ich kann den Thread-Ersteller verstehen. UM verkauft Diesel und Benzin Autos und an ihrer Tankstelle verkaufen sie aber nur Benzin. Wenn ich jetzt mein Diesel-Auto tanken will muss ich eine extra-Gebühr bezahlen.
... um bei dem Beispiel zu bleiben: Unitymedia verkauft grundsätzlich nur Dieselfahrzeuge. Auf besonderen Wunsch sind aber auch Benzinfahrzeuge zu haben. An der Tankstelle ist der Diesel billiger, weil die Abgabenlast bei Benzin höher ist (höhere Mineralölsteuer). Mit den Ixx-Karten verhält sich das genauso, denn die hier müssen Entgelte an andere Unternehmen gezahlt werden (u.a. Sky, Kabel Deutschland und Betaresearch). Die zusätzlichen Entgelte fallen pro Karte an. Bei den UMxx-Karten zahlt Unitymedia einen pauschalen Betrag an Nagravision und nicht pro ausgegebener Smartcard.
Die Mehrkosten für die Nutzung der Ixx-Karten werden zum Teil auf die Kunden umgelegt, die eine entsprechende Karte nutzen wollen.
Auf den UMxx-Karten kann grundsätzlich auch das Sky-Angebot genutzt werden. Allerdings dürfte das für Sky nicht kostenlos sein. Es ist deshalb auch nicht unbedingt verwunderlich, dass Sky aktuell ein wenig rumzickt, was die Freischaltung auf UMxx-Karten angeht.
UM könnte außerdem wenigstens so fair sein und ihm nur die 1,10€ Differenz berechnen wenn er die UM02 Smartcard wieder zurück gibt.
Außerdem frag ich mich wieso andere Kabelanbieter nicht so hohe Gebühren für extra Smartcards verlangen bzw. wieso deren Smartcards alle in anderen Receivern funktionieren.
Wir brauchen ein Gesetz wie in der Schweiz, freie Receiverwahl für alle!!!!
... die UMxx-Karten sind nunmal die Standardkarten. Wer einen entsprechenden Vertrag abschliesst, hat sich nunmal an den Vertrag zu halten.
Bei anderen Kabelnetzbetreibern können die Smartcards auch nicht in einem x-beliebigen Receiver genutzt werden. Bei Kabel BW gibt es beispielsweise nur einen Smartcardtyp, der nur in bestimmten Premiere-Receiver genutzt werden kann und das auch nur nach einem speziellen Softwareupdate. Ansonsten gehen grundsätzlich nur proprietäre Kabel BW-Receiver.
Bei Kabel Deutschland sieht das etwas anders aus, was auch historisch bedingt ist. Premiere hatte in den (Ex-)Telekomnetzen nie eigene Smartcards ausgegeben. Anfangs wurden die Karten von der Deutschen Telekom ausgegeben. Im Zuge des Verkaufs der Kabelnetze hatte die Deutsche Telekom die MSG gegründet, die inzwischen in Kabel Deutschland integriert wurde.
Davon mal abgesehen kann man bei Unitymedia sehr wohl seinen Wunschreceiver nutzen. Der Receiver benötigt lediglich eine CI-Schnittstelle. Im Gegensatz zu Kabel BW und Kabel Deutschland ist die Nutzung eines CI-Moduls durchaus massentauglich.
Es wird ein Alphacrypt Classic Modul benötigt. In dieses Modul steckt man die Smartcard und das ganze wird in die PCMCIA-Schnittstelle des Receivers bzw. iDTV-Gerät gesteckt. Ohne weiteres Zutun können dann die beauftragten Services angeschaut werden.
Da man keine bestimmte Software auf das Modul flashen muss, werden keine Computerkenntnisse benötigt. Bei Kabel Deutschland muß bei dem Standard-Kartentyp 'D09' das Alphacrypt-Modul eine bestimmte Software-Version haben. Außerdem bekommt man eine Smartcard nur dann, wenn die Seriennummer eines geeigneten Receiver genannt wird.
Im Netz von Kabel Deutschland kommt in Verbindung mit einem Sky-Abo der Kartentyp 'D02' zum Einsatz, die im Alphacrypt Light funktioniert. Aber auch für ein Sky-Abo muß man mittels Angabe einer Seriennummer einen geeigneten Receiver nachweisen.
Bei Unitymedia verstösst die Nutzung nicht gegen die AGB, da hier die Nutzung bestimmter Receiver nicht vorgeschrieben wird.
Bei Kabel Deutschland, Kabel BW und auch bei Sky wird in den AGB die Nutzung bestimmter Receiver vorgeschrieben. Im Gegensatz zu Unitymedia behalten sich diese Anbieter in ihren AGB auch eine Verheiratung von Receiver und Smartcard (Pairing) vor.
Das von dir erwähnte Gesetz in der Schweiz läuft auf CI+ hinaus. Eine Auferlegung einer CI 1.0-Lösung wäre eine Benachteiligugng der Kabelanbieter gegenüber Anbieter von IPTV.
In Deutschland würde das nicht anders sein. Eine Einführung zum jetzigen Zeitpunkt wäre etwas ungünstig, denn auch hier würde das auf CI plus hinauslaufen.
Da bei CI plus nur das DRM eines einzigen Anbieters zum Einsatz kommt, würde man diesen Anbieter per Gesetz zu einer beträchtlichen Marktmacht verhelfen.
Die schweizer cablecom wird mit Inkrafttreten der Gesetzesänderung primär auf proprietäre Receiver setzen. Die cablecom setzt zusätzlich auf CIplus, weil sie mehr oder weniger per Gesetz dazu gezwungen werden ...