Eigenartig. Bei mir hat der Techniker um die 25 m Kabel ausgetauscht. Inklusive eines Zwischenstopps an einer Durchgangsdose. Wollte sogar einen Kollegen zum Strippenziehen dazu holen, hab ihn aber überzeugen können, selber mit anfassen zu dürfen. Ich wollte nämlich nicht warten bis irgendwann ein 2ter Technikus auftaucht. Bislang habe ich keine Rechnung darüber gesehen. Es war auch weder von Geld die Rede, noch musste ich irgendwas unterschreiben, das diese Arbeiten bestätigen würde.
Die Großzügigkeit bei solchen Sachen scheint doch sehr im Ermessen der Techniker zu liegen - und ich hab scheinbar Glück gehabt.
Ich sag mal so, solche Sachen sind eher Standard, wenn irgendwo erstmalig Internet per BK geschaltet wird.
Ich habe erst Mitte der 90er meine Ausbildung gemacht und habe trotzdem noch keine einzige BK-Anlage vor mir gehabt, die so verkabelt ist, wie UM das für Internet gerne hätte, nämlich sternförmig. Zuvor und auch noch zu dieser Zeit war es einfach Stand der Technik, Bäume zu legen, so weit einen das TV-Signal trägt. Damals haben die KNB auch selber damit gegen Sat argumentiert, da man für Sat damals grundsätzlich einen Stern brauchte, für BK aber der billigere Baum reichte.
Da können die KNB heute schlecht auf den Fersen umdrehen, wenn sie ihre eigenen Bäume von 1985 bis mindestens 1996 vorfinden und nicht mit einem einfachen Verstärkeraustausch parat kommen. Selbst wenn die KNB zu dem Zeitpunkt schon verstärkt Sterne statt Bäume gebaut hätten: Angesichts der Tatsache, daß es mehr Altbestand als Neubauten gibt, würde das die Kundschaft sehr einschränken, wenn sie auf einer perfekt für Internet und DigitalTV geeigneten bestehenden Installation beharren würden.
Also kann man schon davon ausgehen, daß Kleckerkram wie 25m Austauschkabel in ein Rohr einzuziehen zum Service dazugehört. Ohne vorherige Preisabsprache sowieso.
Übrigens: Im onlinekosten.de-Forum las ich von einem Organisator bei einer Eigentümergemeinschaft, der nach unserer Meinung bzgl. einer Offerte von UM fragte, nämlich den vorhandenen Baum gegen einen Stern auszutauschen. Das sollte bei 22 Parteien 2 EUR je Partei und Jahr kosten, insgesamt also 44 EUR pro Jahr (288 EUR statt vorher 244 EUR, wenn ich mich recht entsinne). Daran kann man ersehen, daß es UM - notgedrungen, siehe meine Darlegungen zur Verbreitung von Bäumen - recht viel Geld wert ist, die Bäume loszuwerden, denn 44 EUR pro Jahr sind ein Spottpreis.
Das hat einen ganz banalen Grund: Unitymedia (Und allen anderen KNB auch) rennen die TV-Kunden weg, vor allem die rein analogen, Sat ist einfach viel preiswerter. Bei Internet und Telefon hingegen hat man zweistellige Zuwachsraten. Man ist also langfristig von den Internet- und Telefonkunden sowie denen mit DigitalTV und ggf. Zusatzpaketen abhängig. Von denen, wo man nur analog anbieten kann, müßte sich UM früher oder später verabschieden, auch in Mietwohnungen. Also beißt man in den sauren Apfel und investiert auch mal ein bißchen. Bei der Umrüstung auf einen Stern draufzulegen, dafür aber vielleicht den ein oder anderen Kunden für Internet, Telefon oder gar DigitalTV gewinnen zu können, rentiert sich schlußendlich mehr, als alle 22 Einheiten an Sat zu verlieren.
Wenn die Entwicklung so weitergeht, würde ich mich nicht einmal wundern, wenn die KNB früher oder später sogar freiwillig Mischanlagen unterstützen, wo also TV per Sat kommt und sie nur für Internet und Telefon einspeisen.
Glaubst Du nicht?
Immerhin schafft es dieser Hinweis bei Kabel Deutschland direkt unter die Produktübersicht:
Wichtige Information:
Für alle, die kein Kabelfernsehen haben: Sie können unsere Internet- und Telefonangebote auch ohne Kabelfernsehen nutzen!
Na dann ...
Da ist es nur konsequent, sich notfalls auch per Einspeiseweiche hinter'm Sat-Multiswitch in die Leitung zum Kunden zu klemmen:
Die Weiche fügt dann von 950 bis 2200 MHz das vom Multiswitch kommende Sat-Signal und von 5-862 MHz das BK-Signal auf dem Kabel zum Kunden zusammen. Notfalls filtert man noch die BK-Fernsehkanäle aus und der Drops ist gelutscht.
Das wäre mit Sicherheit nicht der Traum der KNB, aber andererseits ist es auch wirtschaftlicher Unsinn, einen zahlenden Kunden abzuweisen, nur weil der Vermieter irgendwann den Kabelanschluß durch eine Sat-Anlage ersetzt hat.
Ich gehe davon aus, daß solche oder ähnliche Lösungen kommen, sobald der Anteil der TV-Kunden unter den der Internet-/Telefon-Kunden fällt, die KNB also mehr Internet-Anbieter denn TV-Anbieter sind.