Ich möchte mir 2play Plus 100 bestellen.
Aber ich lese immer wieder davon, dass die Bandbreite in Stoßzeiten (besonders abends) doch sehr weit darunter liegen kann.
Ich habe schon von unter 1 Mbit gehört!! Kann das wirklich passieren?
Theoretisch kann das durchaus passieren.
Das gesamte Internet ist ein shared medium, also kann es auch jederzeit an irgendwelchen Stellen zu einem Engpaß kommen.
Über Jahre hinweg konnte man aus diesem Grund mit einem Telekom-Anschluß z.B. YouTube nicht vernünftig nutzen.
Worauf Du aber wahrscheinlich abzielst ist wohl eher, daß Dir irgendjemand das solide Halbwissen aufgetischt hat:
"Kabel-Internet ist ein shared-medium und DSL nicht".
Das stimmt irgendwie und gleichzeitig stimmt es auch nicht.
Richtig ist:
Die Geschwindigkeit zwischen Deinem DSL-Modem einerseits und dem DSLAM des Anbieters am anderen Ende der Kupfer-Doppelader ist Dir garantiert (Also im Rahmen dessen, was Tarif und die Dämpfung des Klingeldrahts zulassen).
Beim Kabel-Modem liegen alle Kabel-Modems des selben Clusters an einer Leitung und teilen sich die zur Verfügung stehende Gesamtgeschwindigkeit (z.B. 600 MBits/s wenn im Cluster 12 Kanäle für Internetnutzung reserviert sind).
In der Theorie würde also jeder einzelne Kabel-Kunde von seinen gebuchten 100 MBit/s nur noch 50 MBit/s kriegen, wenn 12 Kunden gleichzeitig versuchen, ihre 100 MBit/s voll auszureizen, während die 16 MBit/s vom DSL unberührt blieben, selbst wenn alle Kunden diese gleichzeitig auszureizen versuchen.
Richtig ist aber auch:
Der DSLAM bei DSL ist wiederum ganz sicher nicht mit der Summe der Kundengeschwindigkeiten (Bei 96 Kunden a 16 MBit/s wären das z.B. 1,5 GBit/s) sondern schlechter angebunden. Die Summe der DSLAMs einer Vermittlungsstelle ist ebenfalls mit geringerer Geschwindigkeit angebunden als die Summe der Einzelanbindungen der DSLAMs. So geht das Spiel weiter bis zu irgendeinem zentralen Netzknoten.
Ab dem DSLAM gibt es also keinen Unterschied mehr zum Kabel und insofern nutzt es nichts, das bis zum DSLAM 16 MBit/s garantiert wären, da Youtube nicht im DSLAM sondern jenseits irgendeines zentralen Netzknotens sind.
Solange die Cluster und die Anbindungen der CMTSen beim Kabel bzw. die Anbindungen der DSLAMs, Vermittlungsstellen usw. vernünftig dimensioniert sind, ist es völlig wumpe, daß die Geschwindigkeiten nicht für "full-speed für alle gleichzeitig" reicht, da diese in der Praxis nicht abgerufen wird. Tagsüber liegen genug private Anschlüsse zuhause brach und nachts genug Firmenanschlüsse ... außerdem schafft es kein Schw..., 24h/7 Tage die Woche 100 MBit/s auszureizen.
Es gibt wohl aber ein Zeitfenster von ca. 18 bis 22 Uhr, in dem das gesamte Internet (in Deutschland/Europe, anderswo natürlich zu anderen Zeiten wegen Zeitverschiebung

) kaum noch alles so schnell durchkriegt, daß niemand eine Einbuße merkt. Insbesondere Privatkunden-Anbieter dimensionieren ihr Netz niemals so, daß es auch zu Spitzenlastzeiten noch 100% für jeden packt, diese Kapazitäten lägen ja die meiste Zeit brach, sondern vielleicht auf 90% für jeden. Das ist aber bei allen weitgehend gleich. Der eine plant etwas knapper, der andere etwas großzügiger.
Insofern macht es keinen Unterschied, ob man per DSL, DOCSIS/TV-Kabel oder gar Glasfaser angebunden ist. Irgendwo fließt unser aller Traffic doch wieder zusammen. Was bei DOCSIS/Kabel-Internet aber tatsächlich schneller passieren kann als bei den anderen Zugangstechniken ist ein überbuchter Cluster:
Wenn von den Hunderten bis Tausenden Kunden eines Clusters zu viele eine hohe Geschwindigkeit buchen und auch häufig ausreizen, dann geht die Geschwindigkeit für alle Kunden dieses Clusters runter.
Bei einem DSLAM passiert das zwar genauso (Alle 96 Kunden wechseln von 16 zu 50 MBit/s und mutieren zum Power-Sauger ...), da dort aber schon Glasfaser liegt, kann hier die Anbindung rucki-zucki verstärkt werden (In der Praxis können aber trotzdem Wochen ins Land gehen), aber
Bei einem Kabel-Cluster hingegen muß nun die Coax-/Kupferstrecke irgendwo aufgetrennt und der dabei "abgetrennte" Teil für sich mit Glasfaser angebunden werden. Dadurch entstehen zwei (oder mehr) kleinere Cluster, so daß nun in jedem Teil des vorherigen Clusters weniger Kunden hängen und sich die Lage wieder entspannt. Das ist meistens aufwendiger als eine fettere Anbindung eines DSLAMs und zieht sich daher auch schon mal länger.
Insgesamt betrachtet hat Unitymedia die Clusterbelastung aber sehr gut um Griff (Wenn auch sonst nix), Beschwerden wegen überlasteter Cluster halten sich "hier" stark in Grenzen, im Gegensatz zum "Kabel Deutschland"-Gebiet.
Selbst wenn es "nur" unter 50 Mbit gehen würde, wäre mir das schon zu wenig.
Meine Devise ist:
Solange es deutlich flotter ist als was per DSL möglich wäre (Das wäre DSL16000), ist es ok.
Ich teste die Geschwindigkeit auch nicht minütlich, sondern stelle einfach nur fest, wie schnell (oder langsam) ich etwas herunterladen kann und da bin ich noch nie auch nur ansatzweise an die 50 MBit/s herangekommen sondern immer weit darüber.
Darüber brauchst Du Dir also keine Sorgen zu machen.
Was Du Dir als Neukunde viel lieber zu Gemüte führen solltest, sind die Diskussionen zum Thema "Technicolor TC7200/Drecknikotzlor DK7200"-Kabelrouter, DS-lite usw. usf.
Diese Punkte stellen die
wirklichen Probleme eines Anschlusses dar, wie ihn Neukunden bekommen.