Soll das ein Witz sein? Das erste ist eine Präsentation von Kabel Deutschland. Dass die als potentiell von der Regulierung betroffene versuchen, möglichst viele Argumente dagegen zu finden, ist irgendwie logisch, in dieser Diskussion aber wenig Zielführend.
Ja, die Präsentation ist von KD. Sind die Zahlen darin deshalb falsch? Nein. Natürlich sammelt KD Argumente gegen eine Öffnung, aber offensichtlich finden sie auch welche.
1. Der Netzbetreiber speist die Programme ein, andere können ausschließlich als Reseller auftreten, z.B. durch eigene SmartCards. Vorteile für den Kunden: keine.
Im Analogen würde das genau so aussehen.
Für den digitalen Bereich ist das schon schwieriger.
In der PM ist von einem "Zugang zu ihrer digitalen TV-Plattform" die Rede. Ich würde das so auslegen, als könnten die alternativen Anbieder durchaus veranlassen, dass bestimmte zusätzliche Programme eingespeist werden, die der KNB nicht verbreiten will. Diese wären dann verschlüsselt und würden vom KNB nicht vermarktet.
... was insgesamt ein Nachteil für den Kunden wäre; aktuell gibt es keine freien Frequenzbereiche, es müsste also zwangsläufig etwas gestrichen werden. Das könnten die analogen Sender sein, damit hätte man dann so 30 Kanäle (also wohl so ~150 Sendeplätze) frei, trotzdem wäre es zum Empfang
aller verfügbaren Sender dann notwendig, Verträge mit mehreren Anbietern abzuschließen. Das halt ich kaum für wünschenswert.
Für die Programme, die eh alle verbreiten wäre das verschenkte Bandbreite, da stimme ich dir zu. Wenn allerdings teilweise die Bandbreite aufgeteilt würde, könnte ich bei Anbieter B die ÖR in HD empfangen, auch, wenn Anbieter A mit den Sendern im Clinch liegt.
Nein, nach meinem Stand dürfen die ö-r ausdrücklich nicht verschlüsselt werden. Die stünden dann in HD also entweder den Kunden aller Anbieter oder keinem zur Verfügung. Da sie als Verkaufs- bzw Differenzierungsargument für den einen oder den anderen Anbieter damit ausfallen sehe ich nicht, wieso die dann plötzlich eingespeist werden sollten.
Ich bezweifle, dass das teurer wäre, als die aktuellen dvb-c receiver. Vom Prinzip tun IPTV-Empfänger ja genau das gleiche wie DVB-C Empfänger, mit dem einzigen Unterschied, dass sie ihren Transportstrom eben via Ethernet empfangen statt via Kabel-Tuner.
Weil es DVB-C-Receiver wie Sand am Meer gibt, gerade auch gebraucht. Preiswerte IPTV-Empfänger sehe ich nicht am Markt, auch nicht international. Also sind die entweder per se teurer, oder es gibt kaum entsprechende Netze mit hoher Verbreitung in anderen Ländern (bei uns ist das ja auch nur eine kleine Nische). Das spricht nicht für hohe Stückzahlen und günstige Preise, auch nicht, wenn das in DE als Insellösung den KNB aufgezwungen würde.
Ausserdem hat inzwischen endlich quasi jeder neue Fernseher endlich einen DVB-C-Receiver, der sich bequem (=genau wie früher die analogen Sender) bedienen lässt. Eine IPTV-Nachrüstung per Softwareupdate dürfte zwar für viele SmartTV theoretisch möglich sein, ich zweifle aber daran, dass die Hersteller sowas für "alte" Geräte noch liefern - ist ja nicht in ihrem Interesse. Zudem wird i.d.R. mindestens bei "Nachrüstlösungen" der Bedienkomfort sehr leiden, so dass sie praktisch nicht wünschenswert sind.
Und son einfacher Raspberry-Pi für 30€ kann ohne Probleme HD via Netzwerk empfangen. Mehr Hardwareleistung benötigt ein IPTV Endgerät auch nicht.
Nein, benötigt er nicht. Trotzdem muss jemand das Ding bauen und vertreiben, und ich zweifle daran, dass hinreichend große Stückzahlen zusammenkommen um eine brauchbare Auswahl an preiswerten Geräten dieser Art auf dem Markt zu finden (s.o.)
Jörg