Es würde die Probleme tatsächlich reduzieren, wenn mehr Server auch per IPv6 erreichbar wären, im Endeffekt sogar ganz beseitigen sobald endlich alle Server umgestellt haben.
Aber wenn Unitymedia jetzt darauf warten will, dann machen die es sich in der Tat extremst einfach.
Es ist ja nicht so, daß DS-lite generell nicht funktionieren würde, es gibt vielmehr handfeste Probleme mit Unitymedias AFTR-Gateways.
Entweder die sind schlichtweg überlastet, dann muß Unitymedia aber auch neue heranschaffen, oder aber sogar fehlkonfiguriert, dann ist Unitymedia sowieso in der Pflicht.
Selbst wenn es "nur" Überlast ist und Unitymedia "auf die Schnelle" (Das Problem ist ja nicht neu, von "auf die Schnelle" kann also eigentlich auch keine Rede mehr sein) keine zusätzlichen Kapazitäten heranschaffen kann, gäbe es eine Möglichkeit, das Problem für den Übergang zu lösen:
Einfach keinen Facebook-, Google- und Youtube-Traffic mehr über die AFTR-Gateways zulassen bis die Kapazitäten da sind.
Sauber ist das nicht, denn es gibt tatsächlich auch IPv4-only-Clients, die auch dann auf IPv4-Zugang zu diesen Seiten angewiesen sind, wenn der Kunde alles richtig aufgebaut hat, z.B. SmartTVs.
Aber bevor das ganze Netzwerk kollabiert beschränkt man das Problem doch lieber auf solche Geräte.
In dieser Angelegenheit kann man Unitymedia eigentlich nicht zuviel auf den Sack gehen, die Lösung des Problems ist überfällig.
Tolle Verweise auf Business- und Horizon-Verträge lösen das Problem auch nicht wirklich, sondern nur für den einen Kunden, der sich darauf einläßt und das können prinzipbedingt auch nicht alle sein.
Worauf will Unitymedia die restlichen Kunden noch verweisen, wenn sich so viele Kunden darauf eingelassen haben, daß es gar keine IPv4-Reserve mehr gibt?
Die Crux an der Sache ist ja auch die:
Für weitere AFTR-Gateways benötigt Unitymedia ebenfalls IPv4-Adressen und zwar möglichst in einer gesunden Proportion zu der Kundenzahl, die darüber läuft.
Je mehr Kunden sich am AFTR-Gateway eine öffentliche IPv4 teilen müssen, desto wahrscheinlicher ist es, daß es zu Problemen beim Zugriff auf beliebte Seiten kommt, die sich gegen "Hammering" bzw. "DoS" wehren.
Beträgt das Verhältnis AFTR-Clients:öffentliche IPv4-Adressen z.B. 10000:1, dann sehen Server die fast jeder nutzt - wie die von WhatsApp - z.B. fast 10000 Zugriffe vom selben System, was der Serverbetreiber eigentlich als DoS-Attacke werten muß.
Ohne die tatsächliche Ursache der aktuellen Probleme zu kennen, kann man nur mutmaßen, aber es wäre gut möglich, daß die aktuellen Probleme sogar genau dadurch verursacht werden!
Wenn 10000 Kunden unter derselben IPv4 auf einen Mailserver zugreifen, dann ist es eigentlich nur logisch, daß der zu seinem eigenen Schutz dichtmacht.
Also:
Unitymedia muß die Kapazitäten der AFTR-Gateways an die Kundenzahl anpassen. Und wenn ganze Regierungsbezirke das selbe AFTR-Gateway nutzen, dann kann was mir der Dimensionierung nicht stimmen.
Außerdem müssen die AFTR-Gateways über einen der Kundenzahl angemessenen Vorrat an IPv4-Adressen verfügen, damit Server die Zu- nicht als Angriffe werten.
Trotzdem kann man ja auch mal beim GMX-/eBay-/usw.-Support einen kleinen Hinweis auf den Kalender hinterlassen. Meiner zeigt "2015", fast drei Jahre nach dem World IPv6 launch day.
PS:
Es wäre mal ganz interessant zu erfahren, über welches AFTR-Gateway wer angebunden ist und wo er tatsächlich herkommt.
Am besten auch von solchen Leuten, die (noch?) keine Probleme haben.
Beispiel 1:
AFTR-Gateway: dtmd.... (Aus dem Router kopieren, diese Adresse/IPv6 ist nicht wirklich geheim)
Standort: Essen
Probleme: Uploads brechen ab.
Beispiel 2:
AFTR-Gateway: cgn.... (Aus dem Router kopieren, diese Adresse/IPv6 ist nicht wirklich geheim)
Standort: Köln
Probleme: keine.