Vor 2 Jahren gab's dann schon mal diese Lücke hiier:
http://www.unitymediakabelbwforum.de/viewtopic.php?f=53&t=20665
Nicht wirklich.
Die Fritz!Boxen war noch nie über http von außen erreichbar, nur per https und das war schon immer standardmäßig
aus.
Beständiges Wiederholen anderslautender falscher Behauptungen machen sie auch nicht wahrer.
Danach gab's die vorgeschaltete HTTP-Auth für die Fernwarting (sofern man http deaktivierte und https aktivierte)
Falsch.
Richtig ist:
- Die Fritz!Boxen sind netzintern und nicht abschaltbar per http ansprechbar und das ist auch gut so, wie sollte man sie auch sonst einrichten?
- Die Fritz!Boxen sind netzintern optional zusätzlich per telnet erreichbar (Nicht bei Kabel-Fritten)
- Von außen sind alle Fritz!Boxen von außen standardmäßig nicht erreichbar.
- Man kann Fritz!Boxen von außen optional ausschließlich per https erreichbar machen.
Details:
- Zu Punkt 1:
Lokal und bei physischem Zugriff auf die Box ist es durchaus möglich, die Fritz!Box auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.
Genauso gut kann man die Fritz!Box (Außer Kabel-Modellen) mit einer Recovery-Firmware flashen, den Start-Vorgang anhalten udgl.
Auch das ist gut so, oder wollt Ihr Eure Geräte wegwerfen/einschicken müssen, wenn Ihr das Passwort vergeßt?
Physisch zugängliche Geräte sind niemals für irgendeine Sicherheitsstufe zertifizierbar.
Ein Geldautomat ist auch immer nur so sicher, wie der Tresor, in den er eingebaut ist. Nimmt man den darin enthaltenen PC raus und stellt Ihn auf den Schreibtisch, könnte ihn mein Kater hacken. - Zu Punkt 2+3:
Telnet und auch das normale http-Interface sind standardmäßig und mit Werksmitteln nicht nach außen zu öffnen. - zu Punkt 4:
Der https-Zugang hat in der Vergangenheit (Firmware 04.55-04.xx, ggf. auch länger) Basic Auth zum Login benutzt, d.h. Login und Kennwort wurden in einem vom Browser dargestellten Popup eingegeben (oder mittels login
asswort@URL gleich beim Aufruf mit übergeben, diese Syntax wird aber von manchen Browser standardmäßig nicht mehr unterstützt, weil man auf diese Weise Vollhonks falsche URLs vorgaukeln konnte) und nach wohl definierten Standards an den Server übertragen.
Hierbei ist ein "Passwort vergessen"-Link gar nicht möglich.
In neueren Firmwares wurde Basic Auth durch eine von der Fritz!Box dargestellte Login-Seite ersetzt (Die der Grund ist, wieso die Fritz!Boxen im Google-Index indiziert werden, da diese Seite immer lesbar ist). Ein Passwort-Reset ist hier aber nicht möglich. Den "Passwort-Reset"-Link erreicht man erst, wenn man diese Login-Seite passiert hat und sich dann mit dem normalen Fritz!Box-Kennwort nochmals authentifizieren muß.
Den
"Passwort vergessen"-Link erreicht man also nur, wenn man sich entweder lokal anmelden will oder die Authentifizierung für den Fernzugang bereits geschafft hat,
nicht aber - wie behauptet -
"einfach so aus dem Internet".
Für den Zugriff von außen kommt noch ein Aspekt etwas hinzu:
Selbst
wenn der Link von außen erreichbar
wäre, wäre er für einen Angreifer wertlos, da nach dem Reset der Zugriff von außen gesperrt wäre (Fernzugang ist standardmäßig aus) und ein Großteil der Boxen wäre danach sogar komplett offline, da bei DSL i.d.R. ja nun einmal Zugangsdaten benötigt werden, die dann mit weg sind.
Schlimmstenfalls
wäre es also lästig, wenn es denn überhaupt ginge, was ja nun schlichtweg gelogen ist.
Für den Zugriff von innen kann man sich jetzt darüber streiten, ob der "Passwort vergessen"-Link so clever ist oder ob nicht ein physischer Reset-Knopf besser gewesen wäre.
Sicherlich hat sich die Fritz!Box damit als Firmen-Router in gewisser Weise disqualifiziert, denn mit physischem Reset-Knopf wäre sie in einem abgeschlossenen 19"-Rack vor Angriffen von innen sicher, während sie mit dem Link
von innen angreifbar ist.
Diese Diskussion ist aber eher akademischer Natur:
Die Fritz!Box ist eben kein Profi-Router, sondern für private Internet-Anschlüsse konzipiert. Ein "richtiger" Router wird ja aus gutem Grund nicht per http/https gewartet, sondern per ssh oder sogar ausschließlich per serieller Konsole ...
Die einzige Gefahr, die bei einer Fritz!Box von innen droht, ist der Sproß der Familie, der unbedingt statt auf Pornoseiten auf irgendwelchen Lernseiten surfen will, die die Eltern ihm gesperrt haben, damit er kein Streber wird sondern sich normal entwickelt. Und vor dem ist die Fritz!Box so oder so nicht sicher, da sie für ihn physisch erreichbar ist.
Genauso kann er auch einfach per ethercap den normalen http-Login mitloggen ...
Und in besseren Zeiten gab es dafür eine ganz einfache und wirksame Methode: Über's Knie legen.