das %10 ist die "zone-ID", also quasi das interface.
Die Temporäre Adresse wird häufig wechseln und wird vom OS erzeugt, damit du nicht im internet anhand deiner IP-adresse nachverfolgt werden kannst. Wenn noch verbindungen mit einer bestehen, aber die zeit für die Adresse abgelaufen ist (lease-time) wird die neue einfach zusätzlich zugewiesen und die alte bleibt gültig, bis die verbindung abgebaut ist.
Dieser Erklärung ist soweit nichts hinzuzufügen.
Als kleine Ergänzung sei erwähnt, daß man das beschriebene Verhalten von Windows ändern kann, z.B. durch folgende "FixIPv6.Cmd":
Code:
@echo off
netsh interface ipv6 set privacy state=disabled store=active
netsh interface ipv6 set privacy state=disabled store=persistent
netsh interface ipv6 set global randomizeidentifiers=disabled store=active
netsh interface ipv6 set global randomizeidentifiers=disabled store=persistent
netsh interface 6to4 set state state=disabled
netsh interface teredo set state disable
netsh interface isatap set state disabled
Die Anweisungen bewirken Folgendes:
netsh interface ipv6 set privacy state=disabled Deaktiviert die sogenannten "Privacy Extensions", das ist die beobachtete, immer wieder wechselnde "temporäre Adresse".
netsh interface ipv6 set global randomizeidentifiers=disabled Diese Anweisung verhindert, daß Windows die IP-Adresse "würfelt".
In meinem Workshop habe ich beschrieben, daß sich der hintere Teil der IPv6-Adresse aus der MAC-Adresse der Netzwerkschnittstelle ergibt (Modified EUI-64). Für Windows ist dies aber nicht wirklich richtig, standardmäßig würfelt sich Windows bei der Installation einer Netzwerkschnittstelle einmalig einen eigenen hinteren Teil und nutzt diesen statt der modifizierten MAC-Adresse. Dadurch bedingt kriegt derselbe Rechner zwar mittelfristig betrachtet auch immer wieder dieselbe, aber auch auf derselben Schnittstelle langfristig - z.B. bei einer Neuinstallation oder im Dual-Boot-Betrieb - doch wieder unterschiedliche IPv6-Adressen.
Zudem mögen diverse Tools wie z.B. DNSMasq dieses ex-norm-Verhalten gar nicht.
Die letzten drei Anweisungen deaktivieren diverse Tunnel-Interfaces wie z.B. Teredo auf dem Client.
Windows ist zwar so vorkonfiguriert, daß es diese Tunnel-Mechanismen nicht nutzt, sofern eine native IPv6-Anbindung besteht (Und ein vom Router aufgebauter SixXS- oder Hurricane Electric-Tunnel zählt für Windows als nativ), dann ist aber umso mehr die Frage, warum man die Interfaces nutzlos in Betrieb halten sollte
Schlußendlich fällt mir noch auf, daß es in Deiner Adressübersicht keine ULA gibt.
Die ULA (Unique Local Address) ist eine Adresse, die nur im Heimnetz geroutet wird, nicht aber ins Internet. Witz!Boxen z.B. sind so eingestellt, ULAs zu vergeben, solange keine Internet-Verbindung besteht, danach aber nicht mehr.
Meiner Meinung nach ist es aber durchaus sinnvoll, ULAs dauerhaft zuzuweisen, insbesondere, wenn man IPv6 auch ernsthaft im Heimnetz benutzen möchte. Hat nämlich der Router mal keine IPv6-Konnektivität (Also gar keine Verbindung oder Tunnel nicht aufgebaut), dann hätte ohne ULA keines der Geräte im Heimnetz eine routingfähige IPv6-Adresse.
Zu den Windows Privacy Extensions und den Random Identifiers siehe auch
hier bei Heise.