relativ:
Dieser Test-Server scheint auch IPv4-mäßig nicht viel drauf zu haben.
Und solange der große "Speedtest.net" nicht den Großteil der Testserver IPv6-tauglich macht, laufen natürlich sämtliche IPv6-Speedtests über eine sehr überschaubare Anzahl an Testservern ...
Mach diesen Test 20x und Du erhältst 25 verschiedene, teils eklatant widersprüchlich Ergebnisse.
Letztendlich isses aber auch schnuppe, was bei so einem Speedtest rauskommt:
Selbst wenn es nur 50 MBit/s (Bei einer einzigen Verbindung) wären, so reicht das immer noch locker und drei Tage für HD-Streaming. Da man am Computer seltenst nur eine einzige Verbindung aufrecht erhält, ist das Ergebnis für eine einzige sowieso irrelevant.
Und selbst bei Bevorzugung von IPv6 vor IPv4 (Was bei einem 6in4-Tunnel passiert), laufen ja immer noch die Verbindungen zu IPv4-only-Servern
nicht über diesen Tunnel, sind also auch nicht von dessen eventueller Bandbreitenlimitierung betroffen.
Und bis zu dem Zeitpunkt, an dem nahezu alle Server eine Dual-Stack- oder gar IPv6-only-Anbindung haben, wird dann hoffentlich auch der eigene Provider natives IPv6 zur Verfügung stellen können, so daß der Tunnel dann gar nicht mehr genutzt wird.
Die Frage nach der maximalen Bandbreite des 6in4-Tunnels ist also eine über ungelegte Eier.
Bei 6-to-4 werden die IPv6-Geräte nur so lange in ein IPv4-Paket eingepackt, bis sie den nächsten Router erreichen, der auch IPv4 kann.
Anders herum:
Es werden die IPv6-Pakete immer nur so lange in IPv4-Paketen transportiert, bis sie beim Gateway sind, das dann beides kann und die IPv6-Pakete über IPv6 weiterleitet.
In diesem Falle bedeutet der Einsatz von 6-to-4, dass der ganze IPv6-Traffic sowieso nach dem zweiten Hop - noch beim ISP - dann über IPv6 weiter übertragen wird, was in diesem Falle einwandfrei funktioniert.
Das ist das grundsätzliche Problem bei 6to4: Du weißt einfach nicht, wer das Gateway betreibt, wie er überhaupt angebunden ist und wo er sich befindet.
Wenn man Glück hat, befindet sich das Gateway beim selben Provider und ist fett angebunden, wenn man Pech hat ...
Bei 6in4 entscheidest Du selber, welches Gateway/welchen PoP Du nutzt. Du kannst natürlich ganz geistreich einen in Hong Kong oder Peking nehmen, sinnvoller ist es allerdings, man nutzt einen geographisch und topologisch nahen. Bei Hurricane Electric/Tunnelbroker wäre das z.B. für deutsche Nutzer sinniger Weise Frankfurt, wo eh 98% des eigenen Traffics durch müssen.
Ein richtiger Provider selber würde auch gar nicht mit 6to4 arbeiten, sondern zumindest mit
6rd (Wenn er schon kein natives IPv6 auf die Kette kriegt).
Das macht z.B. Vaderphone.
Wenn man nun aber weiß, daß man mit 6to4 entweder ein Zufalls-Gateway oder ein Gateway eines Blödmannsgehilfen-Providers wie dem Deiner Firma oder Unitymedia/KabelBW nutzt, dann weiß man auch, daß man es nicht ernsthaft nutzen möchte, sondern wirklich nur als allerletzten Ausweg (aber immer noch knapp vor IPv4-only).