Obwohl der Thread schon ein bisschen älter ist, möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, die hier Tipps gegeben haben, das hat sehr geholfen. Ich habe dadurch in meiner Werkstatt jetzt auch überall ein funktionierendes WLAN über den Wifi-Spot eines Nachbarn.
Ich beschreibe nochmal mein Vorgehen, vielleicht hilft es dem Nächsten.
Zuerst lief es über ein altes Android-Handy und eine alte Fritzbox mit USB-Tethering, wie von @johnmurdoch geschildert. Das ist wirklich eine einfache und gut funktionerende Lösung, und geignete alte Fritzbox-Modelle kriegt man, wenn man nicht noch eine rumliegen hat, ab ca. 15 € bei ebay, zum Beispiel die 7360. Letztendlich hat mir das aber zu viel Strom verbraucht und das Android-Handy war mir dafür zu schade.
Ich hatte aber noch eine alte Fritzbox 7312 rumliegen. Das ist ein sehr abgespeckter alter 1&1-Router mit nur einem LAN-Anschluss, der aber auch nur bis zu 8 Watt verbraucht und auf ebay inzwischen mit etwas Glück für weit unter 10 € zu kriegen ist. Auf den habe ich OpenWRT installiert. Ein Image gibt es auf OpenWRT.org, und das spielt man über den Bootloader der Fritzbox ein wie dort für die 7320 beschrieben.
Link zum Download unten auf der Seite https://openwrt.org/toh/hwdata/avm/avm_fritz_box_7312 (allerdings leider ohne Weboberfläche Luci, die muss erst nachinstalliert werden, s.u.)
Beschreibung des Uploadvorgangs hier: https://openwrt.org/toh/avm/avm_fritz_box_7320
Die Fritzbox öffnet bei Startup kurz für eine paar Sekunden einen FTP-Server, über den man ein Image einspielen kann. Leider unterstützt der mit Windows mitgelieferte Kommandozeilen-FTP-Client keinen passive Mode, Ich bin dann mit dem "Total Commander" irgendwie zum Ziel gekommen, oder man benutzt einen Linux-Rechner oder eine Linux-VM oder installiert cygwin oder ähnliches.
Wenn das Image aufgepielt ist, macht die Box ein offenes WLAN auf, mit dem man sich verbinden und dann per ssh einloggen kann, oder man verbindet sich über ein LAN-Kabel. Über ssh muss man dann erstmal ein root-Passwort festlegen und kann dann normale Linux-Befehle als root absetzen.
Die größte Schwierigkeit war für mich als Linux-Laie, dass man, um weitere Pakete zu installieren, erstmal die Box ins Internet bringen muss. Defaultmäßig ist das OpenWRT so eingestellt, dass man nur über einen DSL-Anschluss ins Netz kommt. Den habe ich aber nicht. Ich habe das letztlich hingekriegt, indem ich mit dem einzig installierten Editor vi (autsch!) die /etc/config/network aufgemacht habe und dort den Anschluss eth0 vom Interface "LAN" ins Interface "WAN" verlegt habe mit . Außerdem dort auch noch die IP-Adresse der Box geändert, denn die Default-Adresse entspricht der meines eigentlichen Routers.
https://openwrt.org/docs/guide-user/base-system/basic-networking
Code:
<i>
</i>config interface 'wan' option ifname 'eth0' option proto 'dhcp'
Nach einem Neustart konnte ich die Box dann über LAN normal in mein Heimnetz einbinden und über ssh funktionerte dann auch
opkg update
und ich konnte über
opkg install luci
endlich die Weboberfläche Luci nachinstallieren.
Über die kann man dann glücklicherweise sehr bequem den ganzen Rest machen, der hier im Thread beschrieben wurde. Package wpad installieren, Package wpad-mini deinstallieren, Luci zeigt dann die neuen Möglichkeiten von wpad an, ohne dass man sonstwas machen muss.
Dort kann man es dann so einrichten, dass dem WLAN-Sender.Device "radio0" zwei Wifi-Interfaces zugeordnet werden, nämlich eines, das sich mit dem Unitymedia WifiSpot mit den entsprechenden Zugangsdaten verbindet und zu "WAN" zugeordnet wird, und eins, dass zu "LAN" zugeordnet wird und das interne WLAN für die eigenen Geräte aufspannt. Der Kanal des zweiten muss auf "Auto" gestellt werden, es wird dann derselbe Kanal benutzt, auf dem auch das Unitymedia-WLAN liegt. Das ist eine Beschränkung der Hardware, die nur ein "Radio" hat und deshalb gleichzeitig nur auf einem Kanal funken kann. Den Ethernet-Port kann man je nach Geschmack entweder LAN oder WAN zuordnen.
Der Zugang über den Wifispot ist Unitymedia-seitig auf 10 MBit/s (Download) beschränkt, deshalb reicht die Geschwindigkeit dieser Lösung locker für den Internetzugang.
Wenn Interesse besteht, kann ich die Einrichtung in Luci nochmal genauer mit ein paar Screenshots beschreiben.
Also nochmal danke an @erzich, @alex2108 und die anderen, die hier Tipps gegeben haben.