Was hier die Kunden wollen, interessiert die Leute bei Sky aber nicht.
Lieber ze.alberto, liebe Gemeinde!
Das kann man so nicht sagen. Sky hat ein sehr hohes Interesse daran, möglichst vielen Kunden ein schönes Fernsehen anzubieten. Sky ist ein multinational tätiger Konzern. In Italien haben sie 4½ Millionen Abonennten, in England und Irland sogar das doppelte: neun Millionen zahlende Kunden.
Sky Italia hat zur Zeit mehr als
dreissig HDTV-Programme, BSkyB so etwa
fünfzig. Deutschland ist ein Entwicklungsland: Sky bietet hier
erbärmliche *zehn* HDTV Programme an - nur ein Bruchteil des italienischen oder englischen Angebotes.
Bisher hat Unitymedia nur einen einzigen HDTV-Kanal mit Sky-Senderlogo im Programm. Wir sehen auch bei Unitymedia keinerlei Eigeninitiative, diesen Zustand zum Wohle der zahlenden UM-Kundschaft zu ändern.
Das Problem liegt also einerseits bei Unitymedia und andererseits bei den Hausbesitzern, welche sich dafür entschieden haben, digitale Radio- und Fernsehprogramme über ein erdgebundenes Kabel aus einem weit entfernten Network Operations Center aus Kerpen im Rheinland heranzuführen,
obwohl - bis auf ganz wenige Ausnahmen -
alle diese digitale Radio- und Fernsehprogramme störungsfrei auf dem Hausdach und / oder im Garten des Kabelkunden eintreffen.
Sky hat sich für einen Verbreitungsweg entschieden, bei dem die verschlüsselten Digital-Signale 99% der Hausdächer in der Bundesrepublik Deutschland erreichen. Jetzt stellt sich die Frage, wie die Digital-Signale vom Hausdach in die Wohnstube des Sky-Abonennten gelangen - und innerhalb der Wohnung zum Digital-Receiver und dann weiter zum modernen LCD- oder Plasma-Bildschirm.
Dabei handelt es sich um eine Strecke
von wenigen Metern, welche die Signale zurück legen müssen, um den Teilnehmer zu erreichen. Das sind doch
Peanuts. Die Unitymedia-Fanboys wollen uns nun erzählen, dass es sinnvoll sei, die verschlüsselten Digital-Signale aller Sky-Programme nicht auf dem eigenen Hausdach, sondern bis zu 100 oder gar 200 Kilometer weiter westlich in Kerpen im Rhein-Erft-Kreis zu empfangen ...
und von dort mit erdgebundenen Kabelsträngen in den Keller des Wohnhauses zu leiten. Es stellt sich die Frage, wozu das sinnvoll sein könnte.
Viel sinnvoller ist es doch, die im "Äther" vorhandenen Sky-Programme direkt von dem Hausdach zu holen, unter dem man lebt.
Den Umweg über das ferne Kerpen im Rhein-Erft-Kreis - die Umpaketierung und Neu-Encodierung der Pay-TV Programme und die erdgebundene Verbindung von Kerpen zu Deinem Haus - das kannst Du Dir alles sparen.
Das muss man immer wieder sagen!
Als im Jahr 1984 die Verkabelung der Bundesrepublik Deutschland im grossen Stil begonnen - und mit Steuergeldern subventioniert wurde - war es das vorrangige Ziel,
die Anzahl der empfangbaren Fernsehprogramme zu erhöhen. Ich hatte einen wohlhabenden Schulfreund, dessen Vater fuhr Porsche und hatte ein schickes Haus mit einer schmucken Dachantenne:
neun analoge Fernsehprogramme war damals das höchste der Gefühle.
Als ich 1991 das erste mal meinen eigenen Kabelanschluss hatte, freute ich mich über
Bayern 3 Das Studio von
Bayern 3 befindet sich
in München. 1991 war Bayern 3 ein
herangeführtes Fernseh-Programm. Zu den grossen Leistungen des Kabels gehörte es, dass man auf einmal Bayern 3 empfangen konnte.
*Toll!* Vor ganz genau zwei Jahren wurde
Bayern 3 auch in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens
ein terrestrisch empfangbarer Sender. http://www.swr.de/dvbt/infoarchiv20.html
Information vom 26. August 2008
Die Inbetriebnahme der DVB-T-Sender Ahrweiler (auf dem Schöneberg bei Weibern), Bad Marienberg und Koblenz (Kühkopf) erfolgte am 26.08.2008 um 5 Uhr.
Angesichts der Vielzahl von terrestrisch Empfangbaren sowie
mit minimalem technischen Aufwand per Satellit empfangbaren Fernseh-Programmen hat das
Fernsehkabel von Unitymedia seine Existenzberichtigung verloren.
Nach einer Definition im
alten Landesmediengesetz von Nordrhein-Westfalen - dem Vorläufer zum jetzigen Gesetzestext - ist
ortsüblich all das, was sich
mit durchschnittlichem Antennenaufwand empfangen lässt.
Ich habe mir im November 2009 an einem Sonntag in Düsseldorf eine "durchschnittliche" Antenne gekauft. Da war - für 40 € - alles drin, was ein
durchschnittlicher deutschsprachiger Zuschauer hardwaremässig benötigt, um die
ortsüblichen Fernsehprogramme zu empfangen.
Fast alle Rundfunk- und Fernseh-Sender, die von Unitymedia angeboten sind, sind nach der o.g. Definition
ortsübliche Sender, weil sie sich
mit durchschnittlichem technischen Aufwand von jedem Interessenten selbst empfangen lassen.
All das, was ich mit einer Billig-Blech-Antenne empfangen kann, sind ortsübliche Sender.
Früher gab es im Kabel Dutzende von lediglich ortsmöglichen oder sogar exclusiv herangeführten Radio- und Fernseh-Programmen.
Dieser Anteil tendiert bei Unitymedia
gegen Null. Beispiel: Viele Lost-Fans haben die sechste Staffel einschliesslich des furiosen Finales live auf dem PC geguckt - live aus Amerika.
Technisch wäre es kein Problem, hochwertige HDTV-Programme über ein Übersee-Glasfaserkabel *aus den Vereinigten Staaten* nach Kerpen heranzuführen. Mit einem attraktiven Paket US-amerikanischer HDTV-Sender könnte Unitymedia auch in der Gegenwart demonstrieren, dass Kabelfernsehen technische Vorteile hat.
Das wird aber nicht gemacht. Das einzige nicht gesondert kostenpflichtige TV-Programm bei Unitymedia, welches weder zu den ortsüblichen noch zu den ortsmöglichen Sendern gemäss der alten Definition gehört, ist
center tv Alle anderen Sender, auf welche man diese Definition eventuell anwenden könnte, sind
verschlüsselte, kostenpflichtige Programme Nehmen wir zum Beispiel
DeLuxe Soul und
DeLuxe Groove - Oh, Verzeihung! Das sind ja T-Home-Sender. Die gehören gar nicht zu Unitymedia.
Selbst der Silverline Movie Channel ist ein ortsüblicher Sender, weil er sich mit durchschnittlichem Antennenaufwand von 9 Grad Ost empfangen lässt.
Bei
Kabel Deutschland findet sich ein
chinesischer Sender, der nicht mehr ortsüblich ist, weil die Billig-Blech-Antenne hier versagt: Dazu bedarf es einer
grossen Antenne von 85 cm oder besser.
Solche TV-Programme, für die der Endkunde einen höheren technischen Aufwand treiben müsste als 55 cm Billig-Blech hat Unitymedia - bis auf center.tv - gar nicht im Angebot.
Das ist die Wahrheit über Unitymedia.
Es ist deshalb wenig sinnvoll, dass Sky Deutschland an Unitymedia Einspeisegebühren für neue Kabel-Kapazitäten zahlt.
Das Fernseh-Kabel von Unitymedia
ist eine völlig sinnlose Einrichtung, die man sofort abschaffen sollte. Unitymedia hat sich gut positioniert im Wettbewerb um Internet- und Telefon-Kunden. Jeder weiss, dass UM und KDG ihre Internet-Veträge
auch für DVB-T Kunden anbieten.
Es besteht kein Bedarf am Unitymedia-Fernseh-Kabel.
Das Problem sind die bornierten Hausbesitzer, welche sich hier querstellen.
Nach § 242 dürfen diese allerdings die Installation einer Parabolantenne nicht verbieten,
wenn dadurch die Mietsache nur unerheblich beeinträchtigt wird. Dazu gibt es in Deutschland höchstrichterliche Feststellungen.
Sky hat das Problem, dass nach deutschem Recht nicht jeder Mieter eine 40 € Billig-Antenne an die Wand klatschen darf, sondern dass es Spielregeln gibt, aufgrend derer eine Parabolantenne in einem verkabelten Mietshaus gut und gerne 1000 € kosten darf.
Würde Sky sich an diese Spielregeln handeln und seine Premium-Kunden beim Umstieg auf Sat-TV
angemessen unterstützen, würde sich im Kabel-Markt bestimmt einiges ändern.
An dieser Stelle ist Sky mitschuldig: Sie unterstützen die umsteige-willigen Kabelkunden nicht genug.
Hingegen ist die Forderung,
Sky Sport HD 2 ins Unitymedia-Kabel einzuspeisen, absoluter Quatsch.
http://www.lyngsat.com/packages/skyitalia.html
http://www.lyngsat.com/packages/skyuk.html
Das obere ist Sky Italia. Das untere ist BSkyB.
Alles Grüne sind HDTV-Programme.
So viele. Würde man jetzt Sky Sport HD 2 einspeisen, wäre das nichts als ein Tropfen auf den heissen Stein.
Die HDTV-Programme von Sky Italia und von BSkyB kommen alle auf unseren Hausdächern an. Das interessiert nur kaum jemanden, weil Sky Italia und BSkyB ihre Pay-TV Pakete in Deutschland weder bewerben noch offiziell verkaufen.
Man darf aber erwarten, dass Sky Deutschland in Sachen HDTV nachzieht und in Bälde auch 38 HDTV-Sender anbietet.
Sollen die alle ins Kabel?
Ich finde, die Tage des Kabelfernsehens sind vorbei, und man muss
jetzt mit dem Hauseigentümer über eine Umstellung auf Satelliten-Direktempfang sprechen.