... es wird keine Umstellung auf CI+ geben. Auch HD+ setzt grundsätzlich auf proprietäre Receiver. CI+ ist eine optionale Lösung, die als Alternative zu den proprietären Receiver angeboten wird. Auch wenn Unitymedia eine optionale CI+-Lösung anbieten sollte, wird man weiterhin primär auf proprietäre Receiver setzen ...
1. Worauf stützt sich deine Aussage? Gibt es dazu irgendwelche öffentlichen Statements? Wenn ja, dann würde ich die gerne mal durchlesen. Rein Interessehalber.
2. Du schreibst, dass CI+ eine optionale Lösung sei. UM aber auf lieber auf proprietäre Receiver setzt. Versteh mich nicht falsch. Aber CI+ ist proprietär, da es kein verabschiedeter Standard ist. CI+ ist ne Geschichte von Samsung, Sony, Philips, Panasonic, Neotion und SmarDTV. Es mag sein, dass CI+ irgendwann mal Standard werden wird. Aber momentan ...
Wenn du mir jetzt sagst, du sitzt an einer zuverlässigen Quelle direkt bei UM, dann schenke ich dir mein Vertrauen und glaube dir. Ansonsten ist deine Aussage genauso schwerwiegend wie meine. Sprich alles nur Spekulation.
... proprietäre UnityDigitalTV-Receiver und CI+ sind 2 ganz unterschiedliche Dinge. CI+ ist ein Kartenlesemodul, das in Empfängern mit entsprechender Schnittstelle verwendet kann. Ohne den Empfänger mit entsprechender Schnittstelle kannst du mit einem CI+-Modul nichts anfangen. Eine Umstellung auf CI+ würde bedeuten, dass die vorhandenen proprietären Receiver durch ein Kartenlesemodul ersetzt werden und das wäre völlig absurd.
Dass CI+ zum Standard werden wird, wage ich zu bezweifeln. Das EU-Kartellamt ermittelt bzgl. CI+. Hintergrund ist, dass CI+ auf die DRM-Lösung eines einzigen Anbieters zum Einsatz kommt. Würde CI+ zu einem Standard erhoben werden, würde man diesem Anbieter zum einem europäischen Monopol verhelfen.
Proprietäre Receiver haben für Plattformbetreiber den Vorteil, dass sie ihre eigenen Anforderungen an die Receiver stellen können, die dann von diversen Receiverherstellern wie beispielsweise Technotrend umgesetzt werden. Bei Betreibern wie beispielsweise Unitymedia und neuerdings Sky wird dabei auch auf die Kosten geachtet und die proprietären Receiver werden nur mit dem nötigsten ausgestattet. Dinge wie ein Display oder CI-Schächte sind nur unnötige Kostenfaktoren. Außerdem spart man mit dem Verzicht auf CI-Schächte Lizenzkosten.
Letzendlich sind die Kosten für einen proprietären Receiver erheblich niedriger als die Kosten für ein CI+-Modul, mit dem man ohne zusätzliche Hardware kein einziges TV-Programm empfangen kann.
Um ein CI+ Modul nutzen zu können, wird ein Receiver mit entsprechender Schnittstelle benötigt. Neben den Lizenzkosten für CI fallen noch die Lizenzkosten für CI+ und dann noch Liznezkosten für die eingesetzte DRM-Lösung an.
Wenn Unitymedia CI+ unterstützen würde, würden hier nochmals Lizenzentgelte fällig werden.
Allen im allem würden sich die Kosten grob über'n Daumen mind. um den Faktor 3 erhöhen und das nur für das Kartenlesemodul. Darüberhinaus würde Unitymedia auf ihre Einflussnahme auf Receiver und deren Software verlieren.
Telecolumbus war der erste Kabelnetzbetreiber, der öffentlich die Einführung einer CI+-Lösung angekündigt hatte. Allerdings wird das wohl nichts geben, denn Telecolumbus ist der Ansicht, dass die Kosten für CI+ von denen übernommen werden sollen, die am meisten von CI+ profitieren. Die Profiteure von CI+ sind in erster Linie die der CI plus LLP angehörenden TV-Geräte-Hersteller. Sekundär profitieren auch Neotion (produziert die CI+ Chips) und SmarDTV (Hersteller von Conditonal Access Modulen. Zu deren Kunden gehört u.a. auch Mascom (u.a. Alphacrypt)).
Die Zukunft gehört sowieso DVB-IPTV. DVB-IPTV ist ein offener Standard, der auch die Verwendung von DRM-Lösungen erlaubt und das nicht nur von einem Anbieter von DRM-Lösungen. Dazu wird es im Laufe der Zeit auch vermehrt Empfangsgeräte auf dem Markt geben, die dem DVB-IPTV-Standard entsprechen.
Bis DVB-C durch DVB-IPTV ersetzt werden wird, werden noch einige Jahre vergehen.
Mögliches Szenario: im ersten Schritt wird das DVB-C-Angebot mit einem IPTV ergänzt (z.B. On Demand-Angebot (Filme on Demand, Serien on Demand, Pay-TV-Programme ond Demand), zeitversetzte Programmversionen (z.B. RTL +1) und Mediatheken (z.B. RTLnow), im zweiten Schritt wird das DVB-C-Angebot simultan in DVB-IPTV verbreitet (Simulcast) und im letzten Schritt wird DVB-C abgeschaltet.
Das Bundeskartellamt hat vor einiger Zeit Ermittlung gegen die Receiver-Politik diverser Plattformbetreiber, u.a. Unitymedia, eingeleitet, da die mangelnde Interoperabilität der Receiver möglicherweise den Wettbwerb behindert. Es gibt seitens der Regulierungsbehörde Planungen, hier regulierend einzugreifen. Dabei werden aber offene Standards favorisiert. Da CI+ kein offener Standard ist, kommt diese Lösung nicht in Frage. Bei einer Regulierung müssen die Ansprüche aller Beteiligter berücksichtigt werden, was die Sache nicht gerade einfach macht.
Was die Ansprüche der Sender angeht ->
HDTV: RTL will Umgehung von Werbung bei HD+ verhindern und kritisiert CI+ Alles in allem sehe ich für CI+ in den Kabelnetzen keine Zukunft. Wenn CI+ im Kabel kommen sollte, dann dürfte das nur vorübergehender Natur sein.
Was das Alphacrypt angeht: das Modul wird seitens Unitymedia nicht unterstützt und es dürfte auch kein Problem sein, dass das erstmal so bleibt. Der Einsatz des Alphacrypt Moduls in TV-Geräten mit entsprechender Schnittstelle widerspricht in keinster Weise den Anforderungen der Sender, denn damit ist eine verlustfreie Aufnahme der Sendung möglich und schon gar nicht in HDTV. Auch ergibt sich damit keine Möglichkeit, die Werbung zu überspringen (Ad-Skipping). Hier macht es keinen Unterschied, ob ein CI+ oder ein CI-Modul genutzt wird.
Unitymedia stellt im Gegensatz zu HD+ den Kunden einen Receiver zur Verfügung auf Wunsch auch einen proprietären PVR. Auf diese Wiese werden die offiziellen Lösungen von Unitymedia forciert. Die meisten Kabelkunden wissen noch nicht mal etwas von einem Alphacrypt Modul. Die die davon Wissen sind aber oft nicht bereit, Geld in eine inoffizielle Lösungen zu investieren. Die Anzahl der Kabelkunden, die in Verbindung mit einem Alphacrypt Modul einen PVR nutzen, hält sich in sehr überschaubaren Grenzen und der entstehende "Schaden" für die Sender hält sich damit in sehr engen Grenzen und dürfte keine negative Auswirkungen auf die Werbepreise haben.
Bislang hat nur Kabel Deutschland etwas gegen den Einsatz von Alphacrypt Modulen unternommen, in dem sie Mascom eine Verletzung eines Patentes nachweisen konnte. Es kam dann zu einem Vergleich, mit dem dann Mascom die K09/D09-Karten von Kabel Deutschland nicht mehr unterstützen darf. Wenn Premiere/Sky und Unitymedia die Nutzung von Alphacrypt unterbinden wollten, würden sie Mittel und Wege dafür finden.
Auch sollte nicht unberücksichtigt bleiben, dass Mascom die Hardware von SmarDTV bezieht (erkennbar am eingeprägten SmarDTV-Logo auf den Alphacrypt-Modulen). SmarDTV gehört wie Nagravision (Verschlüsselung) und NagraID (Smartcards) zur Kudelski Group. Die Hardware des Aphacrypt, die Verschlüsselung und die eingesetzen Smartcards stammen aus gleichem Hause. Nur die Software kommt von Mascom, wobei diese nicht von Nagravision lizensiert ist. Mangels Lizenz darf Mascom die Unterstützung der Nagra-Smartcards nicht bewerben ...