Wie kommst du darauf, dass "der eigene Bereich" an der Ethernet-Buchse beginnt?
Das ist ganz einfach:
Nach bisheriger Rechtslage waren Zwangsrouter und -modems nur möglich, wenn der Provider im Vertrag drin stehen hatte, dass der Router oder das Modem noch Bestandteil des Netzes des Providers ist und eben nicht zum "eigenen Bereich" gehört.
(Ab August ist so etwas eben nicht mehr möglich.)
Jeder Benutzer hat die Möglichkeit (und eigentlich die Pflicht) z.B. ein eigenes komplexes WLan-Passwort zu generieren.
Der Provider wird in diesem Fall wahrscheinlich in seinem Vertrag drin stehen haben, dass du verpflichtet bist, ein sicheres Passwort auszusuchen.
In diesem Fall würde der Vorgang "Aussuchen des Passworts" wieder zum "eigenen Bereich" gehören (nicht jedoch der Router als solcher) und man könnte dich wahrscheinlich wegen Strörerhaftung dran bekommen, wenn dein Router wegen eines zu einfachen Passworts gehackt wurde. Die Argumentation ist dann, dass du beim Aussuchen des Passworts (= eigener Bereich) nicht sauber genug gearbeitet hast.
Wenn der Provider dir das Passwort vorgibt und du ohne Zustimmung des Providers gar nichts an den Sicherheitseinstellungen ändern kannst, kann man so auch nicht mehr argumentieren und der Provider würde wohl die Störerhaftung zahlen müssen (wenn überhaupt).
Mich wundert in diesem Zusammenhang, dass nicht die Routerhersteller hier in die Pflicht genommen werden, weil dieser Teil von allen mir bekannten Routern nicht deutlich hervorgehoben wird.
Stimmt.
Irgendwer hat einmal gefordert, eine EU-Verordnung einzuführen, dass die Standardeinstellung eines WLAN-Routers die allerhöchste Sicherheitsstufe sein muss (ggf. sogar "WLAN aus", so dass man für die erste Verbindung ein LAN-Kabel braucht) und der Benutzer, wenn er das will, ganz bewusst die Sicherheit runtersetzen muss.
Wenn ich da nur an das hochkritische Update der Fritzboxen auf 6.03 denke, bei der sich UM die goldene Schnecke geholt hat.
Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, warum UM eine gepatchte Firmware verwendet. Das Patchen einer Firmware kostet extrem viel Geld - ich weiß das, da ich das beruflich im Automobilsektor mache.
Diese Geldmenge holt man normalerweise nicht dadurch wieder rein, dass man Features wie WLAN abschaltbar macht und dadurch kassiert. (Einige Leute behaupten ja, dass das der Grund dafür war; falls es wirklich der Grund war, dann hat sich UM wahrscheinlich massiv mit den Kosten verkalkuliert.)
Warum also die Firmware patchen?
Ich kann mir immer noch vorstellen, dass irgend Etwas im UM-Netz nicht 100% standardkonform ist und es ohne den Firmwarepatch irgendwelche Ausfälle im UM-Netz gegeben hätte. Sicher wissen kann ich es natürlich nicht. Aber mir fällt kein anderer Grund ein.
Wenn das stimmt, dann hätte UM nach der Veröffentlichung des AVM-Firmwareupdates erst einmal eine neue Software zusammenpatchen müssen, die sowohl die Änderungen von AVM als auch die Änderungen für das UM-Netz enthält. Wenn AVM irgend etwas geändert hat, was auch für das UM-Netz geändert werden musste, dann wird das Mergen besonders haarig. Und das dauert nun mal Zeit.
Ich bin aber davon überzeugt, dass genau der Usertype, der auf eigene Router pocht, genau das im Griff hat. Und wenn nicht, habe ich auch kein Bedauern mit ihm.
Bei selbstgekauften Routern würde AVM dann vielleicht ein Firmwareupdate herausbringen mit der Warnung:
Achtung:
Nach der Installation läuft der Router nicht mehr in den Netzen von UnityMedia und KabelHintertupfingen!
Das Firmwareupdate für UnityMedia-Kunden bringen wir in einigen Wochen heraus, für KabelHintertupfingen haben wir kein Update geplant.
Selbst als Profi hast du dann keine Chance, als "einige Wochen" zu warten, bis das Softwareupdate für UnityMedia-Kunden verfügbar ist, während die Kunden von KabelDeutschland längst mit dem neuen Update am Netz sind.
Dabei würde es dir dann aber immer noch besser gehen, als dem Kunden von KabelHintertupfingen.