Die Zukunft ins Spiel zubringen ist schon wichtig.
Wer hat schon lust vor allem bei Sat zb. 1000€ für die Anlage auszugeben und dann stellt man in 5 Jahren fest das keiner mehr Sat haben will weil Sat technologisch gesehen gegenüber den anderen Kabel Anbieter nicht mehr mithalten kann.
Mich würde das schon ärgern.
Deshalb ist die frage nach der Zukunft schon wichtig.
Sicher ist die wichtig!
Jetzt lass doch einfach mal die multimedialen Aspekte außen vor und beschränke dich nur auf das Hauptthema -> Fernsehen!
Das ist die Frage, wie lange gibt es denn Fernsehen noch in der Form, wie wir es kennen? T-Entertain hat damit schon nicht mehr viel zu tun und ist IP basiertes TV. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es wird nur übertragen, was auch empfangen wird. Damit ist auch die nächste Entwicklungsstufe schon eingeleitet (die bei T-Entertain in Form der "Bibliothek", oder wie das heißt schon angefangen hat): Es wird gesendet, was verlangt wird. Und schon ist man bei IP basiertem Video on Demand.
Sicher kann da Sat auch noch mit spielen... auch über Sat-Transponder kann man IP Pakete verschicken und dann mit seiner Schüssel im Garten empfangen. Aber hier hat Kabel ganz klar die Nase vorne: Über's Kabel ist es ungleich einfacher IP Pakete wieder zurück zu schicken. Also ist VoD viel einfacher realisierbar... für Sat braucht man einen gesonderten Rückkanal und hat dann noch zusätzlich hohe Latenzen. Im Kabel hat man den Rückkanal fast im ganzen Netz und minimalste Latenzen. Damit kann die Bandbreite viel dynamischer genutzt werden.
Ob sich das durchsetzen kann, oder nicht, hängt natürlich auch davon ab, wie viele Leute sich einfach "berieseln" lassen wollen und wie viele entscheiden wollen, wann sie was sehen. Es gibt da durchaus Leute, die damit Probleme haben, sich zu überlegen, was sie jetzt gucken wollen, und die einfach nur stupide durchzappen, bis sie irgendwo hängen bleiben. Da bietet natürlich die momentane Struktur Vorteile.
Man ist einfach an niemanden gebunden und kann tun und lassen was man will.
Natürlich bist du an jemanden gebunden. Es ist ziemlich naiv, dass du das nicht wahrhaben willst: Du bist als deutscher Sat-gucker an SES Astra gebunden, eine Luxemburger Firma, die auch Gewinn erwirtschaften will. Wenn die "scheiße baut", wie z.B. Grundverschlüsselung einführen zu wollen, dann können die das machen. Zack, fertig, Ende, Aus. Wenn die sagen: Sky Deutschland, das übertragen wir nicht weiter, das geht eh bald pleite, dann ist das so, zack, Ende, fertig, aus. Ob das passiert, oder nicht, kannst du nur minimal beeinflussen... Du bist genauso an einen einzelnen Anbieter gebunden, wie bei UM. Der Unterschied ist nur, dass du auch noch hohe Investitionen tätigst, um diese Bindung einzugehen und keinerlei Druckmittel wie "Kündigung" hast.
Will ich Sky komplett, buche ich es einfach dazu. Will ich HD+, buche ich es einfach. Will ich irgendwelche ausländischen Programmpakete, buche ich sie einfach. Ich kann mir einen Satellitenreceiver aussuchen welchen ICH will, und nicht welchen UM mir vorschreibt. Zumindest was das alles angeht, tanze ich nach meiner eigenen Pfeiffe und nicht nach der von UM.
Das geht auch bei UM... dir fehlt hier nur die Fähigkeit zur Abstraktion. Du kannst aus dem kompletten Angebot aussuchen, was du haben willst und es buchen (dein erster Punkt). Du kannst alle Receiver nutzen, die du willst mit der gleichen Einschränkung: Dass sie mit dem Verschlüsselungssystem klar kommen (dein zweiter Punkt). Da besteht vom Konzept her kein Unterschied. Der Vorteil, den du hier siehst, ist der, dass das Angebot bei SAT anders (und für dich scheinbar passender) ist.
Übrigens ist es überhaupt nicht einfach möglich ausländische Programmpakete zu buchen. Sehr viele nehmen überhaupt keine Kunden aus Deutschland an (z.B. ORF, SF, die Niederländer und, soweit ich weiß, auch die Franzosen nicht)... und dann kommt noch das, was mischobo sagt, dazu: schon allein für alle deutschen Pakete bräuchtest du mehrere Smartkarten (Sky, HD+, MTV) und entsprechende Unterstützung verschiedener Verschlüsselungssysteme. Wenn dann noch ausländisches dazu kommt, musst du schon eine Batterie an Receivern haben oder eine ausgefeilte Technik dahinter stehen haben... da hat UM einen ganz klaren Vorteil, dass es eine Verschlüsselungsplattform gibt und gut ist. Das werden die Sky-Sat-Kunden auch noch schmerzlich merken, wenn HD+ sich mehr und mehr durchsetzt.
Desweiteren kostet keine Satanlage 1000€. Du gehst natürlich direkt vom Extremfall aus.
Das ist Quatsch. Wenn du einfach nur irgendwie TV gucken willst, kommst du natürlich mit weniger aus... aber wenn du eine umfangreiche Verkabelung haben willst, mit mehr als 4 Endgeräten und ggf. noch mehreren Tunern in einem Raum, dann bist du schnell jenseits der 1000€. Ich bin inklusive meinen vier DVB-S2 Tunern für meinen PC, Quad-LNB, Schüssel und Halterung auch bei knapp 1000€ gelandet und da war kaum Verkabelung nötig, da die Tuner alle konzentriert im Zimmer hinter der Schüssel stehen. Wenn erst noch Strippen gezogen werden müssen...
Und Stichwort ausländische Pakete: Wenn die Schüssel dann noch "schielen" soll oder verschiedene Schüsseln für verschiedene Satelliten her sollen oder gar ein System mit Drehmotor... dann ist man auch ganz schnell in noch höheren Preisregionen. Natürlich bleibt der Vorteil: Du kannst das alles machen, und das Angebot vergrößert sich mit jeder Schüssel auch.
Aber, wenn du "einfach nur fernsehen" willst, kommst du auch problemlos mit dem Angebot und Receiver von UM klar, da muss man dann die 17,90€ gegen rechnen, klar. Da muss man schon auf derselben Ebene rechnen... aber wenn man auf der Ebene rechnet, dann ist wirtschaftlich das sinnvollste DVB-T. Fertig.
Die Digitalisierungsquote liegt bei DVB-S bei knapp 80%, bei Kabel Digital nur bei knapp 38%!!!!! Die Satkunden scheinen zumindest technisch auf dem aktuelleren Stand zu sein, als die meisten Kabelkunden, die scheinbar noch immer mit analog durch die Gegend gurken. Soviel dazu das Sat keiner haben will und es technisch nicht mehr up-to-date ist. Die Kunden bremsen die Kabelanbieter, und die Kabelanbieter bremsen die Kunden.
Was hat jetzt die Digitalisierungsquote wieder damit zu tun? Warum die bei Sat höher ist, ist auch vollkommen klar: Sat-Gucker waren schon immer dazu gezwungen einen Receiver zu kaufen. Dass die schon seit > 10 Jahren digital sind, ist den allermeisten Leuten sicher nicht aufgefallen. Wahrscheinlich wissen > 50% der "digitalen" Satkunden nicht, dass sie digital gucken. Frag doch mal, wie viele Leute einen "digitalen Receiver mit Scartanschluss" für total albern halten. Und dann guckst du, wie viele von denen einen digitalen Satreceiver mit Scartanschluss an ihren alten TV gepappt haben/hatten.
Das alles hier ist nur madig machen des DVB-S Empfangs. Die meisten sind halt angepisst weil sie keine anderen alternativen haben, also muss man UM halt loben und alles positiv sehen. Jeder der die Möglichkeit hätte, würde sofort auf DVB-S umsteigen.
Nein, das siehst du völlig falsch. Das zeigt ein Grundlegendes Weltbild Problem. Du machst alles richtig und alle müssen so sein, wie du, und wer irgendwas anders macht, als du, ist einfach nur doof...
Klar hat der DVB-S Empfang Vorteile. Insbesondere, wenn einem das Programm Angebot besser gefällt, ist das eine Überlegung wert umzusteigen. Auch, wenn man einen Einzelanschluss für 17,90€ gegen eine simple Ein-Zimmer-Satanlage rechnet, kommt UM da schlecht weg. Aber das heißt noch lange nicht, dass Sat für alle Leute das non plus ultra ist.
Für den ein oder anderen spielt das Programmangebot vielleicht keine so große Rolle. Der ein oder andere hat vielleicht ein größeres Haus, in dem er in > 4 Zimmern einen TV Anschluss haben will, die auch unterschiedliches gucken können. Sicher, da wird auch UM pro Monat teurer (3,90€ pro Zimmer), aber die Kosten für eine vernünftige Satanlage inklusive vernünftiger Verkabelung und Receiver explodieren da schnell, wenn man nicht alles selber machen kann / will. Beim Kabel ist die Flexibilität da viel höher... da reicht für TV sogar eine einfache Baumstruktur, was gegenüber der notwendigen Sternstruktur bei Sat schon enorm sparen kann. Das teuerste ist Kabelverlegen.
Klar gibt es Argumente für DVB-S... aber die "Unabhängigkeit" ist keins davon. Auch das Kostenargument muss man für seine eigene Situation durchrechnen. Das einzige Argument, was wirklich bleibt, ist die andere Programmauswahl und für eine begrenzte Zeit die fehlende Grundverschlüsselung bei den privaten in SD. Aber gerade, wenn PayTV für einen eine Rolle spielt, sollte man sich den Wechsel gut überlegen... da liegt bei Astra doch einiges im argen, wo man es bei UM durchaus besser hat.
Am Ende muss es jeder für sich entscheiden und deine Einstellung, dass alle Leute, die nicht auf DVB-S umsteigen "doof" sind, ist halt unerträglich falsch und einige deiner Ansichten sind fürchterlich naiv.
Einmal Sat immer Sat lautet meine Parole.
Quark... ich bin mit Sat groß geworden, und das mit einer durchaus potenten Sat Anlage. Als ich dann vom Dorf (kein Kabel) in die Stadt gezogen bin, hab ich den Kabelanschluss ausprobiert und möchte ihn nun nicht mehr missen. Im Moment hab ich sogar beides parallel und muss sagen: TV ist TV... ob das nun vom Sat oder aus dem Kabel kommt, ist ziemlich Wurscht.
