Leute. Es geht hier nicht um die theoretische Bandbreite, oder um das, was man unter Laborbedingungen hinbekommt, sondern um das, was man dann an tatsächlichem Frequenzspektrum bedarf, bzw. wie viele Kunde man nachher in einem Ring haben will und wie viel Bandbreite man auf dem Glasfaserbackbone und später wohl insbesodere bei dessen Anbindung hat.
Das Kabelnetz von 47 bis 862 MHz bietet abzüglich UKW 100 oder 101 Kanäle mit ca. 50 MBit/s Bandbreite an.
Wahnsinn, UM hat dank eines Aufgebohrten DocSis3 5 GBit/s Internetbandbreite im Labor erreicht!!!!!einselfzwölf.
Dafür aber auch alle 100 Kanäle verbraten... .
Würde man also 5 GBit/s dem Endkunden anbieten dann bestünde ein Kundenring in diesem Falle aus maximal einem Kunden der kein TV/Radio/... empfangen will.
Also kurz: Wohl eher nicht der Fall.
Die angesprochenen 800 MBit/s kommen auch in ähnlicher Weise zusammen.
DocSis3 Unterstützt von sich aus eine Zusammenschaltung von bis zu 16 Kanälen. Dann rechnen wir mal: 16*50 MBit/s=800 MBit/s (Habe dies in einer c´t gelesen).
Schön. Nur will man, overhead mit eingeplant, mehr als zwei Kunden auf einem Ring haben?
Wenn ja, wird man NIE 800 MBit/s nach DocSis 3 anbieten.
Solange die Ausbeute pro Kanal nicht zunimmt, wird sich da auch nichts ändern.
Wenn man einmal anlegt, dass man primär noch immer nach DVB-C(2) Fernsehen in dem Netz übertragen will und auch äquivalent einige Radioprogramme mit durchkommen sollen, wird auch nach der völligen Aufgabe des analogen TVs nach PAL keine Mammutbandbreite möglich sein.
Heute gibt man auf 3+5 Kanäle bis zu 32 MBit/s raus und es zwackt ja an allen Ecken und enden. Daran Schuld ist wohl auch DocSis(2), was díe Zusammenschaltung mehrere Kanäle NICHT unterstützt. Wenn dann 2*32 MBit/s Kunden auf einem Kanal landen und beide ihre Verbindung ausleveln wollen, dann passt es nicht. Auch ohne Overhead sind 64 MBit/s mehr als 50 MBit/s.
Dies wird sich mit DocSis3 ändern, ja. Die Verfügbare Gesamtkapazität pro Ring steigt dann von 5*50 MBit/s auf 16*50 MBit/s. Eventuell könnte man dann zwei Felder einführen. Also 2*16*50 MbIt/s. Jedoch müssen sich die Kunden auf dem Ring die nunmehr 800 MBit/s bzw. 1600 MBit/s weiterhin TEILEN.
In der Annahme, das mehr Kanäle für DVB-C draufgehen als für HSI würde ich einmal sagen, das bei 2-2,5 paralellen 800 MBit/s Ringen pro Kundenkreis Schluß sein wird. Denn hier werden dann schon 32 bis 40 der 100 Kanäle gefressen. Viel mehr, der Rückkanal ist noch nicht berücksichtigt, wird es wohl als Downstream neben HDTV und aberhunderten TV Programmen nach DVB-C(2) nicht geben (können).
Dann besteht hier die Preisfrage: Wie groß darf der Ring sein? Also wie viele Kunden will man mit ihm abdecken?
Ich tippe einmal, dass man kaum unter 20 Fullspeedkunden gehen wird.
Also wird man selbst mit DocSis3 kaum mehr als 100 MBit/s downstream bekommen können. So kann man je 8 von ihnen auf einen Docsis3 Ring mit 16 Kanälen potten. Dazu dann, was weiß ich 4 Upstreamkanäle. Und dies dann vielleicht in zwei Frequenzfeldern, also quasi zwei paralellen Ringen. Dieses Unterfangen frisst dann 40 Kanäle der 100 oder 101 zur Verfügung stehenden bei 50 MBit/s pro Kanal. Und würde dann 800/200 MBit/s bieten, bzw. bei 20 Kunden am Paralellring 80/20 MBit/s.
Sollte man mehr als 20 Kunden in einen Ring packen, dann nur die, die weniger als 80/20 abnehmen (2 40/10er sind ja ein 80/20er), oder einen gewissen Overhead. Ich denke aber einmal, dass dieser Overhead kaum mehr als 20% betragen sollte. Also von Wegen: Es werden eh kaum alle Kunden im Ring ihre volle Bandbreite zum Zeitpunkt x haben wollen, also können wir ruhig 2000 MBit/s per Paralellring verkaufen, während wir nur real 1600 MbIt/s haben.
Bei der immer höheren Bandbreitenforderung von Kunden wird man sich nicht darauf verlassen können, dass ja allzuviele Kunden mit 2/0,5 oder sowas daherkommen. Von daher sind 20er Fullspeedkundenparalellringe durchaus sachon als Mikroringe zu betrachten und werden wohl kaum kleiner ausfallen. Eher noch größer. Mich würden selbst 50er Ringe nicht verwundern.
Also wird man kaum riesige Bandbreiten mit DocSis3 verkaufen können. 80, 100 MBit/s je nach Optimismus in den Overhead, da wird dann aber auch Schluß sein.
Höhere Bandbreite, die durchaus kommen mögen, werden kaum vor Mitte/Ende des nächsten Jahrzehnts auf uns zukommen. Erst wenn man die Daten besser komprimieren kann, und so mehr als 50 MBit/s aus einem Kanal rausholen kann, oder man von den "TV Standleitungen" a la PAL, DVB-C, DVB-C2 ablässt, wird man mehr Bandbriete ausgeben können.
Wenn eines Tages dann die vollen 100 Kanäle IP basierend genutzt werden, man die 20 MHz Lücke des UKWs noch hinzugenommen hat (+2,5 Kanäle) und das TV als DVB-IP durch das Netz jagt, dann könnte man auf >=5000 MBit/s (Paralell)Ringen rechnen. Und dann sieht die Sache anders aus. Würde man hier bei den 20 Kunden pro Paralellring bleiben, könnte man, selbst noch unter DocSis3 250 MBit/s Gesamtbandbreite pro Fullspeedkunde anbieten.
Aufgeschlüsselt könnte das dann 2 TV Boxen a 15 MBit/s + 20 MBit/s Upstream + 200 MBit/s Downstream bedeuten.
Oder halt entsprechende Bruchteile wie 40 Kunden mit 2 TV Boxen, 100/10 MBit/s.
Alles andere ist dann eher eine sache für DocSis4 und dem höheren Datendurchsatz pro Mhz.
So, ich hoffe, dies nun halbwegs richtig erklärt zu haben.
Ich bin weder Techniker, noch HSI Kunde, noch Entwickler oder sonstiger Mitarbeiter, sondern nur interessierter LAie.
Deshalb alles ohne Gewähr.