Das ist eine Standardmethode von Private Equity: man nimmt Kredite auf, um mit diesem Geld eine Firma zu kaufen, und bürdet der gekauften Firma dann die Tilgungsverpflichtung der Kredite auf. Man deklariert die Firma dabei als hoch verschuldet, um keine Steuern zahlen zu müssen und um einen harten Sparkurs, üblicherweise auf dem Rücken der Mitarbeiter, in der Firma fahren zu können. In der Regel höhlt das die Firma bis aufs Gerippe aus. Dann verkauft man die Firma, die ihren Kaufpreis sozusagen selbst bezahlt hat, ohne jedoch sich selbst zu gehören, als hoch profitabel, ohne dass der Käufer ahnt, dass die Firma innen drin völlig ausgehöhlt ist. Bin etwas irritiert, dass Unitymedia das Opfer solcher Methoden geworden ist. Bei so einem bekannten Unternehmen hätte ich das jetzt nicht erwartet, und dass Vodafone sowas mitmacht, indem es einen völlig überteuerten Preis für Unitymedia zahlt, irritiert mich ebenfalls.
Das als verschuldet deklariert werden und sich selbst bezahlen müssen ohne sich freizukaufen kennt man übrigens aus Feudalismus, Leibeigenschaft und der Sklavenhaltung. Hier halt nur statt auf Menschen auf Unternehmen angewendet.