Hier sind es insbesondere die mobilen Endgeräte, die meist nur über IPv4 angebunden werden.
Naja, gibt ja auch noch genug Provider, die sich v6 verwehren.
An einem stationären Privatkundenanschluß mit IPv4-only, also z.B. DSL- oder Bestandskunden-Kabel-Internet, ist es aber in aller Regel kein Problem, IPv6 über einen Tunnel zu realisieren.
AVM hat einen Marktanteil von weit über 50%, d.h. da brauchen die meisten Nutzer wirklich nur eben IPv6 einschalten, an neuen Telekom-AllIP-Anschlüssen war's das (Die Telekom schaltet AllIP mit Dual Stack), an Vodafone-Anschlüssen würde ein 6rd-Tunnel automatisch gefunden werden und der Rest trägt eben einen SixXS- oder "Hurricane Electric/Tunnelbroker"-Tunnel ein, das sind 5 Minuten Aufwand.
Knifte hat zwar keinen AVM-Router, aber auch sein Asus-Router kann IPv6, besagter Knopfdruck würde bei ihm zumindest bei der Telekom reichen, 6rd kann er vielleicht nicht, aber auch er kann einen "Hurricane Electric"-Tunnel nutzen und tut das auch. Sollte auch nur 5 Minuten kosten, vielleicht 10. Das Gleiche gilt dann analog für aktuelle D-Link-Router ...
Im Großen und Ganzen sind hier also die wenigsten Probleme zu erwarten.
Die mobilen Endgeräte hat er also wohl deshalb erwähnt, weil hier - neben dem Internet am Arbeitsplatz - die Probleme am größten sind:
Für Apple-Kram gibt es keine einfache Lösung, für Windows Phones ist mir auch keine bekannt, nur gerootete Androiden lösen das Problem einfach und effizient.
Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es zwei Wege. Grundsätzlich müssen die Geräte aus dem Heimnetz nach außen gebracht werden.
Korrekt und zwar per IPv6.
Anschließend kann man, wenn man will, die kryptische URL über z. B. afraid.org loswerden.
Die kryptische URL ist ein AVM-Schmankerl:
AVMs MyFritz! dient einfach als DynDNS für IPv6, nur daß eben die Hostnames nicht so schön kurz sind wie bei den üblichen DynDNS-Anbietern, wo sie z.B. "titus.mooo.com", "titus.dyndns-at-home.com" o.ä. lauten würden. Dafür funktioniert es aber automagisch und ohne extra Tools auf jedem Gerät installieren zu müssen, das über einen IPv6-DynDNS-Host verfügen soll.
Und den einzigen Nachteil, also den kryptischen Hostname, kann man problemlos über einen kürzeren und wartungsfreien (d.h. einmal angelegt muß man ihn nie wieder anfassen) CNAME z.B. von freedns.afraid.org beseitigen ...
Wer keine Fritz!Box und damit kein MyFritz! hat, muß auf klassische Weise DynDNS-Updates machen, d.h. dann eben auf jedem Gerät, das einen DynDNS-Host kriegen soll muß erst inadyn-mt o.ä. installiert, regelmäßig auf IP-Wechsel geprüft und dann der DynDNS-Host aktualisiert werden.
Das geht auch, ist aber ungleich aufwendiger als die MyFritz!-Lösung.
Dann sind die Geräte, so sie das selber können, von außen über v6 erreichbar.
Richtig. Wobei so ein DynDNS-Host dabei genau wie bei IPv4 einfach nur eine Erleichterung darstellt. Auch ohne den DynDNS-Host könnte man direkt über die IPv6-Adresse auf die Geräte zugreifen. Aber wer will sich IP-Adressen merken, vor allem, wenn sich diese gelegentlich ändern?
Um sie auch aus v4-Netzen, z. B. Mobilnetzen, erreichen zu können, gibt's dann wohl zwei Wege:
- über einen 6to4-Tunnel z. B. über sixxs (darüber habe ich schon meine Fritzbox vom Android-Smartphone erreicht)
- oder eine feste v4-Adresse bei z. B. feste-ip.net einrichten (so weit bin ich leider noch nicht, da ich meine Geräte derzeit nicht mal über die kryptische URL erreiche)
Korrekt beschrieben.
Wobei eben in beiden Fällen Dein Heimnetz über IPv6 erreicht wird, nur daß in zweiterem Fall feste-ip.net diesen Teil für Dich übernimmt, selber aber auch per IPv4 erreicht werden kann.
Die beiden Wege unterscheiden sich also gar nicht so gewaltig:
Beim Tunnel baut das Endgerät eine Verbindung über IPv4 zu einem Tunnelanbieter auf und über diese IPv4-Verbindung wird dann IPv6-Traffic getunnelt, so daß das Endgerät danach direkt selber mit IPv6-Hosts reden kann.
Bei feste-ip.net wird eine Verbindung über IPv4 zu feste-ip.net aufgebaut, die tunneln dann aber eben keinen IPv6-Traffic zwischen sich und dem Endgerät, sondern leiten den IPv4-Traffic nur in Abhängigkeit vom verwendeten und vorkonfigurierten Port an das gewünschte Gerät zuhause weiter.
Beide Lösungen haben Vor- und Nachteile:
Die erste ist umfassender. Hat man ein Endgerät einmal mit IPv6 versorgt, dann kann man danach beliebige Dienste und Server - also nicht nur seine eigenen, sondern z.B. auch die vom Bekannten/Verwandten/... - über IPv6 nutzen. Der Nachteil ist, daß das nicht auf jedem Endgerät so einfach geht, aber immerhin auf den gängigsten mobilen, also Android.
Die zweite stellt keine Ansprüche an das Endgerät/Startnetz, weil zwischen diesem und feste-ip.net weiter das alte IPv4 verwendet wird, das funktioniert also auch mit einem Apple-Notsosmartphone, Windows Phone oder auch an Arbeitsplätzen in Firmen mit kompetenzunbelasteter IT. Dafür funktioniert es auf der anderen Seite nur mit solchen Diensten, die man entsprechend vorbereitet (= bei feste-ip.net eingerichtet) hat und die Anzahl dieser Dienste bestimmt den Preis ...
D.h. ich kann dann z.B. mein heimisches NAS auch über IPv4 erreichen, aber nicht das vom Cousin usw., es sei denn, ich richte für den auch einen entsprechenden Dienst ein und bezahle dafür ...
Meine Präferenz ist klar:
Wann immer möglich, würde ich das Startnetz IPv6-tauglich machen, da das eh die natürliche Entwicklung ist. D.h. mit voranschreitender Zeit wird man das in immer weniger Startnetzen machen müssen (d.h. man kann den Tunnel dort ab- und auf natives IPv6 umschalten), aber immer mehr Zielnetze nur per IPv6 erreichen können.
Einschränkung dabei ist natürlich, daß die Anzahl der Startnetze beherrschbar ist, also z.B. eine knappe Handvoll eigener Smartphones/Tablets und eine ebenso große Anzahl von Heimnetzen bei Bekannten/Verwandten. Mehr wird man wohl kaum leisten können/wollen.
Die Alternative ist rückwärtsgewandt: Sie funktioniert zwar einwandfrei für die konfigurierten Dienste, aber je mehr Anschlüsse auf DS-lite geschaltet werden (M-Net, Unitymedia, KabelBW, Kabel Deutschland, Glasfaser Deutschland und bei NetCologne ist es abzusehen, daß die es auch irgendwann tun werden müssen), desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß ich auch auf fremde Dienste/Server per IPv6 zugreifen können will/muß, für die man wohl kaum jeweils eine feste-ip.net-Weiterleitung aus eigener Tasche bezahlen will ..
Die Daseinsberechtigung dieses Dienstes liegt also für meine Begriffe in solchen Diensten, die für mich ultimativ wichtig sind (z.B.: Ich will vom Arbeitsplatz unbedingt auf meine Unterlagen auf dem NAS zuhause zugreifen können), bei gleichzeitiger Unmöglichkeit, dies über einen 6in4-Tunnel zu tun (Firmen-IT spielt nicht mit).
Außerdem macht es Sinn, wenn ich aus einer kaum beherrschbaren Menge an Startnetzen (A la ständig wechselnde Internet-Cafes, Arbeitsplätze bei wechselnden Kunden, ...) auf das IPv6-/DS-lite-Zielnetz zugreifen können will/muß.