Naja, nicht ganz. Die MAC-Adresse ist ja hardwaregebunden. Im Prinzip könnte man also sagen, dass Unitymedia heute schon Zugangsdaten rausgibt, indem sie dir ein spezifisches Modem geben, wo die Daten entsprechend draufstehen. Es muss umgekehrt laufen. Der Kunde muss Unitymedia quasi die Daten mitteilen, die sie freischalten sollen.
Also ich kenn die MAC Adresse meines Modems, steht in den Einstellungen, hat aber nix mit "Zugangsinformationen" zu tun.
@manu26: Wie kommst du auf die Idee, dass ein Provider dir ein Modem freischalten muss?
@Stiff: Das ganze hat sehr wohl etwas mit Zugangsinformationen zu tun:
Das Gesetz (§5 FTEG) ist an dieser Stelle ziemlich eindeutig: Der
Provider ist derjenige, der bestimmt, wie die Zugangsdaten aussehen und wie ein Modem/Router gebaut sein muss, damit er am Netz des Providers funktioniert.
Bei der herkömmlichen Provisionierung wird die MAC-Adresse, die Seriennummer des Modems und ein weiterer Code benötigt. Alle drei Zahlen sind in herkömmlichen Modems fest "eingebrannt".
Wenn ich als Provider wirklich meine Kunden verärgern wollte, würde ich in die "Schnittstellenbeschreibung" (nach §5 FTEG) reinschreiben, dass die MAC-Adresse vom Provider vorgegeben wird und nur die zwei anderen Zahlen vom Modem abzulesen sind. Ich würde dafür sorgen, dass irgend ein Hersteller ein Kabelmodem mit einstellbarer MAC-Adresse für 5000 Euro im Angebot hat.
Den Kunden würde ich dann ihre MAC-Adresse, die sie zu verwenden haben, mit den Zugangsdaten mitteilen. Der (Quasi-Zwangs-) Router, den ich dem Kunden freundlicherweise anbiete, hat natürlich rein zufällig bereits die MAC-Adresse, die ich dem Kunden mitgeteilt habe...
Pro-Forma bin ich als Provider der gesetzlichen Pflicht nachgekommen: Du kannst dein eigenes Modem kaufen und anschließen. Die Argumentation: "Die MAC-Adresse eines Modems kann man aber nicht verändern" zieht nicht - ich werde dich darauf verweisen, dass das beim 5000-Euro-Modell möglich ist und dass ich nichts dafür kann, wenn das bei "Billigroutern" nicht möglich ist.
Lange kann ein Provider das allerdings nicht durchhalten: 3 Monate später werden AVM, Cisco usw. ebenfalls Modems mit einstellbarer MAC-Adresse im Angebot haben - zu "normalen" Preisen...
Selten so einen Quark wie in diesen beiden Posts gelesen.
Noch zum zweiten Post:
Der zweite Post hat mit dem ersten rein gar nichts zu tun.
Die Kosten um einen Firmwarepatch zu erstellen sind extrem hoch (ich kenne es aus dem Automobilbereich - im Internetbereich sind sie zugegebenermaßen etwas geringer). Das macht man nicht einfach nur, weil man dem Kunden irgendwelche Features des Routers nicht gönnen will!
Sofern es irgendwie möglich ist, Teile von der Stange mit der Standardsoftware zu verwenden, wird man einen Firmwarepatch um jeden Preis vermeiden.
Möglicherweise gab es 2012 einfach nur noch keine DS-Lite-Fähigen Router auf dem Markt, weswegen UM die gepatchte Firmware gemacht hat. Möglicherweise hat UM jedoch auch Änderungen am Protokoll vorgenommen, so dass möglicherweise kein "reines" 4in6 oder sogar kein "reines" IPv6 verwendet wird. Im zweiten Fall wird ein Router ohne speziellen UM-Patch nicht am UM-Netz funktionieren.
Wie gesagt: Laut §5 FTEG legen die Provider fest, an welchen Standard (und das kann auch ein hauseigener Standard sein!) sich die Hardware halten muss.
Und im Gegensatz zu der Sache mit der MAC-Adresse, bei der nicht klar ist, wie ein Richter die Sache sehen würde, wird kein Richter einen Provider dazu zwingen, sämtliche Router (die beim Kunden und die am anderen Ende der Leitung) alle auszutauschen, weil diese einem inoffiziellen Standard entsprechen.