- viel Traffic über Nacht abwickeln - sinnvoll oder egal? Beitrag #1
Karl Ranseier
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Eins vorweg: ich war mir echt nicht sicher, in welches Forum das hier am besten passt. Bitte ruhig verschieben.
Das Thema richtet sich etwas mehr an DOCSIS Techniker und Backbone Netzwerker, aber es kann ruhig jeder seinen Senf abgeben
Ich versuchs kurz zu machen.
UM bietet den Inet Zugang als echte Flatrate an. Kunden mit sehr hohem Trafficaufkommen sind bei keinem ISP gern gesehen, da sie höhere Kosten verursachen.
Aber was genau treibt da die Kosten in die Höhe?
Meiner Theorie nach geht es garnicht so sehr um die Anzahl der übertragenen GB, und auch nicht so sehr um die Auslastung der Außenanbindung ans Inet, sondern eher um die netzinterne Auslastung zu Peakzeiten. Mit netzintern meine ich die "Kabel"-Netzabschnitte bei denen es um Koaxialkabel und DOCSIS geht, nicht um die Abschnitte wo es schon um LWL und Ethernet/ATM/whatever geht.
Während in den Abschnitten nahe am Zentrum/Backbone die Bandbreite quasi unbegrenzt und billig ist, ist sie nahe beim Kunden ja so knapp/teuer, dass sich diese zu Peakzeiten manchmal darum kloppen müssen.
Wenn jetzt ein Kunde jeden Monat 500GB verbrät, dann ist das eigentlich nicht wegen der Datenmenge so schlimm (die kostet UM umgerechnet vielleicht virtuelle 5€), sondern eher wegen der Auslastung der Koaxial/DOCSIS-Abschnitte. Zumal die Kunden ja immer höhere Bandbreiten haben, und so ein einziger Kunde immer mehr ins Gewicht fällt. Je mehr Kunden hohe Bandbreiten haben, und diese auch nutzen, desto eher muss so ein Segment gesplittet werden, weil die Bandbreite sonst zu Peakzeiten nicht für alle Kunden ausreicht. Und diese Splits sind recht teuer, schätze ich. Sowohl einmalig, als auch von den laufenden Kosten her.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Wenn meine Theorie halbwegs zutrifft, könnte man als böse Trafficsau UM doch zumindest entgegen kommen, indem man große Downloads "sozialverträglich" auf nachts verlegt. Da fällt der Traffic kaum ins Gewicht. Transits und Peers kosten eh jeden Monat das gleiche und sind nachts weniger ausgelastet, und man nimmt seinen "Nachbarn" auch keine Bandbreite weg, weil die meisten von denen schlafen (und nachts keine autom. Downloads durchführen).
Man trägt also dazu bei, den Gesamttraffic gleichmäßiger zu verteilen um Peaks abzufedern. Man erzeugt seinen Traffic also so, dass er kalkulatorisch so billig wie möglich ist, was aus UM-Sicht doch sicher zu begrüßen ist.
Man könnte also ohne schlechtes Gewissen richtig Gas geben, weil kein realer "Schaden" entsteht.
Wie gesagt: es geht mir im Kern um die Aussage: "nicht die Datenmenge kostet richtig Asche, sondern die Peakauslastung des schmalbandigsten Leitungsabschnitts."
Oder anders gesagt: Lieber von 3:00 - 9:00 27GB mit nur 10MBit/s saugen, als um 18:00 5GB mit 120MBit/s.
Also:
-Liege ich im Großen und Ganzen ungefähr richtig?
-Lohnt sich diese selbstlose Rücksichtnahme überhaupt? Oder kommen auf einen "Poweruser" eh 500 DAUs, die sich extra 120 MBit holen damit die Seiten schneller laden, so dass der Poweruser eh nur ein Furz im Wind ist, der von den anderen Kunden mehr als ausgeglichen wird?
Das Thema richtet sich etwas mehr an DOCSIS Techniker und Backbone Netzwerker, aber es kann ruhig jeder seinen Senf abgeben
Ich versuchs kurz zu machen.
UM bietet den Inet Zugang als echte Flatrate an. Kunden mit sehr hohem Trafficaufkommen sind bei keinem ISP gern gesehen, da sie höhere Kosten verursachen.
Aber was genau treibt da die Kosten in die Höhe?
Meiner Theorie nach geht es garnicht so sehr um die Anzahl der übertragenen GB, und auch nicht so sehr um die Auslastung der Außenanbindung ans Inet, sondern eher um die netzinterne Auslastung zu Peakzeiten. Mit netzintern meine ich die "Kabel"-Netzabschnitte bei denen es um Koaxialkabel und DOCSIS geht, nicht um die Abschnitte wo es schon um LWL und Ethernet/ATM/whatever geht.
Während in den Abschnitten nahe am Zentrum/Backbone die Bandbreite quasi unbegrenzt und billig ist, ist sie nahe beim Kunden ja so knapp/teuer, dass sich diese zu Peakzeiten manchmal darum kloppen müssen.
Wenn jetzt ein Kunde jeden Monat 500GB verbrät, dann ist das eigentlich nicht wegen der Datenmenge so schlimm (die kostet UM umgerechnet vielleicht virtuelle 5€), sondern eher wegen der Auslastung der Koaxial/DOCSIS-Abschnitte. Zumal die Kunden ja immer höhere Bandbreiten haben, und so ein einziger Kunde immer mehr ins Gewicht fällt. Je mehr Kunden hohe Bandbreiten haben, und diese auch nutzen, desto eher muss so ein Segment gesplittet werden, weil die Bandbreite sonst zu Peakzeiten nicht für alle Kunden ausreicht. Und diese Splits sind recht teuer, schätze ich. Sowohl einmalig, als auch von den laufenden Kosten her.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Wenn meine Theorie halbwegs zutrifft, könnte man als böse Trafficsau UM doch zumindest entgegen kommen, indem man große Downloads "sozialverträglich" auf nachts verlegt. Da fällt der Traffic kaum ins Gewicht. Transits und Peers kosten eh jeden Monat das gleiche und sind nachts weniger ausgelastet, und man nimmt seinen "Nachbarn" auch keine Bandbreite weg, weil die meisten von denen schlafen (und nachts keine autom. Downloads durchführen).
Man trägt also dazu bei, den Gesamttraffic gleichmäßiger zu verteilen um Peaks abzufedern. Man erzeugt seinen Traffic also so, dass er kalkulatorisch so billig wie möglich ist, was aus UM-Sicht doch sicher zu begrüßen ist.
Man könnte also ohne schlechtes Gewissen richtig Gas geben, weil kein realer "Schaden" entsteht.
Wie gesagt: es geht mir im Kern um die Aussage: "nicht die Datenmenge kostet richtig Asche, sondern die Peakauslastung des schmalbandigsten Leitungsabschnitts."
Oder anders gesagt: Lieber von 3:00 - 9:00 27GB mit nur 10MBit/s saugen, als um 18:00 5GB mit 120MBit/s.
Also:
-Liege ich im Großen und Ganzen ungefähr richtig?
-Lohnt sich diese selbstlose Rücksichtnahme überhaupt? Oder kommen auf einen "Poweruser" eh 500 DAUs, die sich extra 120 MBit holen damit die Seiten schneller laden, so dass der Poweruser eh nur ein Furz im Wind ist, der von den anderen Kunden mehr als ausgeglichen wird?