Volumentarife sind nötig, wenn es andernfalls zur Einschränkung Anderer kommen würde.
Der absolut einzige Grund, weshalb ein Anbieter im Endkundenmarkt einen volumentarif anbietet, ist sein Einkaufspreis. Ein kleiner Anbieter muss deutlich mehr für den Traffic abdrücken, weil der Traffic-Preis sinkt je mehr man davon nimmt.
Zusätzlich erschwert es einem neueren Anbieter (was viele kleine lokale Glasfaserunternehmen sind), dass sie keinen alten Kundenstamm haben, der auf teuren Tarifen mit wenig Bandbreite sitzt. Dadurch, dass viele Kunden die hochbandbreitigen Tarife haben, muss insgesamt mehr Bandbreite vorgehalten werden – der Traffic ansich steigt dadurch zwar nicht, aber z.B. die Breite und Anzahl der Ports zu den Uplinks sowie die "Dicke" der eingesetzten Router.
Es ist auch völlig in Ordnung, für ein aktuell noch nicht weit verbreitetes Produkt, welches quasi an der vorderen Front der technologischen Entwicklung steht, einen höheren Preis zu verlangen. Das sieht man im Technologiebereich überall: Neues Smartphonemodell $1200+, neue Grafikkarten $1000+, etc.
Allerding verkaufen sich die Geräte nicht so gut, wenn sie dann technisch eingeschränkt werden. Wer würde sich ein neues Smartphone kaufen, wenn dann "technisch bedingt" das Display immer nur 1 Minute am Stück läuft und danach erstmal 30 Sekunden Pause braucht?
Meine Einstellung: Wenn ich hohe Bandbreite buche, will ich die aus ausnutzen können – also kein Traffic-Limit. Ich zahle dafür aber auch gerne einen Premiumpreis, so lange das Produkt sich durch fehlende Konkurrenz noch nicht über "günstig" absetzen muss.
Ich sehe aber nicht ein, dass €180 für einen Privatkunden ein fairer Preis ist (etwa 150 Euro netto die ans Unternehmen gehen). Investitionen in ein Glasfasernetz sind langfristig zu sehen, dementsprechend muss die auf mich als einzelnen Kunden entfallene monatliche Abschreibung entsprechend gering ausfallen. Wenn ich in einem Privatkundentarif keine Business-Features habe (feste IP-Netze, ordentliches Routing, persönlichen Ansprechpartner, etc.), bin ich auch nicht bereit in diesem Preissegment zu zahlen.
Das heißt für einen kleinen Anbieter, der möglicherweise aufgrund von knapper Kalkulation oder wenig Kapital hohe Preise aufrufen muss, er muss sich dies durch entsprechende Service-Leistungen verdienen. Also statische IPs rausgeben, RDNS der IPs ermöglichen, mich direkt mit Technikern telefonieren lassen statt einem Schema-F 1st-Level-Support, etc..