Sehr geehrte / -r Frau / Herr Nutzer / -in shm0,
Ist es üblich dass der HÜP mit auf den PA der Hausanlage angeschlossen wird?
Nein. Bis vor ein paar Jahren war der Erdungsanschluss des Hausübergabepunktes mittels einer vier Quadratmillimeter starken, grün-gelb ummantelten Kuperleitung mit dem örtlichen Potentialausgleich zu verbinden. Aktuell jedoch darf diese Verbindung nicht mehr hergestellt werden. Bei Bestandsanlage ist jedoch kein verbindlicher Rückbau dieser Verbindung vorgesehen.
Werden nicht normalerweise diese galvanischen Trennglieder verbaut?
Seit dieser Änderung werden tatsächlich doppel-galvanische Trennglieder verbaut.
Damit eventuelle Kriechströme/Störungen von Hausnetz nicht in das Providernetz (und umgekehrt) übergehen?
Dieses Ziel lässt sich sowohl mit der Maßnahme "Hausübergabepunkt erden" als auch mit der Maßnahme "Verbauen eines doppelt-galvanischen Trennglieds" erreichen; die zweitgenannte Maßnahme ist aktuell die Maßnahme der Wahl und erscheint auch die bessere zu sein, da ein doppelt-galvanisches Trennglied tendenziell ausfallsicherer als eine Erdung sein dürfte, eine Prüfung des Erdungswiderstandes nicht erfordert und solche Ströme ausgesprochen gut aufhält.
Was wäre hier die beste Lösung
Insofern keine Störungen vorliegen, wäre zu prüfen, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht. Diese Neuerungen sind nämlich nicht auf Bestandsanlagen anzuwenden, das heißt, dass nur aufgrund dieser Neuerung nicht alle Bestandsanlagen umgebaut werden müssen. Bei einer Störungsbearbeitung entscheidet die Fernmeldehandwerkerin beziehungsweise der Fernmeldehandwerker vor Ort, ob diesbezüglich Handlungsbedarf besteht und entfernt gegebenenfalls eine bestehende Erdung des Hausübergangspunktes und baut ein doppelt-galvanisches Trennglied mitsamt dem zugehörigen Schutz vor unbeabsichtigtem Berühren ein.
Den HÜP extra Erden mit einem Erdspieß und dann ein galvanischen Trennglied verbauen?
Erst einmal vorweg, die Instandhaltung des Breitbandkabelnetzes fällt in den Zuständigkeitsbereich der Firma Vodafone (beziehungsweise den von ihr beauftragten Vertragsunternehmen). Sie als Kundin beziehungsweise Kunde würden mit einem solchen Eingriff gewissermaßen Ihre Kompetenzen überschreiten; gegebenenfalls kann eine Haftung Ihrer Person für den Fall, dass es dadurch zu Störungen (gegebenenfalls auch bei anderen Kundinnen oder Kunden) kommen sollte, nicht ausgeschlossen werden.
Unabhängig davon ist eine Kombination der Maßnahmen "Hausübergabepunkt erden" und "Verbauen eines doppelt-galvanischen Trennglieds" nicht vorgesehen. Die erstgenannte Maßnahme ist derzeit untersagt und die zweitgenannte ist als Einzelmaßnahme der Wahl vollkommen ausreichend.
Galvanisches Trennglied verbauen und den HÜP vom PA des Hauses entfernen?
Diese Arbeitsschritte werden manchmal bei einer Modernisierung der Hausverteilanlage durchgeführt oder die Fernmeldehandwerkerin beziehungsweise der Fernmeldehandwerker vor Ort entscheidet sich im Rahmen einer Störungsbearbeitung dazu, diese Arbeitsschritte durchzuführen. Dass bei Ihrer Verteilanlage diese Arbeitsschritte erforderlich wären, ist für den Verfasser dieses Beitrages nicht erkennbar. Im Regelfall werden Verteilanlagen so belassen, wie sie sind, wenn sie störungsfrei arbeiten und gegenwärtig nicht zu erweitern oder zu modernisieren sind.
Das Haus hier ist schon älter und ich bin nicht sicher ob der PA hier wirklich richtig funktioniert
Da ein voll funktionsfähiger Potentialausgleich mit niedrigem Erdungswiderstand nicht nur für über ein Breitbandkabelnetz angebotene Dienstleistungen, sondern auch unter anderem für die elektrische Sicherheit und für den Überspannungsschutz wichtig ist, könnte es gegebenenfalls sinnvoll sein, ein Fachbetrieb des Elektrohandwerks damit zu beauftragen, die Funktionsfähigkeit desselbigen zu prüfen und gegebenenfalls (wieder-) herzustellen, insofern Sie sich selbst nicht dazu in der Lage sehen, diese Aufgabe (-n) zu erledigen.
Der Verfasser dieses Beitrages hat die Änderung, dass die Hausübergabepunkte derzeit nicht zu erden sind, sondern dass doppel-galvanische Trennglieder zu verbauen sind, so verstanden, dass die Betreiber von Breitbandkabelnetzen festgestellt haben, dass in vielen Häusern der Potentialausgleich nicht funktionsfähig ist beziehungsweise einen (deutlich) zu hohen Erdungswiderstand aufweist und man daher etwas unabhägiger von dem Potentialausgleich vor Ort werden möchte.
Zusammengefasst, aus Sicht des Verfassers dieses Beitrages ist es ausgesprochen unwahrscheinlich, dass in diesem Fall überhaupt Handlungsbedarf besteht und falls dieser doch bestehen sollte, fällt es in den Aufgabenbereich der Firma Vodafone, entsprechende Arbeiten durchzuführen (beziehungsweise durchführen zu lassen). Dennoch hoffe ich, dass ich Ihre Fragen beantworten konnte und Sie nun eine Entscheidung in dieser Sache treffen können.
Mit freundlichen Grüßen
Jung-Fernmelder