Hallo,
das mit dem Linux hätte ich niemals schreiben sollen. Das bringt nur Verwirrung. Aber ich denke, ich kann das jetzt auflösen:
Aus dem Wireshark-Trace ergibt sich, dass sehr viele Retransmissions gemacht werden. Ab einer bestimmten Menge bricht Windows die Verbindung dann einfach ab. Bei Linux wird die Verbindung noch deutlich länger aufrecht erhalten. Es werden unter Linux also deutlich mehr Versuche übernommen, die Daten endlich zu übertragen. Darum kommt am Ende bei Linux trotzdem noch ein Upload zustande, der unter Windows nicht funktioniert. Man kann aber auch unter Linux sehen, dass es immer wieder zu Pausen beim Upload kommt.
Der Unterschied zwischen IPv4 und IPv6 hat weniger mit Sicherheit als mit der Zeit zu tun, als das Internet erfunden wurde. Um es mal ganz einfach zu beschreiben: Irgendwie muss ja jeder Computer direkt adressierbar sein. Bisher gab es dafür maximal etwa 4,3 Milliarden eindeutige Adressen. Damals nahm man nicht an, dass wir schon jetzt so weit sind, dass diese Adressen nun langsam aufgebraucht sind. Um dem entgegenzuwirken, hat man sich vor ein paar Jahren einen neuen Standard zur Adressierung von Geräten überlegt, die mit dem Internet verbunden sind: IPv6. Durch diesen Standard sind jetzt viel mehr eindeutige Adressen möglich. Es sind sogar so viele, dass man auf jedem Quadradtmillimeter der Erde 600 Billiarden Geräte anschließen könnte. Eine riesige Menge, mit der die meisten 3 bis 4 Personenhaushalte die nächsten Jahre auskommen sollten.
Seit einger Zeit vergibt UnityMedia für Neukunden nur noch IPv6 Adressen. Damit alle Geräte und Netzwerke weiterhin funktionieren, werden IPv4-Adressen praktisch über das IPv6 Netzwerk geschickt. Genau genommen werden diese dann getunnelt (DS-Lite). Leider klappt das in den letzten Wochen bei UnityMedia nicht (mehr) fehlerfrei. Darum haben wir alle diese Probleme.
Warum sich so wenige beschweren? Ich denke, zunächst muss mal erkannt werden, dass es überhaupt ein Problem gibt. Bei mir selber war es schon Ende Dezember so, dass ich hin und wieder keine Bilder zu Google+ hochladen konnte. Ab und zu klappte es aber auch. Darum habe ich mir zunächst nichts dabei gedacht. Erst, als ich vor etwa zwei Wochen ein wichtiges Dokument per E-Mail verschicken wollte, habe ich versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei bin ich auf diesen Thread hier gestoßen.
Naja, den Rest kann man dann ja hier nachlesen.
Heute hatte ich wieder so ein Erlebnis. Obwohl ich es mittlerweile besser wissen sollte, habe ich noch einmal die UM-Hotline bemüht. Wie dem auch sei, man wird mir nun noch einmal einen Techniker schicken, der dann wahrscheinlich wieder nichts feststellen kann, weil es sich einfach nicht um ein lokales Hardware-Problem, sondern um die Übertragnung von IPv4-Daten handelt, die zunächst durch diesen IPv6-Tunnel müssen. Da kann dann dieser Techniker bei mir auch gar nichts dran ändern. Aber was solls.
Bei einem Bekannten von mir wurde vor ein paar Tagen die Fritz!Box ausgetauscht. Hat natürlich auch nichts gebracht. Auch dort unverändert immer noch die gleichen Probleme, wie sie hier im Forum beschrieben wurden.
Die Lösung wäre in der Tat, wenn man eine "richtige" IPv4-Adresse hätte. Dann würde nämlich das ganze Tunnel-Gedöns nicht mehr notwendig sein und die Daten könnten direkt zu oder von IPv4 Netzwerken übertragen werden. Da aber - wie schon beschrieben - IPv4-Adressen nicht mehr in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen, bekommt man die bei UM normalerweise nur noch, wenn man einen Business-Vertrag hat.
Vielleicht habe ich ja auch mal Glück und bekomme einen Techniker, der so kompetent ist wie ein paar Threads vorher beschrieben, und bei mir wird dann auch komplett auf IPv4 umgestellt. Momentan habe ich nämlich nicht gerade Hoffnung, dass die sich bei UM der Sache wirklich annehmen werden :/