Auf lange Sicht wird es eine Freigabe der Kabelnetze geben die Telekom fordert es ja schon:
http://www.welt.de/webwelt/article6306234/Telekom-erhoeht-Druck-auf-TV-Kabelnetzbetreiber.html
Also muss was möglich sein. :super:
Gruß
Robi
... bei der Forderung geht es der Telekom nicht um Kabel -TV sondern um Internet und Telefonie via Kabel.
Die Telekom fordert nun das, wogegen sich die Telekom bei VDSL wehren konnte. Es ist exakt das gleiche Argument, dass auch die Kabelanbieter vorbringen könnten.
Damit die Bundesnetzagentur regulierend eingreifen kann, müssen die Kabelanbieter bzgl. Internet und Telefonie über eine beträchtliche Martkmacht verfügen. Derzeit haben alle Kabelanbieter gemeinsam einen Martkanteil von gerade mal 10%, was man beileibe nicht als beträchtliche Marktmacht bezeichnen kann. Damit fehlen der Bundesnetzagentur die Rechtsgrundlage zur Regulierung von Internet und Telefonie in den Kabelnetzen.
Im TV-Geschäft sieht das anders aus, denn hier hat die Bundesnetzagentur festgestellt, dass u.a. Unitymedia eine beträchtliche Marktmacht im Sinne des TKG besitzt und aus dem Grund werden Einspeise- und Signalzulieferungsmarkt reguliert.
Beim Signalzulieferungsmarkt geht es um den Bezug der Signale durch alternative Kabelanbieter. Diese alternativen Kabelanbieter sind hier Reseller, wie es auch bei DSL sehr lange üblich war.
Grundsätzlich stehen mehrere Kabelanbieter zur Auswahl. Als Mieter hat man in der Regel keine Möglichkeit den Kabelanbieter selbst zu wählen, da der Vermieter seinen Vermietern die Entscheidung abnimmt. Das hat mit dem Telekommunikationsmarkt nichts zu tun, sondern ist eine mietrechtliche Angelegenheit. Da die Bundesnetzagentur rein gar nichts mit dem Mietrecht zu tun hat, hat die Bundesnetzagentur keinerlei Möglichkeiten regulierend eingreifen.
Aber es gibt nicht nur Angebote von Unitymedia im Kabelnetz von Unitymedia. Neben Unitymedia bieten auch SKY , ARD und ZDF ihre Angebote im Unitymediakabel an. Drittanbieter brauchen dazu nur Kapazitäten bei Unitymedia anzumieten. Die dafür zu entrichtenden Entgelte werden durch die Bundesnetzagentur reguliert.
Aber damit Angebote anderer Anbieter verfügbar sein können, muß es erstmal diese Anbieter geben. Es ist durchaus möglich, dass es die Standard-Free-TV-Programme auch von alternativen Anbietern geben könnte. Das würde allerdings dazu führen, dass diese Programme mehrfach im Kabel verbreitet werden. Damit auch nur die Kunden des jeweiligen Anbieters die angebotenen Programme sehen können, müssen die Kunden eindeutig adressierbar sein, was derezit nur mittels Verschlüsselung möglich ist.
Wenn 10 Anbieter ihre Programmangebote feilbieten würden, würden z.B. 9Live mit großer Wahrscheinlichkeit 10mal eingespeist. Bei der Vielzahl der Anbieter würden die Kapazitäten im Kabel knapp und damit auch entsprechend teuer ...