Die Protokolle sind alle standardisiert. EuroDocsis als solches und die jeweiligigen IP-Protokolle nutzt auch jeder andere Anbieter am Markt.
Du brauchst dir nur mal die IDs bei der IETF durchzulesen, wo Leute Vorschläge für neue Standards bei Protokollen machen können:
Du findest dort so einige Vorschläge, bei denen Provider "ihre" Protokolle, die sie in ihren Netzwerken einsetzen, als internationale Standards durchdrücken wollen.
Soo standardisiert, wie du dir das vorstellst, ist das Internet nicht!
Du kannst im (Euro)Docsis Bereich ein solches Szenario nicht aufziehen, da die MAC-Adresse das wichtigste Merkmal an einem Kabelmodem ist.
Man benötigt weniger als fünf Minuten, um diese Änderung durchzuziehen:
Der Provider muss nur in Word (oder welches Textverarbeitungsprogramm auch immer man verwendet) in seine Schnittstellenbeschreibung reinschreiben, dass er nicht 100% den DOCSIS-Standard verwendet, sondern dass die MAC-Adresse im Modem vom Kunden eingestellt werden muss.
Fertig.
Wenn es keine Modems mit einstellbarer MAC-Adresse zu kaufen gibt, ist es das (laut Gesetz) Problem des Kunden, nicht des Providers! Der Provider wird den Kunden natürlich das Angebot machen, dass dieser ein TC7200 zur Miete haben
"kann, wenn er will"...
Ausserdem ist es technisch nicht möglich (wie im oberen Absatz erklärt)
Ich arbeite als Softwarentwickler in der Automobilindustrie und habe täglich mit Geräten zu tun, bei denen
exakt das, was ich hier beschreibe, gemacht wird.
Wieso das technisch nicht möglich sein soll, kann ich mir von meiner Berufserfahrung her nicht erklären.
Ich kenne den Produktionsprozess derartiger Geräte ziemlich genau. In vielen Fällen werden die Geräte so hergestellt, dass solche nur einmal-beschreibbaren Daten (bei einem Modem wären das die MAC-Adresse und der Crypto-Key) erst nachträglich in das Gerät geschrieben werden - telweise während der Endkontrolle und bei Ersatzteilen sogar erst in der Autowerkstatt. Es spricht aus technischer Sicht absolut nichts dagegen, wenn dieser Schritt erst durch den Kunden zuhause durchgeführt wird.
Solche Daten werden dabei manchmal im Program-Flash abgelegt, wo es sehr einfach ist, Daten einmalig reinzuschreiben aber es kaum möglich ist, die einmal geschriebenen Daten zu ändern, ohne gleich die gesamte Firmware neu zu schreiben.
Das wäre natürlich für die Hersteller nicht schlecht - aber ich glaube kaum ein Verbraucher würde das einfach so hinnehmen
Wenn es in deiner Stadt in etwa so aussieht:
- Kabelprovider bietet für 19,99 Euro 20 MBit/s, gibt die MAC-Adresse vor, verlangt 6 Euro/Monat für gemietete Fritz!Box oder 1 Euro/Monat für TC7200
- DSL mit 0,768 MBit/s (in kleineren Städten ist das manchmal immer noch das Maximum!) für 29,90 Euro, dafür "Standardhardware" einsetzbar
- Die ersten Modems bzw. Kabelrouter mit einmal einstellbarer MAC-Adresse sind auf dem Markt, Preis um die 300,00 Euro
- Kabelrouter mit mehrfach einstellbarer MAC-Adresse werden noch von keinem Hersteller gebaut
... was bleibt den Kunden dann übrig, als das "einfach so hinzunehmen"?
Wenn du dich beim Kabelprovider beschwerst, wird der dir sagen: "Dann gehen Sie halt zum DSL-Provider!"
Beschwerst du dich beim Hersteller der Modems mit nur einmal einstellbarer MAC, dann sagt der dir: "Keiner zwingt Sie, sich ein Gerät von uns zu kaufen!"
PS.:
Ich habe noch einen Altvertrag mit 2 MBit/s (laut Vertrag, bin aber offenbar von UM auf 10 MBit/s hochgesetzt worden) und IPv4-only. Auch meine Hardware ist noch IPv4-only. In den nächsten Jahren wird es immer mehr IPv6-only-Server geben und Experten glauben, dass es in 10 Jahren gar keine IPv4-Server mehr geben wird. Das bedeutet, dass auch wir Altkunden irgendwann auf IPv6 umgestellt werden müssen.
Selbstverständlich habe ich bereits überlegt, ob ich dabei eigene Hardware kaufe, oder ein TC7200 von UnityMedia nehme. Ich gehe davon aus, dass das TC7200 (oder ein vergleichbares Modell) nach Ende des Routerzwangs etwa 1 Euro/Monat extra kosten wird. Einen neuen Kabelrouter bekomme ich für etwa 120 Euro. Das bedeutet, dass ich billiger wegkomme, wenn ich einen Router für 1 Euro/Monat miete, sofern dieser Router weniger als
10 Jahre in Betrieb ist...