Ein beliebtes Mißverständnis, dieses "shared medium".
Also:
Man teilt sich nicht die gebuchte Bandbreite, man hängt aber in einem gemeinsamen Segment mit einer gewissen maximalen Gesamtbandbreite. Das ist bei DSL nicht anders, da teilen sich auch alle einzelnen Linecards die gemeinsame Anbindung des DSLAMs in dem sie sich befinden.
Das heißt: Nur weil Du Dir einen 50 MBit/s-Tarif buchst, heißt das nicht, daß Dein Nachbar von seinen vormals 150 MBit/s nur noch 100 MBit/s nutzen kannst und Du die restlichen 50 Mbit/s. Vielmehr hängt Ihr an einer gemeinsamen Leitung mit 400 MBit/s, von denen Ihr entsprechend Eures Tarif Bandbreite nutzen dürft (Das Ihr nicht mehr nutzt, regelt das Kabel-Modem).
Und weil es praktisch nicht vorkommt, daß alle Kunden zur selben Zeit ihre Maximalgeschwindigkeit ausreizen, kann man diese Gesamtbandbreite auch mit einem gewissen Faktor überbuchen, genauso wie ein DSLAM grundsätzlich überbucht ist, wenn man dessen eigene Anbindung zur Gesamtbandbreite aller Abgänge ins Verhältnis setzt.
Zudem haben die Anbieter wie jetzt z.B. Telekom oder Unitymedia einen Backbone, der wiederum nicht in der Lage ist, den Traffic abzuarbeiten, der entstünde, wenn alle Segmente bzw. DSLAMs voll ausgelastet wären. Selbst wenn das eigene Segment gar nicht überlastet ist, dafür aber andere, dann kann die Geschwindigkeit zu Spitzenlastzeiten bereits einknicken.
Es gibt auch durchaus Segmente (Cluster), in denen diese Überbuchungs-Kalkulation nicht aufgeht, genauso wie es auch derartige DSLAMs gibt. Wenn sich im eigenen Segment viele Powersauger oder einfach nur zu viele Anschlüsse befinden, dann kann die Geschwindigkeit der Anschlüsse durchaus einsacken.
Will heißen:
Das gesamte Internet ist ein shared-medium, davon ist ein anständig dimensionierter Kabel-Internet-Cluster noch das geringste Problem.
Allerdings ist der Aufwand zur Kapazitätserweiterung, wenn so ein Cluster doch mal nicht anständig dimensioniert ist, bei Kabel-Internet meist höher als bei DSL, weshalb es tendenziell länger dauert, bis das Problem behoben wird, bzw. manchmal auch gar nichts geschieht.
Ob das allerdings wirklich ein Problem ist, kann man nur rausfinden, indem man im Idealfall einen Bestandskunden fragt oder es im ungünstigeren Fall selber ausprobiert.
In meinem Segment gibt es, außer einem leichten Verlust zu Spitzenlastzeiten, keine Probleme (Langsamer als VDSL50 wird's nie). Andere Segmente sind dem Hörensagen nach eine reine Katastrophe.