Wenn ich zum Beispiel in Urlaub bin, habe ich IMMER Nur eine IPV4 Adresse, bisher konnte ich dann prima auf meine Settop Box zugegriffen, das geht dann gar nicht mehr und das ist SEHR ärgerlich.
Wenn Du von Deinen eigenen Geräten aus zugreifst steht es Dir ja frei, darauf vorher schon einen entsprechenden Tunnel einzurichten.
Ich habe drei Tunnel für unterwegs:
Einen auf dem Notebook, einen auf meinem Smartphone und einen auf dem Smartphone meiner Frau.
Da es drei unterschiedliche sind, können die sogar alle zeitgleich laufen und das Gerät auf dem sie laufen mit IPv6 versorgen.
Ein Bekannter von mir, ist bei 1und1 50 MBit VDSL und bekommt auch keine IPV6 zugewiesen
Wenn der Vorleister für 1&1 die Telekom ist, kann er bei 1&1 anrufen und sagen, daß er Dual Stack braucht, dann kriegt er den auch.
Selbst wenn nicht, wird er ja vermutlich eine Fritz!Box haben, in die er problemlos einen 6in4- oder SixXS-Tunnel eintragen kann.
Ich glaube auch nicht, dass alle Anbieter in den nächsten 1-2 Jahren auf IPV6 umgestellt haben.
Doch und zwar zufällig in ziemlich genau diesem Zeitraum.
Die Telekom wird in den nächsten 1-2 Jahren so nach und nach die allermeisten ihrer Kunden von echtem Festnetz auf AllIP umstellen, die AllIP-Anschlüsse wiederum beinhalten Dual-Stack.
Mit den Anbietern für die die Telekom der eigentliche Vorleister ist sind das mehr als 50% der Anschlüsse.
Da Telefonica sich gleichzeitig selber vom echten Betreiber zum Telekom-Reseller degradieren wird (Damit aber z.B. auch zugunsten der Telekom als Vorleister für 1&1 wegfällt), kommen auch deren Anschlüsse mit in diesen Pott.
Zieh von den anderen <50% Marktanteil dann noch die Marktanteile von Unitymedia, KabelBW, Kabel Deutschland, M-Net, NetCologne ... ab, die allesamt bereits DS-lite schalten müssen oder Dual Stack schalten und Du kannst Dir ausklamüsern, daß der Rest ebenfalls so langsam mal aus dem Quark kommen muß, wenn er nicht der Buhmann werden will.
Das man bei UM nur IPV6 bekommt halte ich nicht, wie UM selber behauptet für innovativ, sonder schuldet viel mehr den Kostengründen, die eine rechtzeitige Menge an IPV4 Adressen Reservierung gekostet hätten.
Innovativ ist es tatsächlich nicht, das wäre es vor 10 Jahren gewesen.
Die ältesten SixXS-Tunnel laufen bereits seit über 11 Jahren ...
Unitymedia hat also genauso ge- und die rechtzeitige IPv6-Einführung verpennt wie alle anderen Provider auch. Flächendeckenden Dual-Stack hätte es vor 7 Jahren schon geben können, dann hätte 2012 auch kein Huhn und kein Hahn mehr gekräht, weil es wirklich so weit ist, daß die IPv4-Adressen aufgebraucht sind und nur noch CGN oder DS-lite machbar sind.
Auf gut Deutsch:
Die Provider haben die Einführungsphase für IPv6 komplett verschenkt und fangen stattdessen gleich mit dem Phase-Out von IPv4 an, was mit Leichtigkeit hätte vermieden werden können.
Klar, die Kunden sind jetzt widerwillig, weil sie der Phase beraubt wurden in dem sie beides gehabt und sanft auf IPv6 hätten migrieren können. Auch assoziieren sie jetzt die IPv4-Probleme mit IPv6, was Schwachsinn ist.
Nutzt aber alles nix, IPv4 ist tot und kommt auch nicht wieder. Es gibt einfach nur Provider, bei denen die Kunden die Augen etwas länger davor verschließen können.
"Rechtzeitige Reservierung" zeugt übrigens auch nur von diesem Verschließen der Augen. Unitymedia hätte 1 Mrd. Adressen beantragen können. Sie hätten sie nur nicht bekommen ...
Die regionalen Vergabestellen für Internetadressen - in Europa also die RIPE - haben mit zunehmender Knappheit der IPv4-Adressen die Vergaberichtlinien immer weiter verschärft. "Köbes, tu mich mal 16 Mio IPv4-Adressen" geht schon lange nicht mehr.
Aktuell kriegt man von der RIPE je nach Dringlichkeit noch Pakete zu 1024 IPv4-Adressen, wenn man den Bedarf dafür nachweisen kann, unabhängig ob man sogar einen größeren Bedarf nachweisen kann. In der
vorherigen Phase war es auch schon nur noch möglich, die Anzahl an Adressen zu bekommen, für die man den in den nächsten 3 Monaten anstehenden Bedarf nachweisen konnte. Unitymedia hätte also keine 8 Mio Adressen dazubekommen können, ohne auch >8 Mio neue Kunden zu haben.
Zwischen 2007 und 2012 hat Unitymedia immer weiter
neue IPv4-Adressblöcke angefordert und auch erhalten, danach war einfach Feierabend. Ist die Kneipe zu, kannste mit'm Arm in der Luft rumfuchteln wie Du willst, es kommt kein Bier mehr ...
Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten:
Mit den Füßen aufstampfen, sich auf den Boden werfen, heulen, schreien und kreischen und als Dinosaurier aussterben
oder
sich auf die Gegebenheiten einstellen.
So wie wir das Verschwinden von Video- und Compakt-Kasssetten von der ALDI-Kasse, das Verschwinden zuerst von Brennholz und dann von verbleitem Sprit an der Tanke u.v.a. Umwälzungen mehr überlebt haben, so werden wir auch diese Umstellung überleben.
Denen, die ums Verrecken nur mit Bleiersatz fahren wollen wird es einfach nur deutlich schwerer fallen als anderen.
Sinnvoller als diese Sch31ßdiskussion, wieso es bei Unitymedia DS-lite gibt (Die ist durch) wäre es, diese Diskussion zu den anderen Providern zu tragen und dort zu reklamieren, daß man endlich Dual Stack will, weil man nicht mehr das gesamte Internet erreichen kann und schließlich einen kompletten Anschluß bezahlt.