Ich bin gerade dabei mein Haus (im Rohbau) vom Elektriker ausbauen zu lassen.
Du möchtest, wenn Du so sicher wie möglich sein willst, Dir nicht irgendwann in den Hintern zu beißen:
TV:
- Einen Marken-Sat-Spiegel (="Schüssel") >=100cm mit Vierfach-LNB-Halter und vier Quad-LNBs, schielend ausgerichtet auf 19,2°E (Astra 1),13°E (Hotbird), 23,5°E (Astra 3) sowie 28,5°E (Eurobird 1 und Astra 2) oder 9°E (Eurobird 9A) sowie eine UKW-Antenne.
Warum?
Ein LNB kostet Pi mal Auge 40 EUR, der Vierfachhalter nahezu nix mehr als ein 1fach-, 2fach- oder 3fach-Halter. Jemanden, der schwindelfrei ist und über die notwendigen Meßgeräte verfügt, um mehrere schielende LNBs gleichzeitig auszurichten, später auf's Dach zu jagen wird teurer. Und entgegen aller Unkenrufe von Kabel-TV-Verfechtern rostet ein ordentlicher Marken-Spiegel (Kathrein, DigiSat, ...) eben auch nicht schon im Katalog/Baumarkt.
Außerdem ist so sichergestellt, daß 17 Kabel (4x4 für die Satelliten + 1x UKW) liegen. Spätestens am 1.5.2012 beißen sich die Leute in den Ar***, die vor einigen Jahren Sat-Anlagen mit Dual-LNBs errichtet haben, insbesondere, wenn der Kabelweg nicht mehr erreichbar ist (Mir ist da ein Fall zu Ohren gekommen, wo die Sat-Schüssel wegen der Sicht auf Astra auf der freistehenden Garage steht und die zusätzliche Kabelei nicht mehr nachzuziehen geht).
Und warum vier Satelliten?
Über Astra 1 kommen zwar alle Programme rein, die Otto Normalbenutzer so guckt (Also der dt. Kram), allerdings findet man mehrere Sender (ZDF, RTL (Schweiz), SF Info, arte, um nur die wichtigen zu nennen) auch noch mal als Backup auf Hotbird 13°O. Hat den Vorteil, daß man es sich nicht von Kabel-TV-Kunden oder DVB-T-Nutzern erzählen lassen muß, wenn Astra 1 von einem Meteoriten aus der Umlaufbahn gekloppt wurde, weil man es selber nicht mehr in den Nachrichten sehen konnte
. Außerdem finden sich alle-1 Erotikpakete, die man hierzulande buchen kann, auf Hotbird 13°E.
Auf Astra 3 kriegt man diverse Holländer rein (Canal Digitaal strahlt nur das absolute Notprogramm auf Astra 1 aus, das komplette Paket empfängt man nur über Astra 3). Außerdem, aber das ist für uns gesetzestreue Bürger natürlich nicht wirklich relevant, könnte man sich über Astra 3 das gesamte Programmangebot von Kabel Deutschland (und damit praktisch Sky Welt (extra)) beschaffen, denn wegen des großen und unzusammenhängenden Netzgebietes von KD greift KD auf Satellitenübertragung zurück, um seine Programme in jedes dieser Teilnetze zu bringen.
28,5°O ist interessant, wenn man englischsprachige Sender (BBC, sky UK, ...) empfangen möchte und 9°O, wenn man auch das auf Hotbird 13°O fehlende Erotikpaket (Penthouse HD1 + Penthouse HD2) empfangen können will. Penthouse HD1 und HD2 sind übrigens nach weit überwiegender Ansicht die besten solchen Sender. Die anderen Sender grenzen an Kundenbesch.., weil die Bitraten grauenhaft niedrig sind. Ich krieg hier Hustler und Dorcel TV rein und obwohl diese beiden Sender noch nicht zur untersten Schublade der Bitratendrücker gehören ist die Bildqualität schon auf einem 24"-Monitor deutlich unter der einer DVD!
Heute ärgere ich mich darüber, daß ich für sagenhafte ~90 EUR Ersparnis bei Halterung und LNBs weder Penthouse HD1+2 noch Daring!TV reinkriege, weil ich mich auf Astra 1 und Hotbird 13°E beschränkt habe. Und wer kein bekennender Pornofan ist, ärgert sich dafür vielleicht über die fehlende Premier League via sky UK oder fehlendes Filmangebot im O-Ton ...
Die UKW-Antenne ist logisch, vergißt man aber leicht: Kein Kabel-TV bedeutet eben auch, daß man auch kein Kabel-Radio hat und das bedeutet (Ohne UKW-Antenne auf dem Dach): Wurfantenne *würg*
Klar kann man auch über Sat Radio hören ... da gibt es aber keine speziellen Receiver für und das wiederum bedeutet, daß man an jedes Radio, an dem man vernünftig hören können will, einen normalen Sat-Receiver für TV-Empfang hängen müßte. Das wiederum kann für kuriose Überraschungen sorgen, wenn der nicht gleichzeitig auch an einem Fernseher hängt ... bei meinen Eltern war vorübergehend Schluß mit Radio, als der Receiver ein Firmware-Update machen wollte und per OSD auf Bestätigung wartete, was auf dem "normalen" Display eben nicht zu sehen war. - Eine Teleskop-Rahmenhalterung für o.g. Sat-Schüssel.
Häh? Dä: Teleskop-Rahmenhalterung TRM80
Wieso?
Darum: - Kathrein ZAS Dachsparrenhalterung
Zulässiges Biegemoment 700 Nm
Maximale Parabolantenne 90cm (Man kriegt auch welche, die der TÜV mit Ach und Weh bis 100cm freigegeben hat, dabei geht es aber um Sicherheit (Abschmieren) und nicht um Empfang! - Kathrein ZTH13 Rahmenhalterung
Zulässiges Biegemoment 1650 Nm
Wenn alle auf mich hören würden, gäbe es die unselige Diskussion mit Kabel-TV-Lemmingen nicht, die behaupten, mit Sat würde man bei Wind nix mehr sehen.
Vom Sturm umgeknickte Bäume hat die Stadt hier schon von der Straße kratzen müssen und ich konnte ungestört fernsehen. Das geht aber eben nicht mit Einpunkthalterungen wie es die einfachen Dachsparren- oder Wandhalterungen meist sind, daß der Mast darin wackelt oder umknickt ist nur logisch.
Solltest Du aus baulichen Gründen (Blitzschutz, Flachdach, schlechte Zugänglichkeit für Wartung, Sicht nach Osten, ...) eine Wandhalterung verwenden müssen, laß den Mast an einem zweiten Punkt mit einer Schelle befestigen. Halte einen Besen am Stielende in einer Hand senkrecht nach oben, wiederhole den Versuch mit einer zweiten Hand weiter oben am Stiel und Dir müßte klar werden, wie gewaltig der Unterschied ist.
Wenn es geht und mit den Stabilitätskriterien aus diesem Punkt vereinbar ist, laß die Schüssel an einen Punkt montieren, den man gut - z.B. von einer Dachluke oder Dachfenster aus - erreichen kann. Muß ich wohl nicht begründen ... - Zweifach-Verkabelung an jede Sat-Dose (Dementsprechend Dreiloch- oder Vierlochdosen, z.B. Kathrein ESD32)
Weshalb?
Weil Du früher oder später auf Twin-Receiver mit PVR (Personal Video Recorder) setzen wirst und die Dinger auch immer billiger werden, bzw. sich nach und nach im Haus ausbreiten werden, wenn das Hauptgerät nicht wegen Defektes sondern wegen Neuerungen ausgetauscht wird.
Bei Sat brauchst Du für jeden Tuner, im Twin-Receiver sind das zwei, eine separate Zuleitung, sonst kannst Du nicht einen Sender aufnehmen während Du einen anderen guckst (Ausnahme: Beide Sender liegen auf demselben Transponder). Um also z.B. ZDF zu gucken, während Du WDR aufnimmst, brauchst Du zwei getrennte Kabel zum Receiver.
Unicable (Ein Kabel für alle Receiver) ginge zwar auch, ist aber auf acht unterschiedliche Sender beschränkt - das sind gerade mal 4 Twin-Tuner - und insbesondere Billigreceiver, wie man sie zu Anfang gerne ins Kinder-, Schlaf- oder Gästezimmer stellt, bis der "gute" Receiver im Wohnzimmer einem neueren weichen muß, kommen damit nicht klar.
Alternativ kannst Du Sohn/Tochter/Frau später erklären, daß er/sie im Kinder-/Schlafzimmer nicht gleichzeitig einen Film aufnehmen und Fußball/DSDS/Lindenstraße/... gucken kann, weil Du immerhin 10 EUR an Kabel gespart hast ...
Je nachdem wie Multimedia-affin Du bist, würde ich sogar an manchen Stellen eher noch mehr Kabel/Dosen legen. Man kann nämlich auch z.B. einen PC als Server irgendwo hinstellen, dort DVB-S-Karten reinstecken und die Sender dann per LAN durch's Haus streamen (Bei T-Entertain ist das nicht viel anders: Der Hauptreceiver empfängt alles und streamt es an die Clients, d.h. der MR 100 ist eigentlich nichts anderes als ein Streaming-Client für den MR300/MR301!).
Vorsicht: Es gibt Vierlochdosen, also 2x F-Buchse für Sat und die gewohnten TV- und Radio-Buchsen wie bei Kabel/Terrestik. Theoretisch ist das toll, allerdings gibt es einige Schalterprogramme (z.B. Busch-Jaeger Impuls), in denen es keine passende Abdeckung dafür gibt! Deshalb besser Dreilochdosen wie die o.g. ESD32 verwenden. Die haben 2 F-Buchsen für Sat und eine "klassische" TV-Buchse, die man dann mittels kleinem Adapterstecker für Radio nutzen kann. Da man eh keine klassische TV-Buchse braucht, reichen die drei Anschlüsse völlig und man ist beim Schalterprogramm frei. Die Anordnung entspricht über dies auch der bei der Multimedia-Dosen der Kabelnetzbetreiber, so daß dieselbe Abdeckung verwendet werden kann wie für diese.
- Alle Kabel gehen von den Anschlußdosen zum Dach, dort kommt ein Multiswitch bzw. eine Kaskade aus mehreren Multiswitches hin
Multiswitches haben 5,9,13 oder 17 Eingänge, je Satellit vier (low+high) * (horizontal+vertikal) plus einen für "Terrestik" und x Ausgänge, wobei x meist zwischen 8 und 32 liegt. Bedenke, daß jede Dose (s.o.) doppelt eingespeist wird, d.h. 24 Ausgänge entsprechen 12 Anschlußdosen. Braucht man mehr Ausgänge, kann man kaskadierbare Multischalter verwenden. Beim kaskadierbaren Multischalter werden alle Eingänge auch 1:1 auf zusätzliche Ausgänge durchgeschliffen, an die man dann einen weiteren Multischalter hängen kann.
An jedem Ausgang des Multischalters kann je ein Tuner jeden beliebigen Sender jedes beliebigen Satelliten empfangen, sch...egal, was an den anderen Ausgängen gerade abgeht. Somit ist die Verteilung über Multischalter eigentlich für jede Installation > 1 Receiver unverzichtbar. Leute, die an der Doppelverkabelung zu jeder Dose oder an den Ausgängen des Multiswitches sparen, enden damit, daß sie Überbrückungskabel am Receiver haben, die das Signal eines einzelnen Kabels auf beide Tuner legen. Dann kann man aber eben nur Sender des selben Transponders gucken, also z.B. WDR+BR oder RTL+RTL2, aber nicht WDR+ZDF oder RTL+Pro7.
Wenn man natürlich Reservedosen im Haus hat, die nur nach größeren Umräumaktionen zur Verwendung kommen (a la "Wir drehen jetzt das Wohnzimmer um, die Couch und Schrankwand tauschen die Seite"), kann man sich die Ausgänge dafür sparen und die Kabel erst bei Bedarf umklemmen. Lohnt aber auch nur, wenn man dazu nicht erst zusätzlich Möbel rücken muß, damit die Ausziehtreppe zum Dachboden aufgemacht werden kann, usw. ...
Zum Preis: Ein Multischalter 5/8 (5 Ein-, 8 Ausgänge) kostet ~75 EUR, ein 17/12er (17 Eingänge, 12 Ausgänge) 170 EUR, 17/16 gibt es für 200 EUR, usw. usf.
Also eine lächerliche Preisdifferenz angesichts der Gesamtkosten der Installation und wenn man sich überlegt, daß man beim Austausch wegen Fehlplanung später trotzdem den höheren Preis bezahlt, aber zusätzlich noch das Geld für den unterdimensionierten versenkt hat. Wenn Du mir nicht glaubst, kauf mir doch einfach meine 9/24-Kaskade ab, ich ärgere mich nämlich gerade über zwei fehlende Ausgänge und die fehlenden 8 Eingänge für die beiden fehlenden Satelliten ...
- Zusätzlich kommt ein Koax-Kabel vom Speicher bzw. dem Aufbauort der Multischalter in den Keller und eines vom Aufstellort des (Haupt-)PCs in den Keller
Wieso des?
Das erstgenannte Kabel ermöglicht es, jederzeit auf Kabel-TV umzusteigen! Vom HÜP im Keller auf den Terrestik-Eingang des Multiswitches und alle Sat-Dosen sind (zusätzlich oder auch statt Sat, wenn man die Kabel zur Schüssel abklemmt) mit Kabel-TV eingespeist!
Das zweite Kabel dient schlichtweg dazu, daß der Kabel-Router bzw. das Kabel-Modem am PC stehen kann. Da gehört es nun einmal hin, denn jedes andere Problem läßt sich besser lösen, wenn man eh neu installiert, als das, nicht mal eben das Kabel-Modem aus- und wieder einschalten zu können weil das Internet spinnt oder nach einem mißglückten Firmwareupdate an einer eigenen Fritz!Box für das Recover das Kabel vom Netzteil abziehen und wieder anstecken UND nahezu gleichzeitig am PC klicken zu müssen. Außerdem wäre die Blinkerei von Modems und Routern (fast) überall anders störender als neben dem PC, wo eh immer was flackert.
Soweit der Sat/TV-Teil.
Zum Netzwerk nur soviel:
Wie bei den Sat-Dosen eher zwei zu viel als eine zu wenig. Auch von mir der Hinweis auf (W)LAN-Radios, Streaming-Clients, Spielekonsolen, internetfähige Fernseher, @home-Funktionalität von Haushaltsgeräten, usw. usf.
"Cat.7"-Kabel ist seit mehreren Jahren die Norm, auch wenn man es letztendlich heutzutage immer noch als Cat.6 verdrahtet (Die Dosen für Cat.7 wären andere), aber man kann halt am Kabel Cat.6 statt Cat.7 nix sparen und manche Elektriker haben es halt nötig, dann mit der Angabe Cat.7 zu bronzen.
Nicht vergessen, auch hierfür ein Kabel vom PC-Aufstellungsort in den Keller zu legen. Das beruhigt ungemein für den Fall, daß in der Zeitspanne zwischen jetzt und dem Zeitpunkt an dem Internetanschlüsse schneller werden als 10 GBit/s (In Deutschland also bis in alle Ewigkeit) eine andere Zugangsart (Sonar durch's Frischwasser, modulierte Odorierung des Erdgases, .... :zwinker: ) aufkommt als die, für die wir eh Kabel legen (Telefonnetz und BK-Kabelnetz).
Telefon(/DSL-Reserve):
Hinzu käme noch ein Telefonkabel, nicht gerade 2x2x0,4 sondern ruhig mehr Adern und dicker, vom PC-Aufstellungsort/Büro in den Keller und vom Keller an den Platz, wo das Telefon später stehen soll, sofern nicht identisch zum PC-Aufstellungsort. 10x2x0,6 darf ruhig sein und gerne J(2)YSty zu Sternvierern verseilt. Elektriker verwenden nämlich meist das billigere und schlechter geschirmte in paarweise Verseilung. Alternativ gehen natürlich auch zwei Cat.7-Kabel statt einem 10x2x0,6.
In beiden Fällen kann man dann fast alles damit machen: Ggf. später doch noch klassische Festnetztelefonie und/oder DSL zum PC/Router bringen (2 Adern), einen analogen Anschluß vom Router zum Telefon (via Keller) verlegen (2 Adern), einen ISDN-S0-Anschluß oder das, was der Router dafür hält, vom Router zum Telefon verlegen (4 oder 8 Adern, auch wieder via Keller) und das alles ggf. auch gleichzeitig.
Außerdem - lach nicht - wäre es nicht von der Hand zu weisen, sich ggf. ein paar Adern zur Türklingel frei zu halten! Türklingeln machen heute auf Wunsch nicht mehr einfach nur Dingdong, wenn jemand draußen auf's Knöpfchen drückt ... Unsere Siedle-Anlage kann ich via USB-Modul vom PC aus programmieren und sie hängt über ein weiteres Modul mit an der Telefonanlage.
Darüber lassen sich putzige Sachen realisieren:
Du bist bei der Arbeit und $PAKETDIENST kommt mit einem schweren Paket - das Du ungern in der Paketdienstagentur abholen möchtest - an. Die Klingelanlage leitet das Türklingeln an die Telefonanlage weiter und die wiederum ruft Dich auf dem Handy an. Du magst jetzt denken: Aber was nutzt mir das, ich bin doch trotzdem nicht da! Tja, aber über ein paar Tastendrücke kannst Du die Klingelanlage eben anweisen, das Garagentor aufzufahren, damit der Paketheini das Paket dort abstellen kann. Gut, die Sache hat einen Haken, der Paketbote braucht normalerweise auch eine Unterschrift, aber das kann man durch einen sog. "Garagenvertrag" lösen, insbesondere wenn sowas öfter vorkommt und dann ist die durch Fernwirken zu öffnende und schließende Garage eben doch sicherer als die übliche Ablage in einer offenen Garage/im Hausflur oder wie auch immer man die sonst bei einem Garagenvertrag üblicherweise vereinbart.
Dann gibt es auch noch Türsprechanlagenmodule für Videoübertragung via IP, eine geeignete Software auf einem HTPC (Home Theater PC) würde es Dir damit ermöglichen, die Fratze der an der Tür nervenden Person sogar auf dem Fernseher anzugucken, um zu entscheiden, ob Du sitzen bleibst (Zeugen Jehovas) oder aufstehst (Geldbote von WestLotto).
Oder, etwas bodenständiger, statt im Flur rumhängender Sprechstellen, das normale Telefon zu benutzen. Das hat mir schon so manchen Gang (Zeugen Jehovas, sky, Vorwerk, Alice, Arcor, Telekom und woher die ganzen Klingelputzer noch so kommen) erspart.
Von diesem High-Tech-Kram habe ich "nur" die einfache Anbindung via "Siedle DoorCom analog" als analoge Nebenstelle an der ISDN-Anlage: Bei mir klingelt dementsprechend (Wohl zusätzlich zu der normalen Sprechstelle, damit der Schuß nicht nach hinten losgeht, wenn das Telefon zum Telefonieren benutzt wird und deshalb besetzt ist) das Telefon, wenn jemand an der Tür klingelt und ich kann nachfragen wer stört und ggf. per Tastencode den Türöffner betätigen. Adern habe ich aber genug liegen, um die Türsprechstelle auch umfangreicher einzubinden.
Jedenfalls ist es bei entsprechender Kabeldimensionierung wurscht,
- ob das Telefon klassisch im Keller ankommt
oder
- aus dem Internetstrom (Also VoIP oder VoC) vom Kabel-/DSL-Router "erzeugt" wird
und
- ob es - weil es reines Festnetztelefon ist - direkt ins Wohnzimmer (Als Beispiel) geht
oder
- ob es einen Umweg über's "Büro" macht, weil sich dort ein Router das DSL raussplitten soll
Bedenke: (Telefon-)Kabel mit zu wenig Adern und/oder am falschen Ort sind Inhalt von mindestens 90% aller Anfragen von Kabelneulingen hier im Forum! Fast immer geht es darum, daß das Telefon ins Büro soll, dort aber keine TV-Dose ist, oder dort zwar eine TV-Dose ist, es aber keine - auch nicht irgendwo anders brückbare - Verbindung gibt, um dann das Telefon ins Wohnzimmer zu bringen. Dumm gelaufen, da ist man gerade über die - früher übliche - Telefondose im Flur (Gerne ohne Steckdose für die Ladeschale/Basis) aus den 70ern hinweg zu Telefonanschlüssen in (mehreren Räumen), so daß man mit DSL klar kommt, da kommt Kabel-Internet ...
Mit "meiner" Verkabelung müßtest Du hingegen schon verzweifelt konstruieren, um ein Problem herbeizudenken!
Beispiel gefällig?
Das Arbeitszimmer soll wegen Nachwuchs verlegt werden, da ein weiteres Kinderzimmer her und das Kabel-Modem woanders hin muß.
Kein Thema, wir haben ja noch die Brücke Keller<>Speicher. Da wir eh nur doppeltes Kabel (Wegen Sat) gelegt haben, legen wir auf die zweite Leitung im Doppelkabel eine zweite BK-Kabel-Verbindung nach oben (statt ins Büro), die erste mit gefiltertem Rückkanal (Geht auf die Sat-Multischalter) bleibt und die andere (Mit Rückkanal) wird auf dem Speicher auf eine vom Multiswitch abgeklemmte Leitung zum gewünschten Zimmer durchverbunden, schon kann man sie dort von der Sat-Dose ab- und auf eine Multimedia-Dose auflegen! Das ginge mit passiven Weichen sogar ohne Verlust des Sat-Signals auf dieser Leitung, aber das sehen die KNB nicht so gerne und ich wüßte auch keine geeignete Anschlußdose dafür (Die, die ich kenne, passen zwar mechanisch, aber nicht elektrisch).
Die Bestückung des ganzen mit der Technik:
Sat sollte geklärt sein, an jede Sat-Dose kann ein Twin-Receiver angeschlossen werden, der dann mit beiden Tunern völlig ungestört aufnehmen und "gucken" kann.
Szenario 1 - Du buchst 2play, also Internet und Telefon, bei UM:
Du bekommst ein reines Kabel-Modem, einen Router mußt Du Dir eh dazu kaufen (Den bei UM zu mieten wäre völlig irrational), Internet erkläre ich jetzt aber nicht, das verhält sich ja hinter dem Kabel-Modem weitgehend wie hinter einem DSL-Modem.
Das Telefon wird elektrisch direkt am Kabel-Modem angeschlossen, wobei Du den tatsächlichen Standort des Telefons natürlich entsprechend o.g. Verlegungsvorschlages trotzdem beliebig wählen kannst, denn Telefonkabel darf auch seeeehr lang sein.Entweder steckst Du das Telefon also direkt am Modem ein oder
1. Am Telefonaufstellungsort hängt eine normale TAE-Dose (Die ist auch völlig normal angeschlossen: rot = a, rot mit einem Strich = b).
2. Wo das Kabel-Modem hinkommt, wird ebenfalls eine TAE-Dose montiert (Ebenfalls völlig normal angeschlossen), nur daß uns die ungewöhnlicher Weise nicht als "Ausgang" dient, sondern wir speisen hier einfach das Telefon ein, indem wir von einem alten/billigen Telefon das Kabel abziehen (Oder uns ein solches Kabel kaufen

) und stattdessen in die Telefonbuchse des Routers stecken.
3. Im Keller klemmen wir die beiden roten Adern und die beiden Adern "rot mit einem Strich" aus den zwei Kabeln einfach zusammen (= Brücke)
Fertig.
Mit dem Feature "zweiter Anschluß" klappt das genauso, nur daß wir hier eben am Router zwei TAE-Buchsen und zwei Telefonkabel TAE<>RJ11 brauchen und halt dorthin, wo das zweite Telefon hin soll, noch ein fest installiertes Kabel samt TAE-Buchse am Ende.
Szenario 2: Du buchst 2play mit Telefon plus:
Du bekommst eine Witz!Box 6360, also einen Kabel-Router.
Dabei kann man absolut identisch wie bei Szenario 1 verfahren, denn auch die Witz!Box 6360 hat zwei analoge Ausgänge mit RJ11-Buchsen, der einzige Unterschied ist der, daß es sich IT-technisch dann um VoIP statt VoC handelt, das macht aber von der Verkabelung her keinen Unterschied.
Bei diesem Szenario gibt es aber eine Alternative, denn die Witz!Box 6360 ist auch eine DECT-Basis. Du kannst also schnurlose Telefone (DECT-Reichweite bis zum gewünschten Telefonierort vorausgesetzt) die Telefone auch direkt an der Witz!Box anmelden statt an der alten Basis.
Theoretisch brauchst Du dann natürlich gar keine Telefonkabel zwischen Router und Telefon.
Es spielt dabei übrigens auch gar keine Rolle, wenn Dein Telefon seine eigene Basis hat. Es wird dort einfach ab- und stattdessen an der Witz!Box angemeldet und seine eigene Basis dient nur noch als Ladeschale (Das Telefonkabel an der alten Basis kann dann auch ab, es muß halt nur das Netzteil zum Laden angeschlossen bleiben). Das geht übrigens grundsätzlich, die Basis unseres Telefons S1 war nicht eine Sekunde seit dem Kauf vor 7 Jahren als Basis in Benutzung, sondern immer nur als Ladeschale. Ich habe nicht einmal mehr das Telefonkabel dazu. Das vom Handteil her identische "Mobilteil mit Ladeschale S100" war nämlich nicht vorrätig und auch keinen Cent billiger als das "DECT-Mobiltelefon mit Basis S1" ...
Szenario 3: Du buchst 1play (Also ohne Telefon) und eine konventionelle analoge oder ISDN-Festnetzleitung (Bei der Telekom oder bei sonst irgendeinem Anbieter):
Du bekommst ein reines Kabel-Modem und brauchst das auch nur mit Deinem Router verbinden, weil Telefon ja nix damit zu tun hat.
Im Keller kommt in diesem Fall keine Brücke zwischen die fest verlegten Leitungen. Stattdessen wird die Leitung, die dorthin führt, wo das Telefon stehen soll, mit der Hausanschlußleitung verbunden (Das macht der Teledumm-Techniker). Ganz klassisch halt wie seit 100 Jahren schon.
Szenario 4: Du buchst 1play (Also ohne Telefon) und eine VoIP-Telefonleitung samt Internet (Bei der Telekom oder bei sonst irgendeinem Anbieter):
Dieses Szenario macht zwar kaum Sinn, aber ich berücksichtige es trotzdem mal:
Der Anbieter vom Telefon wird de facto DSL schalten und einen VoIP-fähigen Router mitliefern.
Kabel-Modem wie Szenario 3 (Es muß aber seinen eigenen Router für's Internet kriegen, den Sonderfall, daß man die Einwahldaten für die VoIP-Telefonie auch über Fremd-Internet-Anbieter nutzen kann oder Multilink-Router mal ausgenommen).
Am PC muß eine weitere TAE-Dose installiert werden. Im Keller verbindet der Telekom-Techniker die Hausanschlußleitung mit eben dieser zusätzlichen TAE, in diese kommt, wie bei DSL halt üblich, der DSL-Router und vom Router geht es in die andere TAE (Die natürlich auf andere zwei Adern aufgelegt ist wie die, über die das DSL reinkommt), von dort über unsere Brücke im Keller zum anderen Telefonkabel und darüber zum Telefon ...
Szenario 5: Du buchst 1play und bei einem anderen Anbieter reine VoIP-Telefonie (z.B. sipgate, dustel, ...)
Eigentlich wie Szenario 2, nur daß Du Dir einen VoIP-fähigen Router (z.B. die Witz!Box 7390) selber kaufen mußt. Dieser muß auch in der Lage sein, Internet über einen seiner LAN-Anschlüsse (oder einen separaten WAN-Anschluß) zu beziehen. Das kann aber jede halbwegs aktuelle Witz!Box und logischerweise auch jeder Router, der über kein eingebautes DSL- oder Kabelmodem verfügt. Ansonsten ist ja der einzige Unterschied zu Szenario 2, daß die VoIP-Zugangsdaten nicht von UM sondern einem anderen Anbieter kommen.
Szenario 6: Du buchst 1play (Also ohne Telefon) und eine konventionelle analoge oder ISDN-Festnetzleitung
samt DSL (Bei der Telekom oder bei sonst irgendeinem Anbieter):
Eigentlich genau wie Szenario 4, nur daß hier zwischen der "Hausanschluß"-TAE und dem DSL-Router noch der gewohnte Splitter kommt. In diesem Fall bräuchte man für die Verbindung zu unserer "rückwärts" verwendeten TAE wohl entweder ein selbstgebasteltes Kabel TAE-Stecker auf TAE-Stecker, oder man verwendet zum Einspeisen des Telefons ins Haus in diesem Fall eine RJ11-Buchse, oder man schleift den Telefonkram durch den Router, falls dieser Festnetz- und VoIP-fähig ist (Witz!Box 7570, Witz!Box 7390, Speedport W920V um nur die Modelle zu nennen, die auch die Internetgeschwindigkeit von Kabel-Internet packen).
Oder man geht vor wie in Szenario 3 und läßt das DSL vergammeln (Das kann Sinn machen, weil es kaum noch Telefon-Angebote ohne DSL gibt) ...
Das Szenario 6 erwähne ich vor allem deshalb, weil es weniger abwegig ist, als es zuerst erscheinen mag:
Anspruchsvolle Nutzer (Die z.B. ISDN voll ausschöpfen) kommen mit Telefon oder Telefon Plus von UM nicht klar. Bei z.B. Vaderphone kriegt man aber eh immer DSL mit und bei der Telekom kostet dieser Fallback auch nur 1 EUR/mtl. mehr als reine Telefonie, also kann man es auch anschließen. Früher konnte man so sogar den Router gleich mit abstauben.
Da ich genau dieses Szenario hier habe, beschreibe ich kurz den Aufbau:
Der Speedport W920V (Ich konnte den noch günstig kaufen, heute muß man den teuer kaufen oder sauteuer mieten) ist ganz normal an ISDN und DSL angeschlossen, also
1. "Haus-TAE"->Splitter->ISDN-NTBA->Telefon-/ISDN-Eingang des Speedport W920V
2. "Haus-TAE"->Splitter->DSL-Eingang des Speedport W920V
zusätzlich aber noch;
3. Kabel-Anschluß->Multimedia-Dose->Kabel-Modem->LAN1 vom Speedport
und vom Speedport aus dann zu den PCs/Switches/Geräten und an die ISDN-Anlage (Ich könnte aber natürlich stattdessen oder zusätzlich auch an analoge Telefone gehen, wie oben beschrieben).
Ich kann jetzt ganz einfach durch Umstellen der Konfiguration zwischen "Internet über LAN1" und "Internet über DSL" zwischen Kabel-Internet und DSL umschalten.
Natürlich würde ich das nicht nur deswegen alles bezahlen. Es geht mir vielmehr um's echte ISDN, denn erstens bietet UM nichts was nur annähernd ISDN entspräche und zweitens mag ich VoIP gar nicht. Im Moment bin ich noch an die Telekom gebunden, aber auch wenn ich nur zur Telekom könnte: Die 12 EUR Unterschied zwischen "nur ISDN" und "ISDN+DSL" wäre es mir eh wert, den DSL-Fallback zu haben. Und bei Vaderphone kriege ich eh kein ISDN ohne DSL dabei und wenn ich mich auf den Kopf stelle und mit dem Ar*** Fliegen fange.