was können die hier gelernt haben? Denen gehört das Netz doch erst seit 2019
Das "Closing" war im Aug. 2019, aber sein eine Milliardentransaktion (18,4) plant man lange im Voraus indem man das zu erwerbende Unternehmen komplett auditiert (Due Dilligence) : das dauert Monate wenn nicht Jahre und wenn man noch den ganzen kartellrechtlichen Kram dazu rechnet (auf Bundesebene und europäischer Ebene) war Vodafone aller spätestens ein Jahr bis 18 Monate davor schon im Bild wie UM aussieht schätze ich mal (
Hier ist die Rede von Mai 2018)
Der Zustand vom UM Netz ist sowieso kein Geheimnis, Liberty Global hat die allermindeste in das Unternehmen investiert, hat Milliarden jedes Jahr abgeschöpft (siehe den verlinkten Artikel, LG hat UM wie eine Weihnachtsgans ausgenommen) und hat es für das 6-fache an VF weiterverkauft.
DOCSIS 3.1 war für Vodafone strategisch im UM Netz das Übergangsprodukt, das Produkt mit dem neuen Branding und durch diesen Lockvogel ist die Kundenbasis stabilisiert worden (neue Verträge und neue vertragliche Bindungen). Das das oft nicht funktioniert hat man über Monate nachträglich korrigiert. Ich habe im letzten Aug. bei mir ein inhouse Techniker von Vodafone zuhause als überhaupt kein OFDM ging (einer alter Hase, ist noch mit KabelBW Papier herumgelaufen, m.E hochkompetent und super freundlich). Er war von der Situation total angewidert, er rannte den ganzen Tag von einer Tiefbaumaßnahme zur nächsten und wurde von wütenden Kunden zusammengesch***en und meine das VF in meiner Straße DOCSIS 3.1 überhaupt nicht anbieten hätte können.
Das Netz hat es in vielen Gegenden einfach nicht hergegeben und sogar die Hardware war nicht fertig bzw. das Firmware der VF-Station wurde mit einer heißen Nadel gestrickt (ich kann davon berichten, Packet Loss, crashes, komische Bug in der Weboberfläche, Einstellung die verschwinden, keine DHCP oder DNS Einstellung usw...) , ich habe die Kiste drei Monate gehabt und dagegen war die ConnectBox ein echtes Stabilitätswunder) aber man hat alles gnadenlos auf den Markt gebracht auf "Kosten" des Kunden.
UM betriebt überhaupt kein Stakeholdermanagement. Ich habe ein Paar Jahre im Kabel Tiefbau gearbeitet und jedes mal das wir eine Trasse erneuerten oder neu projektierten kamen alle angerannt (Stadtwerke, Telekom, Städte, Landkreise) und wollten zusätzliche ein Paar Leerrohre für spätere Nutzung oder Glasfaserausbau gelegt haben (so ein grünes Leerrohr kostet halt ein Paar Euro pro lfd/m, der Tiefbau ist sündenhaft teuer).
Bei uns wurde im Zuge eines Schulneubau die Straße (ca. 500m) komplett aufgerissen, die Stadtwerke haben die Stromverteilung komplett neu ausgelegt inkl. Mittelspannung, die Unitymedia Abzweiger lagen Wochen / Monate offen und machten einen echten vergammelten Eindruck aber wurde so einfach wieder eingebuddelt. Selbe im Stadtzentrum, komplette Fußgängerzone wurde renoviert, die Telekom hat überall FTTH/B in die Straßen gelegt... UM hat es nicht interessiert.
Ist halt so, aber wenn man so ein Netz au Verschließ fährt muss man nicht den Anspruch haben super moderne Standards auszurollen und sich als die Lösung für den Breitbandausbau in Deutschland auszugeben.