Ich fing also mit dem FTP Server an und fand heraus, dass dieser auch IPv6 unterstützt - juhu.
"Gleich mal lokal testen" dachte ich, scheiterte jedoch schon beim FTP Client.
FTPRush unterstützt IPv6 nicht... Nun ja, dann eben nach einem Client mit IPv6 Support gegoogled und fündig geworden.
FlashFXP Testversion -> juhu, ich komme via IPv6 auf meinem lokalen FTP Server!
Aber! - es geht auch bei FlashFXP nicht via dyndns, denn die wird bei FlashFXP wohl nur nach IPv4 aufgelöst, obwohl ein ping -6 auf meine dyndns die richtige IPv6 zurück gibt und auch funktioniert.
Man muss also die direkte IPv6 Adresse bei FlashFXP angeben!
Nun ging es daran diesen auch dem Rest der Welt zur Verfügung zu stellen, denn der IPv6 Portscan von subnetonline.com blieb natürlich rot.
Also fritz.box auf und mal schauen was man da so tun kann.
Ok, im normalen "Portfreigaben" Bereich geht schon mal nichts, denn da werden nur IPv4 Adressen akzeptiert...
Aber es gibt ja noch den Punkt Freigaben -> IPv6
Schnell stellte sich Ernüchterung ein, denn dieser Bereich ist wirklich sehr spartanisch gehalten.
Hat man noch keine Freigaben eingerichtet sieht mane eine leere Liste und die Möglichkeit eine neue Freigabe ein zu richten.
Gelesen, geklickt... Ein neuer Bereich mit einer Drop-Down Liste ein paar unserer lokalen Rechner, eine Textbox für einen Namen und 4 kleine für eine Interface-ID.
Natürlich war der Rechner, auf dem der FTP Server läuft, nicht in der Drop-Down Liste zu finden und da ich mit Interface-ID nichts anfangen konnte und die Hilfe dazu auch nichts hatte ging es mal wieder ans Suchen.
Erster Reflex: google -> fritzbox ipv6 interface-id
nun ja... paar Seiten durchsucht, paar Texte gelesen und so wirklich klar wurde es immer noch nicht.
Manch einer schlug vor die lokale MAC-Adresse zu ändern und dann Teile davon als Interface-ID ein zu tragen etc...
Also aufgegeben und selbst probiert:
Ich wählte einfach mal einen der vorhandenen Rechner aus der Drop-Down Liste, schwupp füllten sich die 4 Interface-ID felder mit HEX Werten und die Liste hatte einen Eintrag mit dem Rechner Namen und einer HEX Angabe in Form von ::12ab:34cd:56ef:78ab.
Aber was soll das sein?
Ich untersuchte den gewählten Rechner und versuchte diese Folge irgendwie aus der MAC zu lesen etc... Aber irgendwie alles Käse gewesen.
Aber dann, endlich eine Übereinstimmung!
Die HEX-Werte stimmen mit einem Teil der Verbindungslokale IPv6-Adresse unter Windows (7) überein.
Sie beginnt mit fe80 und dann kommt eben genau diese HEX-Werte Folge von oben.
Man muss hier mal erwähnen, dass man unter Windows 7 gleich mal 3 IPv6 Adressen unter ipconfig sieht.
IPv6-Adresse. . . . . . . . . . . : 2002:....
Temporäre IPv6-Adresse. . . . . . : 2002:...
Verbindungslokale IPv6-Adresse . : fe80::...
Naja, ok... Also besorgte ich mir die "Interface-ID" des Rechners mit dem FTP-Server und trug diese dann in der FritzBox ein.
Wieder zu subnetonline.com und natürlich erstmal die falsche IPv6 Adresse zum Testen genommen, nämlich die temporäre, da ich annahm, das wäre die, die sich ab und an mal ändert, wenn der Router neu verbindet.
Aber ok, mit der normalen, die man unter ipconfig als IPv6-Adresse findet kam ich dann durch!
Checked port xxxx on Host/IP 2002:...
The checked port (xxxx) is online/reachable!
Wahnsinn!
Also die gleiche Prozedur nochmal für den uTorrent Client Rechner, und auch da war das Ergebnis dann positiv :lovingeyes:
Aber...!! Bei der Dreambox und CCcam ging es dann nicht weiter.
Erstmal hatte die Box selbst gar keine IPv6 Adresse (FritzBox -> Heimnetz -> Geräte und Nutzer -> Dreambox Zeile -> Bearbeiten)
Google, dreambox ipv6, einiges lesen... ok, das wird gehen.
Via Telnet (erstmal noch in den Windows Funktionen den Telnet Client aktiviert) auf die Box, ping6 heise.de ging natürlich nicht.
Also, wie gelesen, opkg install kernel-module-ipv6, schon lief auch ping6.
Nun zeigt auch die FritzBox 2 v6 IPs der Dreambox, also wieder die "Interface-ID" extrahiert und in die Freigaben eingetragen...
Und siehe da: IPv6 Ping von subnetonline.com kommt an

Aber der Port bleibt trotzdem rot...
Und warum? Google brachte es ans Licht: CCcam unterstützt IPv6 nicht und so recht macht es nicht den Anschein, dass da etwas kommen könnte.
Fazit: 3x IPv4 Portforwarding, 2 davon IPv6 tauglich gemacht, einmal kurz vor dem Ziel gescheitert, halben Tag eines Studenten vebraucht.
-> Hersteller, Entwickler und User sind noch lange nicht voll IPv6 tauglich und sollten schnell anfangen sich darum zu kümmern.
Die nicht vorhandene Dokumentation zur Interface-ID in der FritzBox hat mich alleine schon Stunden gekostet...
Meinen bevorzugten FTP Client könnte ich dafür nicht nutzen und Cardsharing würde gar nicht mehr gehen. :wein:
Hoffentlich konnte ich hiermit einigen (Zwangs)Umsteigern etwas helfen, denn nicht jeder hat Lust/Zeit das alles selbst heraus zu finden.