@starchild-2006
... die Grundverschlüsselungspläne von Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1, Viacom und Eurosport sind nicht vom Tisch. Bei einer Grundverschlüsselung werden die Programme über eine Plattform weiterverbreitet. Der Plattformbetreiber ist dann gesetzlich dazu verpflichtet, den Programmveranstalter Urheberentgelte zu zahlen. Damit haben die Programmveranstalter eine zusätzliche Einnahmequelle. Im Kabel ist das schon seit Jahrzehnten Gang und Gäbe, auch bei der analogen Weiterverbreitung.
Die meisten deutschen privaten Programme werden von der Verwertungsgesellschaft vg-media vertreten. Der aktuelle Satz für die analoge Weiterverbreitung beträgt, sofern Einspeiseentgelte in Rechnung gestellt werden, 2,09 % der Bruttoumsätze, bei der digitalen Weiterverbreitung sind es 2,51 % und es würde mich nicht überraschen, wenn der Satz für die Weiterverbreitung vo HDTV-Programmen nochmals höher sein wird.
Über Sat verbreiten die Privaten ihre Programme selbst. Dadurch entgehen ihnen natürlich auch die Urheberentgelte. Man hat mit Entavio versucht eine Grundverschlüsselung durchzusetzen. Das Kartellamt hatte allerdings moniert, dass die beiden größten deutschen Sendergruppen zeitgleich ihre
bislang unverschlüsselt und kostenlos empfangenbaren Programme kostenpflichtig verschlüsseln wollten. Nach Ansicht des Kartellamt würden die beiden Sendergruppen ein Kartell bilden und mit der koordinierten Einführung der Grundverschlüsselung den Wettbewerb umgehen.
Bei der Einführung von HDTV ist die Sachlage jedoch ganz anders, denn derzeit gibt es von den großen Privaten noch keine HDTV-Programme. Hier hat das Kartellemt keine Möglichkeit die Grundverschlüsselung von HDTV-Programmen unterbinden. Als Plattform für die Verbreitung von Free to View-HDTV-Programme bieten sich die neue Premiere Sat-Plattform und entavio an. Entsprechende Gespräche zwischen Entavio und neuer Premiere-Geschäftsführung gab es bereits im letzten Jahr.
Wenn die privaten HDTV-Programme verschlüsselt werden, wird anixe HD da höchstwahrscheinlich mitmachen.
In deren FAQ ist zu lesen ANIXE HD finanziert sich durch klassischen Werbezeitenverkauf sowie durch neue Sonderwerbeformen, beispielsweise durch längere und unterhaltsamere Clips wie sie bislang nur im Internet oder Kino gesehen werden konnten. Branded Entertainment ist das Zauberwort. Diese neue und überzeugende Werbeform hat sich in den USA erstaunlich gut durchgesetzt und wird auf ANIXE HD eine große Gewichtung bekommen. Eine zusätzliche Einnahmequelle ist unser Online VoD, Video on Demand-Service, der in Zukunft noch weiter ausgebaut wird. Weiter setzen wir auf neue Dienste wie das Bluecom System von APS. Sollte es zu einer generellen Grundverschlüsselung kommen, könnten sich hier natürlich auch wieder ganz neue Einnahmemöglichkeiten ergeben. Das führt dazu, dass wir in das Programm von ANIXE HD investieren können, um Ihnen ein noch attraktiveres Angebot präsentieren zu können.
Zukunftssicherheit, sofern es sowas in der heutigen Zeit überhaupt noch gibt, hast du allenfalls bei der Satverbreitung der digitalen SDTV-Programmen, denn hier wird es mit größter Wahrscheinlichkeit nicht zu einer Grundverschlüsselung kommen. Bei HDTV sieht die Sache dagegen ganz anders aus.
Aber immerhin gibt es ein offzielles Entavio-CI-Modul (wird vom gleichen Hersteller produziert, der auch für Mascom die Alphacrypt-Module herstellt). Das Modul erfüllt die Jugendschutzanforderungen. Einziger Wehrmutstropfen: Premiere Direkt, Premiere Blockbuster, Blue Movie und die HD-Angebote darf entavio in Verbindung mit diesem CI Modul nicht freischalten, weil das von Premiere untersagt wird.
Aber das könnte sich ändern wenn das hier kommt:
Bis kommerzielle HDTV-Programme angeboten werden, wird es mit Sicherheit auch HDTV-Receiver mit entsprechender Schnittstelle geben. Da CI+ abwärtskompatibel ist, können in CI+ Slots auch bisherige CI-Module verwendet werden ...