Wenn ich das nun aber richtig erkannt habe, kann ich im Router nur die ipv6 Firewall AN oder AUS schalten.
Diese Aussage bezog sich auf das TC7200 und ist so auch nicht mehr korrekt.
Beim TC7200 verhält es sich wohl so, daß man beim Anlegen einer IPv4-Freigabe gleichzeitig auch eine IPv6-Freigabe bekommt.
Da man die richtige IPv6 aber nicht eintragen kann, bleibt nur "leer lassen", so daß der freigegebene Port dann für alle Geräte freigegeben wird.
Wenn man für seinen Server auf Gerät x nun einen wilden Nicht-Standardport a la 23697 nutzt, der auf keinem anderen Gerät a,b,c,d,...,z im LAN von einem Dienst genutzt wird, dann ist das hinnehmbar.
Ob das beim ÜBEL EVIL genauso funktioniert, weiß ich nicht.
Hat mit diesem Router schon jemand einen Homeserver aufgesetzt?
Wie hoch schätzt ihr das Risiko ein für den Fall, dass Endgeräte hinter dem Router nur durch die eigene Firewall geschützt werden?
Riesig.
Ein privates LAN ist heutzutage voll von irgendwelchen Geräten, auf denen auch oft genug irgendwelche Server laufen, die einem auf den ersten Blick gar nicht bewußt sind.
Mal angenommen, Du stellst Dir einen Rechner als Web-Server hin, richtest den gut und sicher ein und gibst dann Port 80 und Port 443 im ÜBEL EVIL frei, dann wirst Du Dich früher oder später wundern, wieso Deine IP-Cam ohne Dein Zutun schwenkt, Dir jemand die Sender am Receiver verstellt, es auf einmal tierisch heiß/kalt in der Bude wird, Deine Stereoanlage Dir die Ohren wegbrüllt, oder oder oder.
Überleg einfach mal, in wie vielen Geräte Du Netzwerkkabel gesteckt oder ein WLAN eingerichtet hast und auch, welche da noch hinzukommen könnten.
Vielleicht erinnerst Du Dich ja auch noch daran, als Du Deinen Windows-PC das erste Mal ins Netz eingestöpselt hast. Da wird der gefragt haben, ob das ein öffentliches Netz oder ein Heimnetz ist ...
Diese Entscheidung hat dann dazu geführt, daß er entweder seine Freigaben gegenüber dem Netz abschottet (Öffentliches Netz) oder offen läßt (Heimnetz). Es handelt sich also tatsächlich um die Auswahl einer Firewall-Politik.
Würdest Du nun die Firewall Deines Routers abschalten, dann müßtest Du im Endeffekt auch diese Entscheidung revidieren und auf "öffentliches Netz" ändern und zwar an jedem Deiner PCs.
Damit wiederum opferst Du viel von dem Komfort, den die entspanntere Firewall-Politik "Heimnetz" mit sich brachte ...
Ganz davon abgesehen, daß viele Geräte gar keine eigene Firewall haben, weil sie gar nicht für den Einsatz in offenen Netzen sondern wirklich nur für geschlossene Heimnetze konzipiert sind.
Die Zeiten, in denen wirklich nur 1-2 PCs im LAN hingen sind lange vorbei, heute tummeln sich da auch
- Kabel-/Sat-Receiver
- IPTV-Receiver
- Smartphones und Tablets
- AV-Receiver (Hifi-Receiver)
- sonstiger Multimedia-Kram (DLNA-Server usw.)
- IP-Cams
- Heizungssteuerungen und Hausautomatisierung
- Spielekonsolen
- usw. usf.
Fast alle der genannten Geräte sind im Heimnetz schutzlos, weil sie für ein durch einen Router abgesichertes Heimnetz konzipiert sind und vor den Zugriff auf sich selber im Sinne der Benutzerfreundlichkeit keine Hürden gestellt haben oder bestenfalls eine Passwortabfrage, die nur als Kindersicherung gedacht ist aber einem Beschuß aus dem Netz keine Minute standhält.
In wenigen Jahren wird eine dumme Entscheidung bei der Router-Konfiguration
endlich nicht mehr nur zu Spam für Andere sondern auch zum Abtauen der eigenen Gefriertruhe, der Wahl von 95°C-Kochwäsche für die Dessous der Frau, der Einstellung "Sauna" oder "Permafrost" an der Heizungsanlage, einer gigantischen Nachbestellung seitens des Kühlschranks beim örtlichen Lebensmittelhändler, usw. usf. führen.